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 Betreff des Beitrags: Re: GFK-Rohre
BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2013, 13:46 
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Die letzten Monate haben wir ein paar Sachen ausprobiert, und daran würde ich euch gerne Teilhaben lassen :)

Die 20x17 Kreuzgewickelten GFK-Rohre sind quasi zu unserem Standard-Kern geworden. Wir setzten ihn seit etwa fünf Monaten ein und bisher ist uns keiner gebrochen. Wir haben ihn in Stäben, Q-Tips und Langpompfen verbaut.

Diesen Stab kann ich also wärmstens weiter empfehlen. Wenn man aber als Stabspieler eine sehr harte Spielweise hat, dann würde ich mir aber überlegen ob ich nicht eine etwas robustere Variante brauche... (Rein vom Gefühl her, Bruch hatten wir von diesem Rohr wie gesagt keinen)

Wir haben auch etwas mit CFK getestet. Unsere ersten Versuche waren zwei Stäbe.

Stab 1: 20x18, kreuzgewickeltes CFK
Dieser Stab ist ultraleicht gewesen. Allerdings ist er nach kurzer Zeit auf einem Turnier gebrochen. Er ist gebrochen bei einem Drückduell, gegen einen Stab mit 30 mm GFK-Kern. Es hat dabei so ziemlich der größtmögliche Hebel gewirkt. Er ist also durch die zu hohe Biegebelastung gebrochen.

Stab 2: 20x17, unidirektionales CFK
Auch dieser Stab war extrem leicht, wenn auch etwas schwerer als der Andere. Er ist uns im Training gebrochen. Bei einem Duell mit einem Q-Tip sind beide Griffflächen aufeinander getroffen. Beide nur durch Tape "gepolstert". Durch diese radiale Belastung ist der Kern eingedrückt worden.
Für solche Schläge ist die unidirektionale Faserrichtung natürlich sehr nachteilig.

Danach haben hatten wir weitere zwei CFK-Modelle:
Q-Tip 1: 22x20, kreuzgewickeltes CFK
Dieser Q-Tip hat etwa 700 Gramm gewogen. Er ist im Training gebrochen, bei einem Schlag mit der Grifffläche gegen eine Schildkante. Der Kern wurde wieder durch die radiale Belastung eingedrückt. Die Grifffläche war wieder nur mit einer Schicht Tape geschützt.
Ich bin der Meinung, dass er der Biegebelastung auf jeden Fall ausreichend stand gehalten hätte.
Das Problem ist hier das eindrücken gewesen.

Stab 3: 22x20, kreuzgewickeltes CFK
Dieser Stab wiegt etwa 550 Gramm. Er ist an den Griffen mit einer ca 1mm dicken Schnur umwickelt um Schläge auf die Griffflächen abzudämpfen. Er wird jetzt ca zwei Monate regelmäßig im Training gespielt und war auch schon auf ein paar Turnieren (unter Anderem DM). Im Trainig gab es auf jeden Fall schon einige harte Schläge Griff auf Griff, aber das hat er bisher gut ausgehalten.
Drückduelle gab es meines Wissens keine. Die Spielerin hat aber auch extra geübt eventuelle Drückduelle schnell und effizient aufzulösen.



Mein Fazit bisher zu GFK:
Der 20x17 Kern ist spitze einsetzbar für quasi alles.
Der 30x27 Kern bringt einen Vorteil: Extreme Steiffigkeit. Gewicht spart man sich durch den kaum, wenn man die gleiche Dicke an Polsterung benutzt, da die Polsterung durch den erhöhten Durchmesser auch mehr wird. Wenn man da einen Kreuzgewickelten nimmt und nicht die Rundgewickelten, dann wird der auch mit Sicherheit nicht brechen.
16x12 Kerne haben wir bei Kurzpompfen eingesetzt, in Langpompfen könnte man die sicher auch einsetzen.

