Betrug auf hohem Niveau

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Beff
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Beitrag von Beff » Sa 20. Sep 2014, 22:53

Hallo Juggerplöm,
ich wende mich heute an euch, um kritisch zu reflektieren, was mir auf der 17. DM / 1. WM in Villingen-Schwenningen letztes Wochenende aufgefallen ist. Entschuldigt schonmal, dass es etwas länger geworden ist.
Erstmal „kurz“ zur Ausgangssituation: Ich bin Spieler bei den Zonenkindern und habe mittlerweile 7,5 Jahre Turniererfahrung in Deutschland und Spanien sammeln dürfen. Die Zonenkinder bekamen es laut Gruppenauslosung im ersten Spiel des Samstages mit den Tercios Españoles zu tun. Diese sind, wie man vom Hörensagen aus Spanien weiß und auf zahlreichen Videos bei youtube sehen kann, bis zur DM in Villingen seit ihrer Umbenennung/Neugründung ungeschlagen (zumindest wenn sie - nach eigenen Angaben - die Spiele gewinnen wollten). Uns Zonenkinder erwartete also direkt zum Start der WM ein Hammergegner. Als Schiedsrichter waren uns die Munich Monks (laut JTR 4. Turnier bzw. 1. Turnier mit über 12 Mannschaften) und Armageddon (laut JTR ebenfalls 4. Turnier und 2. Großturnier nach der DM in Waidhaus 2011) zugeteilt. Ich bin auf die gestellten Schiedsrichter zugegangen und meinte, dass es ein schwieriges Spiel werden würde und sie gut daran täten, sich erfahrenere Schiedsrichter als Hilfe heranzuholen. Dies gestaltete sich schwierig, da im Turnierablauf die Spiele der gesetzten 16 Teams gegen die weiteren 16 gesetzten Teams alle gleichzeitig am Samstagvormittag ausgetragen werden sollten. Im Laufe des Spiels kamen meiner Erinnerung nach einzelne Spieler der Leipziger Nachtwache (6. Turnier als Team, teilweise erfahrenere Spieler) ebenfalls an den Spielfeldrand.
Zum Spiel selbst: Schon in den ersten Zügen fiel uns auf, dass einige Spieler der TE eigentlich klare Treffer ignorieren (z.B. ein deutlich sicht-, hör- und spürbarer Kleidungstreffer an der Hose eines Schildspielers, ein angesagter „Kopf“ des Doppelkurzpompfers, obwohl aus meiner Sicht der Oberarm getroffen wurde) bzw. uns Treffer anhängen wollen, die mE keine waren (so hat der Kettenspieler in gut 50% der Zügen nach einem verfehlten/geblockten Schwung gestikuliert, er habe getroffen, obwohl in einigen Fällen mehr als 50cm Luft zwischen Kettenball und Trefferfläche des Zonenkinds war; ein weiteres Mal stellte ich den Q-Tip bei ausgestreckten Armen weit nach links aus, da ich dort einen Schlag einer Kurzpompfe erwartete, die dann auch meine Hand traf, und zwar ausschließlich an den Fingergelenken, was dennoch dazu führte, dass sich 3 spanische Rohrspatzen lautstark aufregten, es sei Unterarm gewesen). Am Anfang schoben wir das noch zum Teil auf Kommunikationsschwierigkeiten und ließen „kleinere“ Bescheißereien ungestraft gewähren. Als der Grad und die Häufung des Ignorierens (z.B. ein ignoriertes Abschlagen eines Schildspielers auf dessen Rücken – er lief weiter und nahm u.a. unseren Läufer aus dem Spiel) und der Beschuldigungen zunahmen verlangten wir dennoch einige Male eine Wiederholung, die die (sorry) überforderten Schiedsrichter teilweise gewährten und unsere Gegner abschätzig und diskutierend zur Kenntnis nehmen mussten. Dass das Spiel von seitens der spanischen Gegner zunehmend härter geführt wurde (es klatschte sehr gut hörbar, sobald ein TE-Spieler einen Pin setzte oder umsetzte) ist fast nur ein Nebenkriegsschauplatz (als Q-Tip-Pompfenchecker am Freitagabend und Samstagmorgen habe ich mir selbst vorzuwerfen, dass ich einen Q-Tip der TE zum Turnier zuließ, dessen Stechspitze trotz 3-maliger „Verbesserung“ in Deutschland selbst für einen Stab grenzwertig hart wäre – aber hier habe ich mich der Verbesserungswilligkeit und einiger anderer Spieler á la „Ich habe noch nie einen Spanier gesehen, der mit einem Q-Tip hart zugestochen/zugeschlagen hätte“ gebeugt und wollte nicht, dass einer der TE-Spieler im ganzen Turnierverlauf keines seiner eigenen Spielgeräte spielen darf). Ob wir als Zonenkinder auch härter gespielt haben kann ich nicht wirklich objektiv einschätzen – wir waren mMn auf dem Feld jederzeit beherrscht und haben außer einer erhöhten „Sicherheitsschlag“rate, um die Gegner etwas sicherer zum Abknien zu bewegen an unserer Spielweise nichts geändert, was auf Wut o.ä. zurückzuführen sein könnte. Das Spiel zog sich durch einige Wiederholungen sehr lange und wir unterlagen am Ende mit 6:8. Im Teamgespräch nach dem Spiel bestätigte sich mein Empfinden über das Ignoriere und Runtergeschicke durch die Äußerungen meiner Mitspieler. Gefühlt waren wir zwar mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar einen Tick besser, wurden aber um den Sieg betrogen. Im Nachhinein erst fiel mir durch die Spielreflexion eine Aktion des gegnerischen Kettenspielers auf, die mir so noch nicht vorgekommen ist: Ich fange in der Linie die Kette und schaffe es, den gegnerischen Kettenspieler an dessen linkem Arm abzuschlagen. Die Überzahlsituation ausnutzend eile ich nun also zum nächsten Gegner, während der Kettenspieler wild auf seinen rechten Unterarm deutend gestikuliert, abwechselnd zum Schiedsrichter und mir schaut und offenbar sehr erbost war, was ich aufgrund meiner nicht vorhandenen Spanischskills nur der Mimik und der Stimmlage entnehmen konnte. Ich war dennoch bestrebt die Situation zu klären und deutete ein Kopfschütteln an, da es mir so vorkam, als wolle er einen Treffer bei mir gesehen haben, der deutlich