Juggerlabor Bochum/Testturnier 5statt8: Ergebnis Fragebogen

Diskussionen um das Regelwerk
Gerd
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Juggerlabor Bochum/Testturnier 5statt8: Ergebnis Fragebogen

Beitrag von Gerd » Mo 10. Okt 2016, 22:42

Ich habe die Ergebnisse zusammengetragen. :schreiber:

Die Ergebnisse dürften einige Leute überraschen (mich hat es jedenfalls überrascht! :o ):

TROMMELWIRBEL

1. Relativ sicher ist, dass die 8 Steine nicht mehr die breite Zustimmung finden.
2. Ob 5 Steine die gewünschte Lösung ist, bleibt offen.
3. Die Frage "Warum 8 Steine?" ist zurecht gestellt worden.
4. Einige der in der Diskussion genannten Argumente - auf beiden Seiten - werden von den Spielern in den Fragebögen nicht bestätigt oder sind de facto irrelevant.

Das Testergebnis ermutigt jedenfalls zu weiteren Testturnieren und ich kann den Turnierorgas nur empfehlen, Mut zu finden an der "8-Steine-Baustelle" weiterzubauen, zu testen und sich über die Tests auszutauschen.

Im Anhang sind zwei Dateien: Eine Excel-Datei mit den Rohdaten, eine Word-Datei mit den duchschnittlichen Ergebniswerten. Wer mag, möge die Daten weiter analysieren und noch Diagramme anlegen oder so. Vielleicht haben wir ja einen motivierten Profi dafür unter uns.

Ich wünsche viel Vergnügen bei der Lektüre.

Vielen Dank nochmal an alle, die mitgemacht haben!

Teilnehmende Mannschaften:

Juggerhaufen Bochum (Bochum)
Avengers (=Bochum, Wuppertal, Hagen)
Die Kurzen (Wuppertal, Hagen)
Jugg The Ripper (Hagen)
Hannover Haumichblau (Hannover)
Lokomotive Black Ninja (Göttingen)
Flying Juggmen (Bonn)
Jugger Ahaus (Ahaus)
Cervisia Ultima (Duisburg)
Dateianhänge
Fragebogen-Ergebnis.docx
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Testergebnis Fragebogen.xlsx
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Nur weil man paranoid ist, heißt das nicht, dass man nicht auch verfolgt werden könnte!

Tingeltangelbob
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Re: Juggerlabor Bochum/Testturnier 5statt8: Ergebnis Fragebo

Beitrag von Tingeltangelbob » Di 11. Okt 2016, 01:48

Was ist das für 1 Jugger? :hmm:
5/8 Kette. Lange diskutiert. Endlich getestet. Tatsächlich war die Testreihe aufschlussreich und hat viel Spaß gemacht. Es war schön im Team der Juggmen mitzutesten. Wir hatten eine Kette. Ich war hauptsächlich Antikette, spiele aber seit einem Jahr auf Turnieren auch Kette. 33 Spieler hatten mit dieser Regel nach eigener Aussage tendenziell mehr Spaß als sonst (Siehe Frage 6.7 bei 9 enthaltend/9 ablehnend). Offene Grundhaltung für die neue Regel also, obwohl natürlich auch die schöne Stimmung auf dem Turnier und das gute Wetter dazu beitrugen. Schön, dass 28 tendenziell wieder mit der Regel spielen würden - dabei 12 ablehnend und 12 enthaltend. Für mich lassen sich einige Schlüsse ziehen, die hier näher erläutert werden sollen...

Frage 1.0 Ketten sind weiterhin bedrohlich und behalten auch als 5er ihre Sonderstellung. (Vergleiche 4.5)
2.0 Sieben Kettenspieler fühlten sich nicht häufiger abgeschlagen. 5 Schon, bei sechs Enthaltungen.
3.0 Sehr spezieller Fall. Halte ich nicht für relevant. Schließe aus der Nichtrelevanz auch die Hohe Ablehnung.
4.1-4.4 Kaum Veränderungen beim Teamspiel durch die schwächere Kette.
6.1-6.4 und 7 Finde ich sehr relevant :!: Es scheint als wird durch 5erKette eine hohe Fehlerquelle im Spielablauf behoben. Spieler und vor allem Schiedsrichter sehen darin Vorteile. Könnte man eurer Meinung nach durch die Einführung der 5er Kette zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und das Problem der häufigen Wiederholungen lösen? :?: Später dazu noch einmal mehr...

