End-Tip erlauben/verbieten?

Diskussionen um das Regelwerk
Mark
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End-Tip erlauben/verbieten?

Beitrag von Mark » Di 18. Sep 2012, 12:47

Hallo liebe Juggergemeinschaft,
bei der Deutschen Meisterschaft wurde von den Spaniern ein Q-Tip mit einer verkürzten Seite benutzt(ein sogenannter End-Tip). Die Maße sind ungefähr Schlagfläche 1: 20cm, Griff: 80cm, Schlagfläche 2: 60cm.

Ich möchte hier eine Diskussion anregen ob sowas in Deutschland erwünscht und erlaubt sein sollte und meine Eindrücke von dieser Pompfe darstellen.

- Die Pompfe ist sehr wendig vergleichbar mit einer Langpompfe, die hintere Seite stört nur minimal.
- Der End-Tip ist verglichen zu einer Langpompfe leichter, da die zweite Schlagfläche 40cm weniger Polsterung hat.
- Schlagfläche 1 wirkt als Gegengewicht, somit entfällt schweres Blei zur Austarierung der Pompfe.
- Der Hebel mit max. 80cm ist ebenbürtig zu dem eines Q-Tips oder eines Stabes, somit ist die Pompfe bei einem Druckduell den beiden anderen ebenbürtig.
- Das Blockverhalten ist der einer Langpompfe überlegen. Mit dem längeren Griff ist hier eine weitere Option zum Blocken gegeben.
- Versucht man so einen End-Tip auszuhebeln, wie es mit der Langpompfe gemacht wird, erfolgt beim End-Tip ein Angriff mit der 2ten Seite. Dies macht die Pompfe wieder stärker als eine Langpompfe
- Angriffe mit der zweiten Schlagfläche stellen eine große Gefahr dar. Es ist gut möglich aufgrund der verkürzten Schlagfläche jemanden mit dem harten Griff oder mit der Faust zu erwischen.


Es wurde davor angesprochen, dass Langpomfen generell im Nachteil sind. Dies kann ich nicht bestätigen. Bei dem 1 vs.1 Turnier in Hannover haben ca. 30 Spieler aus unterschiedlichen Pompfengattungen teilgenommen. In der Top 8 waren die Langpompfen mit 5 Spielern überdurchschnittlich stark vertretten.

Sollte diese Regelgrauzone weiter existieren, vermute ich, dass die meisten Langpompfer auf den stärkeren End-Tip übergehen werden. Wie man am Hannoverschen 1vs.1 Turnier sieht, ist die LP eine bereits beliebte und gefährliche Pompfe. Ich sehe hier keinen Handlungsbedarf um eine ähnliche noch gefährlichere Pompfe zu erschaffen.
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Re: End-Tip erlauben/verbieten?

Beitrag von Ein Uhu » Di 18. Sep 2012, 13:10

Wenn gewollt:
Eine Aufnahme der definierten Längen von Griff- und Schlagflächen ins Regelwerk (Q: Schlagflächen inkl. Stechspitzen á 60 cm, Griffläche 80 cm) würde, bei minimaler Verdetailierung der Regeln, die Grauzone aufheben und einen End-Q verhindern, da Schlagflächen schon jetzt qua Regeln gepolstert sein müssen.
Hierbei würde natürlich zum Verhindern der Regel-Ausreizung die derzeitige Freiheit im Bauen beschränkt werden (=weitere Standartisierung).
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Re: End-Tip erlauben/verbieten?

Beitrag von leisa » Di 18. Sep 2012, 13:17

ich bin auch von der "übermächtigkeit" des geräts überzeugt (marks argumentation), und würde es auch ungern zulassen. die schläger sind bisher gut ausgeglichen und werden alle gerne gespielt (naja, die zweihänder :P).

in dem zusammenhang: ich hätte auch gerne die erdachten abmaße im regelwerk (mit bildern oä)
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Re: End-Tip erlauben/verbieten?

Beitrag von Guardian » Di 18. Sep 2012, 13:21

leisa hat geschrieben:ich bin auch von der "übermächtigkeit" des geräts überzeugt (marks argumentation), und würde es auch ungern zulassen. die schläger sind bisher gut ausgeglichen und werden alle gerne gespielt (naja, die zweihänder :P).

in dem zusammenhang: ich hätte auch gerne die erdachten abmaße im regelwerk (mit bildern oä)
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Re: End-Tip erlauben/verbieten?

Beitrag von Tekay » Di 18. Sep 2012, 13:21

Die Pompfe klingt sehr nach der "Axt", die wir in Darmstadt haben. Interessant, dass auch die Spanier schon auf diese Idee gekommen sind. Ich finde die Pompfe im Prinzip toll, würde aber aufgrund der Vorteile, die sie bietet, die Reichweite um ca. 10-20cm gegenüber dem Q-Tip einschränken. Ich mag sie insbesondere auch deshalb, weil sie vom Spielstil her am nächsten an die Waffe aus dem FIlm herankommt.