keiner war. Durch diese Ablenkung wurde ich dann abgeschlagen und wir kassierten schließlich einen Gegenjugg. Daraufhin wollte ich zum einen wissen, was er zu sehen gemeint habe und zum anderen darauf bestehen, dass diese Ablenkung sanktioniert würde. Er kam mit einem Lächeln auf mich zu, reichte mir die Hand und sagte so etwas wie „Ah, you hit my balls. That is all“, was mich so erstaunte, dass ich über mein ungläubiges „Sorry“ (ich hatte ihn schließlich am Oberarm getroffen) hinweg völlig konsterniert zur Grundlinie zurückging und meine Vorwürfe ob der Ablenkung völlig vergaß. Falls das Absicht gewesen ist, ist es eine extrem dreiste Art und Weise, sich einen Spielvorteil zu ergaunern, wie ich sich auf einem Juggerfeld noch nie mitbekommen habe. Dieser ganze „Bericht“ unseres ersten Spiels gegen die TE mag jetzt etwas distanziert klingen, da nun schon einige Tage ins Land gegangen sind und ich mich in Selbst- und Spielreflexion geübt habe, aber glaubt mir: Dieses Spiel war so durch die Bank unfair (bei 5 TE-Spielern ist mir und meinen Mitspielern unfaires Verhalten aufgefallen), dass es definitiv zu den Top 3 der größten Ignorierspiele im Jugger zählt, die ich je miterlebte. In der Besprechung an der Grundlinie kamen wir teilweise auf 3-5 ignorierte Treffer pro Spielzug!
Die weiteren Gruppenspiele (gegen Armageddon und die Munich Monks) der TE wurden u.a. von uns Zonies geschiedst und es gab vereinzelte Anlässe zum Eingreifen, aber keine Ignorierereien in dem Maße von unserem Spiel. Das mag darauf zurückzuführen sein, dass beide Spiele recht klar ausgingen.
In der Double-Elimination-Phase hatten die TE meines Erachtens ihr erstes Spiel gegen Setanta. Ich habe es nur zum Teil verfolgt und habe teilweise rücksichtslosen Härteeinsatz seitens der TE gesehen. Um mich auf mein kommendes Spiel vorzubereiten und meine Nerven zu schonen kann ich allerdings nichts Genaues dazu berichten.
Das letzte Spiel der DE-Phase setzte dann aber allem die Krone auf. Das Spiel Grünanlagen Guerilla vs. Tercios Españoles war das –ich lege mich fest- unschönste Juggerspiel, das ich je gesehen habe. Neben mir standen viele andere neutrale Zuschauer, denen teilweise ebenso wie mir der Mund offen stehen blieb, als wir die groteskesten und hanebüchensten Trefferignorierungen miterleben mussten, die Jugger je gesehen hat. Zu dem Zeitpunkt folgender Erinnerung war das Spiel schon fast komplett eskaliert – beide Seiten spielten übertrieben hart, beide Seiten waren sehr emotional, laut und unbeherrscht. In einer Szene wurde ein spanischer Schildspieler von einem GAG-Stabspieler sehr deutlich am linken Bein getroffen. Als ersterer den Treffer offenbar nicht anerkannte traf ein zweiter Stabangriff erneut das linke Bein. Als auch dieser Angriff nicht anerkannt wurde folgte der unsportlich hart geführte dritte Angriff auf die gleiche Stelle, bei dem tatsächlich das GFK-Kernrohr des Stabes an dem Schienbein des Schildspielers brach! Und dieser Schildspieler kniete dennoch nicht ab!!! Einen Treffer zu ignorieren, der bei 90% der Jugger einen dicken blauen Fleck hervorrufen würde kann einfach nicht in meinen Kopf hinein. Mit welcher Dreistigkeit so betrogen werden kann ist mir völlig unbegreiflich. Andere Szenenfragmente, die mir im Gedächtnis blieben waren ein ignorierter Treffer auf den Rücken eines TE-Stabspielers, den man noch zwei Felder weiter gut hören konnte, nahezu hunderte ignorierte Bein- und Unterarmtreffer und ebenso viele klatschend einschlagende Pompfen auf dem Körper des Gegners (von beiden Seiten). Das Spiel musste mehrfach unterbrochen werden und die Zuschauer und ich kamen teilweise auf über 10-12 teilweise haarsträubend ignorierte Treffer seitens der TE in einem einzigen Spielzug. Nach einem besonders intensiv beschissenen Spielzug, bei dem sich ein Langpompf-GAGler durch die Linie der Tercios einzelte nur um dann festzustellen, dass alle drei (!) regulär abgeschlagenen Gegner in seinem Rücken stehengeblieben sind, ließ sich jemand dazu hinreißen, hineinzurufen, dass es für so viele ignorierte Treffer gleich 3 Punkte für die Grünanlagen Guerilla geben müsste. Wer das Spiel dieser beiden Mannschaften in der eskalierten Endphase ebenso wie ich gesehen hat, wird ebenso nicht verstehen können, wie eine Mannschaft, deren Sportsgeist und Ehrgeiz in Spanien so hoch gelobt und bewundert wird, deren Einfluss auf die spanische Juggerszene so groß ist und die eine aus anderen Gründen heiß diskutierte Zulassung zur „1. Jugger-Weltmeisterschaft“ bekommen hat, die Chance, sich erstmals im Ausland auf großer Bühne zu beweisen so dermaßen mit den Füßen tritt. Hätte ich als Außenstehender dieses Spiel gesehen, ich hätte Jugger entgegen meiner sonst vehementen Einstellung als „Prügeln“ mit „Waffeneinsatz“ bezeichnet und festgestellt, dass das Spiel offenbar nichts mit „gegenseitiger Fairness“ und „Sport“ zu tun hat.
In einer längeren Spielunterbrechung haben einige spanischsprachige Jugger (Benedikt von den Gossenhauern und Diego von den Juggernauts blieben mir im Gedächtnis) mit den TE gesprochen – könnt ihr hier bitte mitteilen, was die TE zu dem Spiel gesagt haben?
Am Samstagabend hat dann die Orga auf Drängen einiger Teams hin beschlossen, den TE ein Ultimatum zu geben, dass sie nun unter ständiger Orgaaufsicht stehend bei der nächsten Kleinigkeit (zu hartes Spiel oder ignorierte Treffer) des Turnieres verwiesen werden – zumindest ist das auf Nachfrage meinerseits bei der Orga geantwortet worden.