Aus persönlicher Erfahrung sollte dazu gesagt werden, dass die entspannte Grundstimmung auf dem Turnier zu dieser Tendenz im Fragebogen beigetragen hat. Wir hatten keine unfairen Begegnungen oder Begegnungen mit vielen Unstimmigkeiten. Ich müsste zur Beantwortung dieser Fragen noch einmal unter höherem Wettbewerbsdruck mitten in der Saison testen. Wenn man aber an die vielen Halbfinals und sogar Finals bei größeren Wettbewerben denkt, bei denen die 8erKette konsequent und fast strukturell ignoriert wurde, ist die Vereinfachung des Spielablaufs für Spieler und vor allem Schiedsrichter ein starkes Argument für die 5erKette.

6.6 zeigt dass die Regeländerung der 5erKette die Spieldynamik nicht in ihren Grundfesten angreift. Normale Züge waren von der 5erRegel kaum beeinflusst uns konnten schnell zum Jugg geführt werden.

Gut finde ich das Zusatzkommentar eines Spielers im Fragebogen bezüglich 5erKette "Spielablauf wird übersichtlicher, einfacher und fairer" Dem kann ich aus meiner persönlichen Sicht uneingeschränkt zustimmen. :applaus:

Tingeltangelbob
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Re: Juggerlabor Bochum/Testturnier 5statt8: Ergebnis Fragebo

Beitrag von Tingeltangelbob » Di 11. Okt 2016, 02:14

Fragen im Bereich 5: (long read, leicht offtopic, daher neuer post)

Eine große Problematik, bei der es eine 50/50 Front zu geben scheint, ist die Frage nach der Spielmoral beim Doppel. Die Juggerschaft scheint sich nicht einige zu sein, ob "eventuell gleiche Leistung" im Doppel, moralisch-idealistisch argumentiert, mit gleicher Strafzeit versehen werden müsste. (Dies ist auch in den vorangegangenen Diskussionen immer wieder diskutiert worden) Ist es eine gleichwertige Leistung von Antikette und Kette einen Treffer gesetzt zu haben? Schwierige, tendenziell subjektive und vor allem nur im Sinne von Regelmoral und daher theoretisch beantwortbare Frage.

Ich persönlich sehe das wie 24 Spieler in Frage 9.6 (17 ablehnend/ 9 enthaltend)
"9.6 Ich denke, ein Doppel zwischen Kette und Antikette sollte dazu führen, dass beide Spieler gleich lang inaktiv sind, da sie sich ja gleichzeitig getroffen haben (obwohl beide Mannschaften eine Kette haben dürfen, es also keine einseitige Benachteiligung zwischen den Mannschaften gibt)."
Ich spiele defensiv Antikette. Das heißt hinhalten, blocken, wickeln und einzeln. Ein Kettendoppel kommt bei mir selten vor und bedarf für mich besonderer Leistung. Daher sehe ich es als richtig an meinen Treffer und den Kettentreffer gleichwertig zu setzen.


Warum diese Problematik nicht mit einer Regelerweiterung auflösen? So wären verschiedene Lösungen vorstellbar:

Bei 8er Kette:

Entweder: "Der Kettenspieler muss nach einer Doppelsituation ausreichend Abstand vom abgepompften Nahpompfer gewinnen und darf ihn nicht bedrohen. Er darf andere Spieler die geeinzelt wurden oder von anderen Spielern abgepompft wurden bedrohen. Den Spieler aus dem Doppel darf ihn erst wieder bedrohen, wenn er aufgestanden ist."