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Re: End-Tip erlauben/verbieten?

Beitrag von funkyfrood » Di 18. Sep 2012, 15:21

Tekay hat geschrieben:Die Pompfe klingt sehr nach der "Axt", die wir in Darmstadt haben.
Was habt ihr denn für eine Vorstellung von einer Axt?! :shock:

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Re: End-Tip erlauben/verbieten?

Beitrag von Beff » Di 18. Sep 2012, 21:31

Man könnte auch in den Regeln festhalten, dass der Q-Tip von den Maßen her symmetrisch sein muss. Ist auch nur ein Wort, das es nicht viel komplizierter macht und die Regellücke schließt.

Begründung: Einige (sehr) wenige benutzen mit Absicht kürzere Q-Tips, weil das Handling von 60+80+60 cm einfach schwieriger ist, als das von 50+80+50 cm.
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Re: End-Tip erlauben/verbieten?

Beitrag von Token » Di 18. Sep 2012, 22:54

Ich finde auch, dass der End-Tip so wie er bei den Spaniern genutzt wurde Leistungsmäßig nicht ganz ausgewogen zu den andern ist, aus genanten Gründen.

Ich wäre aber dafür statt ihn zu verbieten lieber nach Regeln zu suchen, dass er mit den anderen Pomfen auf einem Level spielt.

Grundidee jeder neuen Pomfe ist natürlich, dass man auch anders mit ihnen spielt als den schon da seienden. So dürfte so eine End-Tip nicht eine der anderen Leistungsmäßig ersetzen sondern müsste neue Akzente in das Spiel bringen.

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Re: End-Tip erlauben/verbieten?

Beitrag von Lunever » Mi 19. Sep 2012, 00:47

Meiner Erfahrung nach bietet eine größere Variation an Pompfen mehr Spielspaß, weil man so besser Pompfen für seinen persönlichen Kampfstil anpassen kann. Länge ist kein Ersatz für Technik.

Jüngstes Beispiel: Ich hab mit der längeren australischen Langpompfe gegen einen Trierer Spieler trainiert, der seine quasi deutsche Langpompfe extra noch kürzer als normal gebaut hat, weil sie ihm so besser liegt, und die Effizienz, die er damit an den Tag legt, gibt ihm recht.

Anderes Beispiel: Der australische Stab. Ist nicht länger, läßt sich aber flexibler greifen, was gerade manchen Stockfechtern viel mehr liegt, als der herkömmliche Stab. Ich würde nicht sagen, daß eine wie auch immer geartete Pompfenvariante das Potential zur Übermacht hat. Starke Reglementierung hingegen bewirkt, daß ein Kampfstil, der einigen Leuten liegt, auch anderen Leuten aufgezwungen wird, denen er nicht liegt, und denen so nicht gestattet wird, ihr eigenes, persönliches Optimum zu finden.

Ich kann nur immer wieder sagen, mehr Vielfalt wäre toll, natürlich immer vorausgesetzt, daß nie die Sicherheit kompromitiert wird.

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Re: End-Tip erlauben/verbieten?

Beitrag von Guardian » Mi 19. Sep 2012, 07:43

Lunever hat geschrieben:Ich würde nicht sagen, daß eine wie auch immer geartete Pompfenvariante das Potential zur Übermacht hat.
Ich schon... Warum? hab ich schon viel zu oft erklärt...
Lunever hat geschrieben:Starke Reglementierung hingegen bewirkt, daß ein Kampfstil, der einigen Leuten liegt, auch anderen Leuten aufgezwungen wird, denen er nicht liegt, und denen so nicht gestattet wird, ihr eigenes, persönliches Optimum zu finden.
Soetwas nennt man dann Training...
Beim Handball darf ich auch nicht mit dem Fuß spielen, nur weil ichs damit besser kann... Weniger Spielspaß zu unterstellen finde ich vermessen... Denn genau diese Eigenarten machen den Sport aus und sorgen für ein faires Spiel... Sonst sind wir bald, wie hier auch schonmal angemerkt, bei Messern, Wurfbällen und Pfeil und Bogen angekommen...

Ich bin der Meinung, dass 6 Sportgeräte und 7 Kombinationen ausreichend Freiheiten bietet, um seinen Stil zu finden... Was die Freiheit der Gestaltung angeht, ist bisher auch alles ok gewesen (kettenfänger, Manchetten, usw.), darum bin ich auch Vertreter dessen, dass die Pompfen in ihren Formen festgelegt werden und entsprechend in den Größen die Verhältnisse eingehalten werden müssen, ohne die Maximalmaße zu überschreiten
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