Am Sonntagmorgen wurden nun also für jedes TE-Spiel neben den normalen 4 Schiedsrichtern noch weitere zwei an der Außenlinie und ein weiterer Schiedsrichter für jeden TE-Spieler eingeteilt. Mit einer Orgaaufsicht sind das also pro Spiel 12 unabhängige Beobachter. Es mussten zwar mehrere Male TE-Spieler runtergeschickt werden, aber nicht annähernd in dem Maße, wie es am Samstag der Fall hätte sein müssen. Ein Teamkollege von den Amazonenkindern stellte erstaunt fest, dass das Ignorieren des Vortags von den Tercios offenbar abgeschaltet werden konnte, wenn sie sich zu beobachtet fühlen bzw. ihnen die Orga im Nacken sitzt. Er schloss weiter, dass es sich am Samstag dementsprechend um mutwilliges Betrügen und nicht um dem Adrenalin geschuldete Aussetzer in der Trefferwahrnehmung. Dass die Kerle spielen können, will ich ihnen gar nicht absprechen – aber mit welcher Dreistigkeit auf dem Turnier ignoriert wurde darf man auf keinen Fall vergessen.
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Re: Betrug auf hohem Niveau

Beitrag von Tim » So 21. Sep 2014, 00:17

Hallo Beff,
ich bin einer der Nachtwächter, die im Laufe des Spiels an den Spielfeldrand gekommen sind. Daher ein paar Worte von mir dazu:

Ich wollte mir ursprünglich dieses Spiel nur anschauen, da die Begegnung zweier so starker Mannschaften mir und vielen anderen Nachtwächtern gute Unterhaltung und einen gewissen Lerneffekt versprach.
Mir kam das Spiel von Beginn an zerfahren und hitzig vor und man konnte gut erkennen, dass die Spanier es mit den Treffern nicht sehr genau nahmen. Auch empfand ich die Spielweise der TE als sehr hart (mir sind vor allem einige Aktionen des Q-Tip-Spielers in Erinnerung geblieben, bei denen ich erstaunt war, dass man mit einem Q-Tip so hart zuschlagen kann. Ich kann das nicht.). Allerdings habe ich nichts gesagt, da ich nicht zum Schiedsrichtergespann gehörte und mich daher nicht als befugt sah, ins Spielgeschehen einzugreifen.
Das Spiel nahm also seinen Lauf, die Spanier ignorierten Treffer und die Zonis beschwerten sich (verständlicherweise) darüber. Dadurch wurde das Spiel zunehmend hitzig und unschön. Die Schiedsrichter griffen nach bestem Können ins Spielgeschehen ein, konnten aber aufgrund ihrer geringen Erfahrung als Schiedsrichter bei weitem nicht alles sehen und nicht alle Konflikte lösen. Auch waren schlicht und einfach ihre Personalkapazitäten irgendwann erschöpft, da immer mehr Spanier unter Sonderbeobachtung gestellt werden mussten. Das ist auch der Grund dafür, dass ich mich, als einer der Zonis sich im Spielverlauf vehement über einen der spanischen Schildspieler beschwerte, anbot, diesen im Auge zu behalten. Dies habe ich dann getan und auch sonst eingegriffen, wenn ich Regelverstöße bemerkt habe, bis ich selbst zum ersten Spiel der Nachtwache antreten musste. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel aber schon fast zu Ende.
Das dürfte die einzige Nachtwache-Beteiligung am Schiedsgericht dieses Spiels gewesen sein. Wir waren also nicht die von den Zonis geforderte "erfahrene Hilfe". Als solche würde ich mich nie bezeichnen. Diese erfahrene Hilfe gab es nicht, zumindest habe ich sie nicht gesehen. Den Grund dafür nennst du, beff, ja schon in deiner Stellungnahme. Mit der Schirileistung insgesamt haben wir Nachtwächter daher in meinen Augen nur wenig zu tun, da meiner Erinnerung nach nur ich daran beteiligt war (und das auch nur in kleinem Maße) und ich immer, wenn ich etwas gesehen habe, sofort eingegriffen habe.
Als großes Problem im Spiel empfand ich die Kommunikation Zonis-Tercios und Schiedsrichter-Tercios. Diese wurde dadurch, dass die TE bis auf wenige Ausnahmen scheinbar kein Englisch sprechen, sehr erschwert. Viele Diskussionen wurden dadurch meinem Eindruck nach unnötig hitzig. Allerdings kann man den Schiedsrichtern in meinen Augen keine Vorwurf machen. Sie haben stets ihr Bestes gegeben und eine in Relation zu ihrer geringen Erfahrung gute Leistung abgeliefert, so habe ich es zumindest gesehen. Solche Spiele sind schwer zu leiten, selbst für erfahrene Schiedsrichter, und wenn dann auch noch die Sprachbarriere dazu kommt, wird es umso komplizierter.
Dies schmälert allerdings nicht, dass das Spiel von spanischer Seite an vielen Stellen unfair und zu hart war. Ich konnte den Unmut einiger Zonis zu jedem Zeitpunkt gut verstehen.

Zum Rest kann ich nichts sagen. Das Spiel Grünanlagen Guerilla vs TE kenne ich nur aus Erzählungen. Gibt es davon Videomaterial? ich würde mir gerne eine Meinung dazu bilden.
Danke auf jeden Fall für deine Eindrücke, Beff. Das gibt mir einigen Stoff zum nachdenken.

Das war's erstmal von mir. Gute Nacht euch allen! :)
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Re: Betrug auf hohem Niveau

Beitrag von sairence » So 21. Sep 2014, 01:26

Beff hat geschrieben: In der Double-Elimination-Phase hatten die TE meines Erachtens ihr erstes Spiel gegen Setanta. Ich habe es nur zum Teil verfolgt und habe teilweise rücksichtslosen Härteeinsatz seitens der TE gesehen.
Ich hab leider keine der Samstagsspiele vor der Verwarnung sehen können, daher hab ich keinen persönlichen Eindruck mitnehmen können. Ich hab allerdings mitbekommen das eine der Setanta-Spielerinnen aufgrund eines mir als mutwillig beschriebenen Ellenbogen-Schlages gegen ihren Oberschenkel während des Tercio Spiels dann am Sonntag nur noch mit Schmerzmitteln weiterspielen konnte. Nach der DM wurde ich auch von mehreren Setanta-Spielern angeschrieben und der derzeitige Tenor ist das Setanta Turnieren in Zukunft komplett fernbleiben wird, wenn TE dort zugelassen werden sollte.

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Re: Betrug auf hohem Niveau

Beitrag von Kathrin » So 21. Sep 2014, 08:41

Hallo Juggerwelt,

erstmal vielen Dank an Beff für den ausführlichen Text. Des bestätigt, was mir schon berichtet wurde.

Zur Erinnerung: Das erste Statement von TE auf die Bedenken der deutschen Juggercommunity sah so aus:

"I am Olwra from Tercios Españoles.


Tercios espanoles, are a fair team and interested in a integrative sport event.
Our team is aginst racism. (The captain of Tercios Españoles B is from South America).