Mein Fazit bisher zu CFK:
Der 20x18 kreuzgewickelte Kern hält für Stäbe und Q-Tips wohl zu wenig aus. Ab Langpompfen könnte ich ihn mir wieder gut vorstellen.
Den 20x17 unitirektionalen Kern ordne ich genauso ein. Er bringt aber zu dem kreuzgewickelten mehr Gewicht und kostet geringfügig mehr.
Der 22x20 kreuzgewickelte Kern kann bei Stäben halten, wenn die Griffe ein bisschen geschützt werden. Das ist aber gerade noch in der Testphase.
Will man diesen Kern in einem Q-Tip verbauen, muss die Grifffläche auf jeden Fall gut geschützt werden. Eine 1mm Schnurpolsterung ist da meiner Meinung nach schon sehr Grenzwertig. (Auch nur eine Vermutung)
Für alles Andere ist der ohne Weiteres einsetzbar - aber auch überdimensioniert.


EDIT: Heute habe ich festgestellt, dass es auch eine GFK-Variante 20x18 gibt. Der ist wieder etwas leichter und biegsamer. Ich denke für eine Langpompfe könnte der genau richtig sein. Bei einem Q-Tip wäre ich wegen der geringeren Wandstärke wieder vorsichtig wegen den Schlägen mit der Grifffläche.
Für einen Stab könnte er schon zu wenig Biegebelastung aushalten.

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 Betreff des Beitrags: Re: GFK-Rohre
BeitragVerfasst: Do 22. Mai 2014, 21:50 
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Hey Pukinn,

wie sind die aktuellen Langzeitergebnisse für 20x17mm GFK-Rohre? Halten die auch eine etwas rauere Spielweise aus?

Grüße

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 Betreff des Beitrags: Re: GFK-Rohre
BeitragVerfasst: Fr 23. Mai 2014, 09:04 
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Kein Bruch bisher, und bei uns sind auch ein paar Grobiane am Werk ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: GFK-Rohre
BeitragVerfasst: Fr 13. Jun 2014, 23:37 
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Ich habe mir jetzt diese paar Seiten etliche male durchgelesen, da ich demnächst selbst einiges bestellen muss und bisher nur Erfahrungen mit Bambus gemacht habe. Mein Problem dabei ist, dass ich dazu nur ein begrenztes Budget zur Verfügung gestellt bekomme und gleichzeitig nicht irgend ein Mist kaufen möchte. So wie ich das verstanden habe, sollen die 16x14 kreuzgewickelt klasse sein, jedoch soll laut dem ersten post Pultrusionstechnik der HAMMER sein. 16x14+Pultrusionstechnik= SUPERHAMMER ???
Auf http://www.carbonscout-shop.de/GFK-Rohr ... diert.html gibt es diese für 10,36 € das Stück. Wenn man also diese Superhammer Rohre für 10 € bekommt, dann :yipyep: Es wäre gerade für Anfänger optimal, wenn man denen (eingeschlossen mir) zeitaufwändiges Foren durchstöbern ersparen könnte und ihnen einen Preis-/Leistungssieger präsentieren könnte.
Ich kann mir nur gerade nicht vorstellen, dass ich mit meiner Rechnung richtig liege... Wenn ja, dann würde mich das sehr erfreuen, vielleicht macht mich aber auch nur der späte Abend wirr. Würde mich auf gute Erfahrungen freuen! Ach ja, vielen Dank noch für die Arbeit die ihr hier euch gemacht hast!
LG Ludwig

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 Betreff des Beitrags: Re: GFK-Rohre
BeitragVerfasst: Sa 14. Jun 2014, 00:22 
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Faserverstärkte Kunststoffe sind anisotrop, d.h. Sie halten nur in Faserrichtung starke Spannungen aus. Bei poltrudierten Rohren und Stäben liegen die Fasern alle in axialer Richtung. Das ist schlecht, da du beim Jugger verschiedene Belastungszustände hast. Bei den schweren poltrudierten GFK-Vollstäben scheint das kein Problem zu sein, weil durch den großen Querschnitt die Spannungen im Material nicht so groß sind. Poltrudierte Rohre dagegen kommen eher nicht in Frage. Bei uns sind poltrudierte CFK-Rohre selbst in einer Kurzpompfe gebrochen. Bei kreuzgewickelten Röhren liegen die Fasern in verschiedenen Winkeln im Rohr, das heißt das Rohr wiedersteht auch Belastungen, die nicht in axialer Richtung liegen. Ich hoffe, dass dir noch Menschen mit mehr praktischer Erfahrung antworten, aber ich würde von poltrudierten Rohren abraten.