Thank You ^^"


Ich empfinde die Spielweise, die ihr beschreibt als Verhöhnung! Für mich macht das den Eindruck, als hätten sie uns vorher das Gelbe vom Ei versprochen, damit sie teilnehmen dürfen und sobald sie einen Fuß in der Tür hatten, keinen Grund mehr gesehen haben, sich an unsere Werte und Regeln zu halten.

Wenn das mit dem Ellenbogeneinsatz gegen die Spielerin von Setanta stimmt, tut es mir vor allem für die Iren sehr leid, dass es soweit kommen musste. Ibbo aus Irland hat uns berichtet, dass TE ein Spiel gegen ein irisches Team in pinken shirts grob unsportlich geschiezt habe, so dass sich sogar das gegnerische Team beschwert habe. Diese Beschwerde wurde im Interview mit einem TE-Spieler (s. viewtopic.php?f=4&t=4167&start=210 ) dementiert. Von der deutschen community wurde der Vorfall kaum aufgegriffen. Wenn TEs Verhalten auf der diesjährigen DM wieder keine Folgen haben wird, emfände ich das als extrem ignorant und respektlos (gerade gegenüber Setanta, aber auch allen anderen leidtragenden.

Wenn ich mir jetzt die Berichte anhöre, bestätigt das für mich, dass TE in einem solchen Maße unsportliches Verhalten an den Tag legt, dass ich es inakzeptabel finde, sie weiter auf Turnieren zu dulden.

Im übrigen hätte ich von der Organisation erwartet, dass sie nach den ganzen Diskussionen schon früher ein Auge auf TE gehabt hätten. Ich denke, es steht außer Frage, dass die Orga im allgemeinen sehr engagiert war und ein tolles Turnier auf die Beine gestellt hat. Das liest man zumindest aus den Rückmeldungen der Teams. Dennoch finde ich, dass sie von Anfang an das Thema TE sehr nachlässig behandelt haben. Das hätten sie, meiner Meinung nach, zumindest auf dem Turnier ändern können. Es mag sein, dass die Orga viel zu tun hatte, aber das ist auch eine Frage von Prioritäten. Wenn die Spiele wirklich so abliefen, wie sie berichtet wurden (und ich habe dank seiner langen Erfahrung und seiner eigenen fairen Spielweise keinerlei Zweifel an Beffs Urteilsvermögen) finde ich es sehr traurig, dass TE es dennoch geschafft hat ins Finale zu kommen.


Fazit:

Vor der DM wollten einige Spieler TE eine Chance geben, zu beweisen, dass sie sich geändert haben.
Ich hoffe, dass diejenigen, die der Meinung waren, sie können das nicht aufgrund von Berichten anderer sich in Villingen ausreichend persönlich mit den TE beschäftigt haben, um sich nun eine Meinung zu bilden. :!:

Für mich ist damit klar, dass TE seine Chance verwirkt hat an Turnieren teilzunehmen.

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Re: Betrug auf hohem Niveau

Beitrag von Yannick » So 21. Sep 2014, 10:20

Das einzige Spiel der TE, das ich auf der DM zumindest teilweise live gesehen habe war das Spiel gegen die GAG, und es war definitiv das ekeligste was ich in bisher leider nur einer Saison Juggererfahrung gesehen habe. Nach diesem Spiel hätte ich es für durchaus diskutabel (wenn auch für eine harte Entscheidung gegenüber der GAG) gehalten, beide Teams sofort vom Tunier auszuschließen. Sollte sich nächstes Jahr bei den Anmeldungen zur DM/Saisonendjuggerparty tatsächlich die Frage TE oder Setanta stellen, so gehe ich davon aus, dass die Antwort unabhängig von der Orga Setanta heißen würde.

@Kathrin: Ich empfinde deinen Beitrag als unfair gegenüber der Orga. Die Argumentation gegen die TE vor dem Tunier war stets eine politische. Es wurde politische Aussagen, die Symbolik und die politische Ausrichtung der TE diskutiert. Auch die Geschichte mit den Tank Girls, die wenn sie so stattgefunden hat sicherlich als krass unsportliches Verhalten zu werten ist, wurde immer nur aus politischer Sicht betrachtet. Von "politischen" Zwischenfällen auf dem Tunier ist mir nichts bekannt, also scheinen sie was diesen Punkt angeht entweder tatsächlich geläutert zu sein, oder aber der druck und die Beobachtungsdichte reichten aus, um derartiges Verhalten zumindest für dieses Wochenende "abzuschalten". Da ist der Orga also schonmal nichts vorzuwerfen. Das sich statt dem politischen bei den TE der sportliche Abgrund öffnen würde, war zumindest für mich, dessen "Wissen" über die TE sich komplett auf deutsche Diskussionen stützt, so nicht erwartbar.
Ach. Hand, Arm. Das sind doch bürgerliche Kategorien.

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Re: Betrug auf hohem Niveau

Beitrag von Rigor_Tobi » So 21. Sep 2014, 10:29

Zu diesem Thema gingen mir vielen Gedanken durch den Kopf, ich konnte eigene Erfahrungen machen, Schlüsse ziehen und habe mir auch viel erzählen lassen. Macht euch ebenfalls auf einen langen Post bereit ;)

Zunächst möchte ich festhalten, dass ich mich persönlich schon sehr viel mit derartigen Sachverhalten auseinandergesetzt habe, denn ich bin durch meine Aktivitäten bei Rigor Mortis in die dualistische "Unfairness-Ehrgeiz-Debatte" hineingewachsen. Mein Team selbst, hat sich in der Vergangenheit mehrmals auf Vorwürfe wegen ihrer "harten Spielweise" und ihrer "Diskussionsfreudigkeit" rechtgefertigt. Also kenne ich mich damit aus. Zu meiner Freude musste ich feststellen, dass derartige Debatten seit einiger Zeit "größtenteils" ausgestorben sind, das geht auf ausgefeiltere Regeln und besserem Verständnis mit unseren Kontrahenten einher. Ungeachtet dessen gibt es nach wie vor einzelne Situationen, bei denen es hitziger, aber im Grunde nicht unsportlich oder persönlich wird. Ich berufe mich da insbesondere auf Spiele gegen die Grünanlagen Guerilla, die Zonenkinder und Die Leere Menge....Ich streite nicht ab, dass immer alle einer Meinung sind und einzelne Aktionen Konfliktpotenziale hervorrufen, aber es geht mir da ums Gesamtbild!!!!