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 Betreff des Beitrags: Re: GFK-Rohre
BeitragVerfasst: Sa 14. Jun 2014, 12:57 
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Unsere Erfahrungen mit poltrudierten Rohren zeigen auf, dass die größeren Durchmesser (27 mm) in allen Pompfen außer Q-Tipp und Kurzpompfe irgendwann brechen. Die dünneren Rohre (16 mm) sind jedoch sehr haltbar und halten den Belastungen in allen Pompfen sehr gut stand. Gleiche Wandstärke bei wesentich kleinerem Durchmesser und sie sind leicht Flexibel. Ich denke dadurch haben sie weniger Bruchpotential.

Wir haben auch 2 Spieler mit CFK, die sind aber beide gerade außer Stadt (und Kontinent) und können nicht wg. ihren Erfahrungen damit herangezogen werden.

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 Betreff des Beitrags: Re: GFK-Rohre
BeitragVerfasst: So 15. Jun 2014, 22:15 
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Pukinn hat geschrieben:
Der perfekte Kernstab für uns sollte also in Poltrusionstechnik hergestellt sein

Diese Aussage aus meinem ersten Post habe ich auf der Basis der reinen Theorie geschrieben, noch ohne die Erfahrungen, die ich mittlerweile habe! Diese muss ich aber jetzt, mit dieser Erfahrung zurück nehmen.
In meiner Pompfenbauanleitung habe ich etwas genauer geschrieben was wir für Erfahrungen damit gemacht haben. (Den Part überarbeite ich gerade auch noch mal etwas)

Die Essenz aus meinen Erfahrungen ist: Wenn du einen poltrudierten Stab benutzt, dann musst du auf jeden Fall die Griffe extra polstern! Diese Art von Kernen ist sehr anfällig gegen seitliche Schläge. An der Schlagfläche ist das kein Problem, da sie dick gepolstert ist. Trifft aber z. B. Griff auf Griff kann der Kern einen leichten Knacks bekommen und kurze Zeit später knickt er einfach ab, da die Stabilität des ganzen Rohres dadurch verloren geht. Auch ein dickerer Wanddurchmesser ist da zu empfehlen.

Den von dir verlinkten Kern würde ich sein lassen! Er hat nur 1 mm Wandstärke und ist meiner Meinung nach maximal in einer Kurzpompfe mit extra Griffpolsterung einzusetzen.

Im Endeffekt würde ich lieber ein paar Euro mehr investieren in eine kreuzgewickelte Variante, gerade für Stäbe und Q-Tips.

Preis-Leistungs-Allroundtalent ist meiner Meinung nach die 20x17 mm Variante des kreuzgewickelten Kerns:
http://www.carbon-team.de/Epoxyd-Rohr+20-0+x+17-0+x+2000mm+GFK.htm
Wir haben ihn in jeder Pompfe eingesetzt und bisher keine Brüche.

Ich denke du meinst diesen Stab hier (16x12), der aber 2 mm Wandstärke hat. Er wird sehr häufig eingesetzt, ist aber biegsamer als die 20 mm Variante, und nicht leichter, wegen der Wandstärke. Das ist aber geschmackssache - ich mag sie nicht so biegsam ;)
http://www.carbon-team.de/Epoxy-Rohre+16-0+x+12-0+x+2000mm+GFK.htm

@Gnom:
Ihr habt in einem Q-Tip einen poltrudierten Kern ohne Bruch? Welche Wandstärke habt ihr und wie dick ist der Griff gepolstert?

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 Betreff des Beitrags: Re: GFK-Rohre
BeitragVerfasst: Mo 16. Jun 2014, 15:08 
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Pukinn hat geschrieben:
@Gnom:
Ihr habt in einem Q-Tip einen poltrudierten Kern ohne Bruch? Welche Wandstärke habt ihr und wie dick ist der Griff gepolstert?


Schande über mich, ich habe die Typen verwechselt, ich beziehe mich auf die kreuzgewickelten Glasfaserrohre der selben Durchmesser.

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 Betreff des Beitrags: Re: GFK-Rohre
BeitragVerfasst: Mi 30. Jul 2014, 20:14 
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Zuletzt geändert von Ludwig am Fr 9. Okt 2015, 17:14, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: GFK-Rohre
BeitragVerfasst: Mo 28. Sep 2015, 21:16 
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