Ich denke ein wichtiger Faktor ist der Eingangspunkt von Beffs Post:
Beff hat geschrieben: Diese sind, wie man vom Hörensagen aus Spanien weiß und auf zahlreichen Videos bei youtube sehen kann, bis zur DM in Villingen seit ihrer Umbenennung/Neugründung ungeschlagen (zumindest wenn sie - nach eigenen Angaben - die Spiele gewinnen wollten).
Dies lässt die meisten Beobachter annehmen, dass da was faul ist. Die misstrauische Haltung lockert sich diesbezüglich erst, wenn die betreffende Mannschaft mal verliert, so empfand ich es jedenfalls am Beispiel Rigor Mortis.
Beff hat geschrieben:Ich bin auf die gestellten Schiedsrichter zugegangen und meinte, dass es ein schwieriges Spiel werden würde und sie gut daran täten, sich erfahrenere Schiedsrichter als Hilfe heranzuholen. Dies gestaltete sich schwierig, da im Turnierablauf die Spiele der gesetzten 16 Teams gegen die weiteren 16 gesetzten Teams alle gleichzeitig am Samstagvormittag ausgetragen werden sollten.
Zugegeben, ein sehr ungünstiger Umstand auf diesem Turnier, ABER ich möchte zu Bedenken geben, dass das grundlegende "Schiedsrichterniveau" sich auf absolut unterirdischem Level bewegt....GENERELL....und da ist kein einziges Team in Deutschland ausgenommen. Teilweise kann das mit fehlender Erfahrung gerechtfertigt werden, aber es gibt auch unterschiedliche Ansichten, die diesen Umstand erzeugen. Einige sind der Meinung, dass sich ein Spirit of the Game etablieren muss, also Selbstregulation der Spieler, andere wiederum halten es schlicht und einfach nicht effizient zu Schiedsen. Dann gibt es noch Spieler, die möchten sich nicht unbeliebt bei den Mannschaften machen, bei denen sie Schiedsrichter stellen. Letzteres empfinde ich als ganz furchtbar, denn das würde bedeuten, dass die spielenden Mannschaften den Schiedsrichtern "Befangenheit" vorwerfen und sie persönlich vorurteilen. Ein gänzlich unsportlicher, widerwärtiger und mir unbegreiflicher Gedanke!

Schlussfolgerungen und Konsquenzen zur Änderung dieser Situation werden im weiteren Verlauf meines Posts deutlich.
Beff hat geschrieben: einige Spieler der TE eigentlich klare Treffer ignorieren [...] bzw. uns Treffer anhängen wollen, die mE keine waren (so hat der Kettenspieler in gut 50% der Zügen nach einem verfehlten/geblockten Schwung gestikuliert, er habe getroffen, [...] ein weiteres Mal stellte ich den Q-Tip bei ausgestreckten Armen weit nach links aus, da ich dort einen Schlag einer Kurzpompfe erwartete, die dann auch meine Hand traf, und zwar ausschließlich an den Fingergelenken, was dennoch dazu führte, dass sich 3 spanische Rohrspatzen lautstark aufregten, es sei Unterarm gewesen). [...] und der Beschuldigungen zunahmen verlangten wir dennoch einige Male eine Wiederholung, die die (sorry) überforderten Schiedsrichter teilweise gewährten und unsere Gegner abschätzig und diskutierend zur Kenntnis nehmen mussten. [...]
Ob wir als Zonenkinder auch härter gespielt haben kann ich nicht wirklich objektiv einschätzen – wir waren mMn auf dem Feld jederzeit beherrscht und haben außer einer erhöhten „Sicherheitsschlag“rate, um die Gegner etwas sicherer zum Abknien zu bewegen an unserer Spielweise nichts geändert, was auf Wut o.ä. zurückzuführen sein könnte. [...] Gefühlt waren wir zwar mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar einen Tick besser, wurden aber um den Sieg betrogen. [...]
Die Überzahlsituation ausnutzend eile ich nun also zum nächsten Gegner, während der Kettenspieler wild auf seinen rechten Unterarm deutend gestikuliert, abwechselnd zum Schiedsrichter und mir schaut und offenbar sehr erbost war, was ich aufgrund meiner nicht vorhandenen Spanischskills nur der Mimik und der Stimmlage entnehmen konnte.
[...]
In der Double-Elimination-Phase hatten die TE meines Erachtens ihr erstes Spiel gegen Setanta. Ich habe es nur zum Teil verfolgt und habe teilweise rücksichtslosen Härteeinsatz seitens der TE gesehen. Um mich auf mein kommendes Spiel vorzubereiten und meine Nerven zu schonen kann ich allerdings nichts Genaues dazu berichten.
Das letzte Spiel der DE-Phase setzte dann aber allem die Krone auf. Das Spiel Grünanlagen Guerilla vs. Tercios Españoles war das –ich lege mich fest- unschönste Juggerspiel, das ich je gesehen habe. [...] In einer Szene wurde ein spanischer Schildspieler von einem GAG-Stabspieler sehr deutlich am linken Bein getroffen. Als ersterer den Treffer offenbar nicht anerkannte traf ein zweiter Stabangriff erneut das linke Bein. Als auch dieser Angriff nicht anerkannt wurde folgte der unsportlich hart geführte dritte Angriff auf die gleiche Stelle, bei dem tatsächlich das GFK-Kernrohr des Stabes an dem Schienbein des Schildspielers brach!
Es ist erstmal festzuhalten, dass ein unfaires Spiel von TE das Thema Nr. 1 auf der diesjährigen DM war.
Das Vorgehen, die Gegner auf Treffer hinzuweisen, ist an sich zunächst nicht verwerflich, aber die hohe Frequenz und die beeinflussende Art und Weise ist von mir als "unfair" nachzuvollziehen. Beffs Ausführungen erinnern mich an die Erfahrungen, die ich in Zaragoza (2013) gemacht habe. Dort wurde es so gespielt, dass Anschuldigungen von den Schiedsrichtern zur Kenntnis genommen wurden und mit Strafen geahndet wurden, obwohl die Schiedsrichter selbst nichts gesehen haben. Das führte bspw. dazu, dass im Halbfinale zwischen Verracos und den Zonenkindern Hogan im Golden Jugg die ersten 5 Steine Knien musste, völlig irrsinnig. Bei dieser Situation kommt auch noch hinzu, dass Thoralf aus meiner Mannschaft als Malrichter, die Situation klar so gesehen hat, dass Hogan nicht getroffen wurde, die Anschuldigung also von Schiedsrichterseite verneint worden war. Nachdem er und auch ich das den Hauptschiedsrichtern mitgeteilt haben, wurde sich trotzdem dagegen entschieden. Irgendwie spielten da Einflussfaktoren wie "vorige Spielzüge" mit rein oder Derartiges.
Das ist nur ein Beispiel und mir wurde auch mitgeteilt, dass in Zaragoza ein abgewandeltes Regelwerk benutzt wird. Wenn wir jedoch davon ausgehen, dass dieses Sanktionierungssystem in ganz Spanien angewendet wird, wäre das eine Erklärung für die vielen Anschuldigungen von Seiten der Spieler. Anscheinend ist das gang und gebe.
Sollte es sich wirklich so verhalten, möchte ich an dieser Stelle sagen, dass ich mich klar gegen diese Handhabung ausspreche. Ich werde das alles im Oktober in Madrid weiter beobachten, wie es allgemein heute gehandhabt wird und dann bin ich schlauer.

Zu dem Ignorieren von vielen Treffern: Das ist etwas, das hat TE nicht erfunden, es gibt seit jeher einzelne Mannschaften oder einzelne Spieler, die wissen, dass sie mit einer Menge durchkommen. Sie werden ja auch nie dafür bestraft. Sollte sich an dieser Stelle über fehlende Sanktionierungsmöglichkeiten beschwert werden, so weise ich auf das, seit 05.05.2012 angewendete, deutsche Regelwerk hin: "7.6 Strafen -
Spieler sind durch die anderen Spieler und Schiedsrichter auf regelwidriges Verhalten
hinzuweisen." Das wars. Die Spieler können also nur nett angesprochen werden "Du, spiel mal bitte ordentlich...bitte."
Alle weiteren Sanktionen stehen als Option am Ende. Vieles davon wird auf den meisten Turnieren als "in Anwendung" angekündigt, aber so gut wie kein Schiedsrichter nutzt Maßnahmen, die über "den Frühstart" oder das "Steine zählen" hinaus geht. Einzelne Spieler für einzelne Züge zu sperren, tut meiner Meinung nach Niemandem weh und hat einen großen Effekt wie ich finde. Auch würde ich es so besser finden, als die spanische Variante "der Spieler spielt, aber sitzt am Anfang". Der Unterschied ist nur, dass in Spanien auch von Maßnahmen Gebrauch gemacht wird. Ob es immer sinnvoll oder nicht einfach nur wettbewerbsverzerrend ist, sei mal dahingestellt.

Zurück zu den aktuellen Geschehnissen: Die Folge des Ganzen sind überharte Aktionen wie beim Spiel gegen Setanta oder gegen die GAG. Marions Oberschenkel habe ich schon gebrochen gesehen (Schildspielerin - Setanta). Von safety first in meinen Augen keine Spur. Das ist schon das Schlimmste, aber es kam noch etwas, wie Beff beschrieben hat. Beim Spiel gegen die GAG haben sich die Grünen so von der unfairen und ungerechten Behandlung mitreißen lassen, dass es in der Reaktion ebenfalls zu völlig unsportlichen Aktionen kam. Der genannte Stabspieler hat sich von der Geisteshaltung voll mitreißen lassen, das Ergebnis waren Stabtrümmer und,Gott sei Dank, nichts Schlimmeres. Ich selbst habe mich durch diese Umstände schon 2010 als Grünanlagen Gorilla-Spieler zu einer ungeheuer unfairen Geste hinreißen lassen, nur dass in diesem Fall besagter Stabspieler das Opfer war. Das wird mich noch etliche Jahrzehnte verfolgen. Ich habe meinen Frust nicht eine Woche später schriftlich geäußert, so wie Beff, sondern direkt sofort auf dem Feld. Das war bei der GAG am vergangenen Wochenende ähnlich.

Dass es bei solchen Umständen auf beiden Seiten eskaliert, macht das ganze weitaus schlimmer.
Daher meine Lösungsvorschläge zur Vorbeugung:

- Sanktionsmaßnahmen stehen zum Teil schon sinnvoll im Regelwerk niedergeschrieben (ok, als Option) , aber genutzt werden müssen diese:
Verwarnung, Ausschluss für einen Spielzug , Ausschluss für eine Halbzeit .....
-> was wird sanktioniert? Wenn dem Schiri widersprochen wird, ohne dass der gegnerische Spieler unterstützt und die Situation mit aufklärt; Beleidigungen; wiederholtes Trefferignorieren; wiederholtes Zu-Früh-Aufstehen.....

- Schiedsrichterseminare in Deutschland (es muss auch ohne Verband gehen): Was kann man lernen? Entscheidungen treffen und zwar schnell und sofort; lautstark kenntlich machen ; einfach die Geschehnisse laut kommentieren (Beispiel: zwei Spieler doppeln sich. Als Schiedsrichter ruft man schonmal Doppel, wenn man nah an dem Duell dran steht. Das hilft zur Schulung)

Beff hat geschrieben: Wer das Spiel dieser beiden Mannschaften in der eskalierten Endphase ebenso wie ich gesehen hat, wird ebenso nicht verstehen können, wie eine Mannschaft, deren Sportsgeist und Ehrgeiz in Spanien so hoch gelobt und bewundert wird, deren Einfluss auf die spanische Juggerszene so groß ist und die eine aus anderen Gründen heiß diskutierte Zulassung zur „1. Jugger-Weltmeisterschaft“ bekommen hat, die Chance, sich erstmals im Ausland auf großer Bühne zu beweisen so dermaßen mit den Füßen tritt. [...]
Am Samstagabend hat dann die Orga auf Drängen einiger Teams hin beschlossen, den TE ein Ultimatum zu geben, dass sie nun unter ständiger Orgaaufsicht stehend bei der nächsten Kleinigkeit (zu hartes Spiel oder ignorierte Treffer) des Turnieres verwiesen werden – zumindest ist das auf Nachfrage meinerseits bei der Orga geantwortet worden.
In diesem Zusammenhang vorab: Von dem Ultimatum und der ständigen Aufsicht habe ich erst NACH dem Turnier erfahren. Dieser Umstand hat höchstwahrscheinlich erheblich zu einem wunderbar fairen Finale beigetragen. Auch vorher waren die Spiele am Sontag ja sehr knapp (z. B. TE 3:2 Mainzer Marodeure) und fairer (TE vs DLM).
Es ist die Frage, ob sich durch die Kontrolle das Verhalten von TE erheblich verändert hat, aber ich möchte glauben: Wenn du im Finale auf dem Feld stehst, dann ist alles davor egal, du gibst alles, keiner wird hier irgendwas abbrechen. Von daher habe ich die Illusion, dass alle Spieler ein befreiendes Spiel hatten.

Unterstützt wurde das im erheblichen Maße von den zahlreichen Schiris im Finale, die mit ihren tollen Shirts nicht nur gut aussahen, sondern auch eine exzellente Leistung abgeliefert haben.
Das Spiel wurde an keiner Stelle durch einen Schiedsrichter behindert. Exemplarisch hier folgende Situation: Ralph als Schiedsrichter läuft aufs Feld, hockt sich neben mich und neben Antonio (Schildspieler) , sagt ihm schnell 1-2 Dinge und verschwindet wieder vom Platz .....Exzellent.

Großen Dank geht an der Stelle an Hogan, Ralph, Furby, Garfield, Steffen, Pierre, Max, dem netten Herren mit dem schwarz-weißen Kopftuch und unserem Verracos-Dolmetscher (bitte gebt mir nochmal die letzten beiden Namen).

Der Ausschluss von Spielern und Teams sollte meiner Meinung nicht vorsätzlich geschehen, das ist in meinen Augen der falsche Weg!!!! Auch was das "Ultimatum" im eigentlichen Sinne angeht, finde ich, dass da schon Ergebnisse akzeptiert wurden, der Kind schon in den Brunnen gefallen ist.....
Auch bin ich der Ansicht, dass Turnierorganisationen mit dem Ausschluss von Mannschaften durch ihre Aktivitäten AUF DEM FELD nichts zu tun haben dürfen, insofern sie keine Schiedsrichter stellen.

Ja , die Organisation kann mit dem Abstellen von geeigneten Schiedsrichtern großen Einfluss nehmen, aber darüber hinaus lediglich alle Aktivitäten neben dem Feld sanktionieren. So wird das im Sport immer gehandhabt. Tatsachenentscheidungen von Schiedsrichtern , alles was nicht gesehen oder abseits vom Platz geschieht, kann von außen bestimmt werden.
Zuletzt geändert von Rigor_Tobi am So 21. Sep 2014, 12:32, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Betrug auf hohem Niveau

Beitrag von Rigor_Tobi » So 21. Sep 2014, 10:34

sairence hat geschrieben: Nach der DM wurde ich auch von mehreren Setanta-Spielern angeschrieben und der derzeitige Tenor ist das Setanta Turnieren in Zukunft komplett fernbleiben wird, wenn TE dort zugelassen werden sollte.
Das ist arg und betrübt mich sehr. Das erklärt auch, warum die Teilnahme vom ATUN CUP zurückgezogen wurde. Die Ankündigung dieser Begründung von irischer Seite ist meiner Meinung nach wichtig um international zu kommunizieren und so etwas in Zukunft zu verhindern.
Zuletzt geändert von Rigor_Tobi am So 21. Sep 2014, 11:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Betrug auf hohem Niveau

Beitrag von Kathrin » So 21. Sep 2014, 11:19

Yannick hat geschrieben:@Kathrin: Ich empfinde deinen Beitrag als unfair gegenüber der Orga. Die Argumentation gegen die TE vor dem Tunier war stets eine politische. Es wurde politische Aussagen, die Symbolik und die politische Ausrichtung der TE diskutiert. Auch die Geschichte mit den Tank Girls, die wenn sie so stattgefunden hat sicherlich als krass unsportliches Verhalten zu werten ist, wurde immer nur aus politischer Sicht betrachtet. Von "politischen" Zwischenfällen auf dem Tunier ist mir nichts bekannt, also scheinen sie was diesen Punkt angeht entweder tatsächlich geläutert zu sein, oder aber der druck und die Beobachtungsdichte reichten aus, um derartiges Verhalten zumindest für dieses Wochenende "abzuschalten". Da ist der Orga also schonmal nichts vorzuwerfen. Das sich statt dem politischen bei den TE der sportliche Abgrund öffnen würde, war zumindest für mich, dessen "Wissen" über die TE sich komplett auf deutsche Diskussionen stützt, so nicht erwartbar.

Das mit dem allgemein unsportlichen Verhalten seh ich ein. Das wurde wirklich wenig diskutiert. Wenn aber einem Team Rassismus vorgeworfen wird und als Beispiel grob unsportliches Verhalten gegen ein irisches Team genannt wird, dann wäre es sinnvoll gerade auf ein Spiel zwischen diesen beiden Partein ein Auge zu werfen, wenn einen das Thema tatsächlich interessiert und man die Vorwürfe der Iren ernst genommen hätte. Genau da liegt aber meiner Meinung nach das Problem. Ich empfinde die Orga als relativ unreflektiert (siehe den Beitrag von Hahn, der noch mal einige Beiträge der Orga zusammengefasst hat. Ob Hahns Tonfall angemessen war oder nicht, sei mal dahin gestellt). Ich persönlich hätte mir einfach gewünscht, dass sie da mehr Eigeninitiative zeigt, nachdem sich etliche Teams im Forum beschwert haben und die Diskussion bei vielen mit "jetzt ist das Kind ja eh in den Brunnen gefallen" und nicht mit "oh, ihr habt Recht, wir sind überzeugt" endete.

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Re: Betrug auf hohem Niveau

Beitrag von Moritz » So 21. Sep 2014, 13:50

Ich stelle mal eine These auf: Jugger haben einfach nicht die Eier, mal durchzugreifen. Alle stimmen darin überein, dass das Spiel GAG vs. Tercios unfair war - also nicht nur die spielenden Mannschaften, sondern ALLE ZUSCHAUER (und das waren vielleicht knapp 100?). Irgendjemand hat gesagt, die Orga (oder die Schiris) seien kurz davor gewesen, das Spiel abzubrechen. Warum wurde das nicht getan? Warum wurden nicht beide Mannschaften ausgeschlossen? (Hier spielt meine persönliche Meinung, auf welcher Seite die Unfairness größer war, keine Rolle.) Warum wird das Spiel nicht im Nachhinein als ungültig erklärt? Warum wurde im Laufe des Turniers nicht ein einziger Spieler ausgeschlossen? Und das betrifft nicht nur dieses Spiel: Wenn so viele Leute gesehen haben, dass ein Terciosmitspieler die Irin so boswillig verletzt hat, warum wird der Spieler nicht ausgeschlossen? Oder mal eine ganz andere Sache: So weit ich weiß, hat Saman im Finale Schiedsrichter Ralph als parteiisch beleidigt - warum wird Saman nicht einfach rausgenommen? Das ist jetzt auch eine direkte Kritik an den Schiris des Finale und dabei ist es mir egal, ob nur noch drei Steine zu spielen waren. Hier fällt immer wieder das Wort "Konsequenzen", aber in der Realtität erschöpft sich das darin, dass man einen Spieler runterschickt oder mal eine Wiederholung gibt. Dagegen braucht man keinen Schiedsrichterlehrgang - da braucht man einfach mal den Willen, Spielern oder Teams Sanktionen aufzuerlegen, die halt auch Sanktionen sind und nicht nur Moderationen.

Jetzt wird vorgeschlagen, dass wir Schiedsrichter schulen. Das ist prinzipiell eine gute Idee, hat aber überhaupt nichts mit dem Problem zu tun. Beff hat den Tercios vorgeworfen, dass sie bescheißen, wenn keiner guckt oder nur Ungeübte gucken. Wollen wir jetzt Jugger generell oder in den interessanten Partien mit 12 Schiedsrichtern spielen? Um mal einen Betreuer von einem jungen Team auf der DM zu zitieren: "Dann brauchen wir gar nicht mehr [mit Jugger] anfangen." Ich hätte Jugger gerne so, dass Teams miteinander spielen können, ohne dass jeder einzelne Spieler eine unparteiische Fußfessel hat. Es wird immer wieder gesagt, dass man Jugger nur mit Fairness spielen kann. Die DM scheint das zu widerlegen.

Dieser Thread geht schon wieder in die falsche Richtung. Es ist mir egal, ob es vor der DM um Politisches ging und während der DM um Sportlichkeit und Fairness. Wir haben jetzt folgende Situation: Ein Team (Tercios) hat in mehreren Spielen offenbar sehr unfair gespielt und hat Gegner verletzt. Eines der Spiele wurde von zahlreichen Zuschauern beobachtet, die sich auch einig darin sind, dass es eines der unfairsten Spiele war, die sie jemals gesehen haben. Wird dieses Team auf unbestimmte Zeit gesperrt? (Ich bin dafür, aber tatsächlich müssen sich hier potentielle Turnierveranstalter dazu äußern. Und die Community muss das kollektiv tragen und unterstützen.) Ein Team (Grünanlagenguerilla) hat sich nach Einschätzung vieler vom Gegner mitreißen lassen und zumindest übertrieben hart gespielt. Gibt es vorgeschlagene Konsequenzen? (Man könnte etwa die Platzierung aberkennen.)

1. Ich habe zwei Fragen an die Gegnerteams:
@Zonenkinder: Erkennt ihr euer Gruppenspiel gegen die Tercios Espanoles ausdrücklich und nachträglich nicht an?
@Grünanlagenguerilla: Erkennt ihr euer Zwischengruppenspiel gegen die Tercios Espanoles ausdrücklich und nachträglich nicht an?

2a. Falls die Zonenkinder und die Grünanlagenguerilla beide affirmativ antworten möchte ich bei der DM/WM-Orga beantragen, dass Tercios Espanoles nachträglich der zweite Platz aberkannt wird.
2b. Unabhängig davon möchte ich bei der DM/WM-Orga beantragen, dass das Zwischengruppenspiel Grünanlagenguerilla vs. Tercios Espanoles für ungültig erklärt wird.
(Das ist nicht damit verbunden, dass der weitere Turnierverlauf dadurch ungültig wird. Das ist ein formaler Akt in Bezug auf dieses einzelne Spiel.)

3a. @all: Ich möchte mich zudem hiermit innerhalb der deutschen Juggercommunity für einen Konsens aussprechen, Tercios Espanoles auf unbestimmte Zeit von Turnieren auszuschließen.

Manch einer mag sagen, dass es besser gewesen wäre, wenn das schon auf dem Turnier passiert wäre. Aber das ist jetzt egal und wir müssen jetzt niemandem verzögertes Handeln vorwerfen, wenn wir das Problem behandeln wollen.

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Re: Betrug auf hohem Niveau

Beitrag von Nocterus » So 21. Sep 2014, 14:22

Rigor_Tobi hat geschrieben: Großen Dank geht an der Stelle an Hogan, Ralph, Furby, Garfield, Steffen, Pierre, Max, dem netten Herren mit dem schwarz-weißen Kopftuch und unserem Verracos-Dolmetscher (bitte gebt mir nochmal die letzten beiden Namen).
@Tobi: Guten Tach, ich bin der Herr mit Kopftuch, man nennt mich Julz ;-)

@Topic:

Erstmal vielen Dank für die vielen ausführlichen Posts.
Ich bin zwar ein rechter Neuling im Gegensatz zu den meisten hier die sich beteiligen, trotzdem möchte ich gerne meine Meinung schildern.

Ich kenne natürlich die im Vorfeld entstandene Diskussion über TE. Egal ob politisch oder sportlich. Ich habe im Vorfeld auch diverse Videos gesehen (ganz generell von guten Mannschaften und da gehört TE auch dazu)


An der DM selber habe ich Samstags nur ein Spiel verfolgen können TE <--> Grünalagenguerilla:
das war das einfach nur Massaker. Ich habe da nichts von dem Sport wiedererkennen können, den ich in kurzer Zeit lieben gelernt habe.

Am Sonntag hatte ich die große Ehre ein persönlicher Aufpasser für eine TE Linie zu sein. Im Finale gegen RM ist einiges anders gelaufen. Und TE hat da fair gespielt (wahrscheinlich deswegen auch unterlegen)
Ich frage mich vorallem eines: Sie sind kein schlechtes Team, warum haben Sie dann es nötig zu bescheissen?

Generell: wenn ein Team so ein Verhalten an den Tag legt, muss der Hauptschiri sanktionieren. von Ausschluss von Spielzügen, Juggwechsel bis hin zu Punktevergabe oder im Ernstfall Abbruch des Spiels und Sieg des Gegners mit 5:0


@Schiridiskussion generell:

Ich habe an der DM insgesamt 11 Spiele als Hauptschiri und eines als TE Aufpasser bestritten.
Schiri sein, ist gelinde gesagt, n Scheissjob. Vorallem in emotionsgeladenen Spielen bekommt man viel Unwillen ab. (SOLLTE meiner Meinung nach nicht sein, da Schiris auch nur Ihren Teil beitragen und Menschen sind. Fehlentscheidungen zählen dazu, weil menschlich)

Die Ansage der Orga für Schiris: "Wenn die Teams sich einig sind, dann geht das vor" fand ich persönlich sehr gut. Es gab einige Spiele im unteren 32 Bereich, wo ich als Schiri anders als die Mannschaften entschieden hätte.
Es gab aber auch Situationen in den man sich durchsetzen musste.
Trotz starker Stimme ist dies nicht immer möglich (meine Stimmbänder haben am Montag "Fuckyou" gesagt)
Selbst mit Argumentation und Hilfe der Malis sind manche Mannschaften nun mal nicht zu überzeugen und es muss dann ne Ansage geben.

Zu Schirilehrgängen: Jein;
Einerseits ne super Sache, andererseits schwierig zu gestalten da viele Situationen in den man entscheiden muss nur in einem "realen" Spiel vorkommen. Das plastisch abzubilden ist denke ich sehr schwer.

So meine 2 Cents zum Thema,
zerreist mich nicht ;-)
Julz
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Bisherige Performances:
Lahnveilchen Gießen, Gossenhauer, Bavarian Mayhem, Dropkick Cologne

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