("Bedrohen meint den guten alten "Kettenpinn" - daher: Schwingen in Nähe des Knienden. Jeder kennt's, jeder weiß dass es zu 80/90% je nach Nähe des Schwungs genau so effektiv ist wie ein normaler Pinn. Daher ist "Kette kann nicht pinnen" kein Argument für die 8 Steine der Kette, was jedoch im Fragebogen nur 15 so wie ich sehen und 25 als Begründung für die Stärke der Kette ansehen. Gute Frage für den nächsten Fragebogen wäre also, wie oft ein "Bedrohen" durch die Kette beim Aufstehen abgewehrt werden konnten. Ist ja erstmal nur eine These, dass man zu 80/90% nicht aufstehen kann.)

Oder umgedrehte Verantwortung + 8erKette + 5erKette bei Kettedoppel: "Bei einem Doppel verteilt die Kette nur 5 Steine. Im sonstigen Spiel 8 (oder 6/7) Steine. Nach einem Doppel in dem die Kette involviert ist, darf die Kette danach nicht von dem Nahpompfer aus dem Doppel gepinnt werden."

Bei 6er Kette: "Die Kette darf ihren zusätzlich Stein zum aufstehen nutzen, aber nicht den noch abwartenden Nahpompfer nicht bedrohen. Erst wenn dieser wieder aufgestanden ist, darf er wieder bedroht und abgepompft werden."

Nachteile: (Sollen an dieser Stelle vor allem in Hinblick auf die vielen 6er Kette Fans aus 10.3 gennant werden. To be continued...)
- Absichtliches oder unabsichtliches Verzählen nicht entgültig verhindert
- Während des einen Steins kann ein anderer Spieler den Spieler pinnen
- Kette immer noch mit 1 Stein mehr belohnt bei gleicher Leistung: "Treffer gesetzt"

Bei 5er Kette: Entweder: "Nach einem Doppel mit einer involvierten Kette darf der zuvor gedoppelte Kettenpieler nicht gepinnt werden."
(Nachteil: Große Änderung im Spielsystem. Vorteile werden noch erläutert im allgemeineren Teil unten)

Zusatz: "Nahpompfer und Kettenspieler müssen nach einer Doppelsituation ausreichend Abstand voneinander gewinnen und können entweder ein erneutes Duell auspompfen oder sämtliche andere Aktionen vollziehen" Mir ist bewusst, dass "ausreichend Abstand" schwammig ist, aber da appelliere ich an den fairen Sportsgeist sich auf Kettenlänge zurückzubewegen und nicht sofort in die Kette reinzuspringen. Man könnte natürlich auch sagen: "Nahpompfer und Kettenspieler müssen nach einer Doppelsituation auf Kettenlänge voneinander entfernen und entweder ein erneutes Duell auspompfen oder sämtliche andere Aktionen vollziehen"

Erweiterbar auf das ganze Spiel! :keule:
Wie oft kommt es vor, dass jemand einen Vorteil daraus zieht im Doppel zu schnell gezählt zu haben? Oder es kommt zu einer Diskussion. Der eine Spieler zählt schon während der Diskussion. Der andere steht noch, weil er vielleicht kein Doppel annehmen will. Letztendlich gibt er nach. 2 Steine später ist der, in diesen Fall im Unrecht liegende Diskutant, wieder aufgestanden und pinnt dich. So konnte der Gegenüber einen Vorteil aus der Situation ziehen. Es muss Wiederholung geben. Falls der Schiedsrichter etwas gesehen hat. Ist Doppel nicht DIE WIEDERHOLUNGSSITUATION überhaupt?

Wie fändet ihr es wenn man für jedes Doppel einführen würde :?: : "Nach einem Doppel darf der zuvor Gedoppelte nicht gepinnt werden."
(Vor allem in Kombination mit 5er-Kette sinnvoll, aber auch bei einer 8er Kette.)

Entschuldigt die Inspiration die ich aus der 5/8 Steine Diskussion nahm, die mich etwas Offtopic geführt hat. :spam:

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Re: Juggerlabor Bochum/Testturnier 5statt8: Ergebnis Fragebo

Beitrag von FlyingCookie » Di 11. Okt 2016, 12:46

Frage 9.9 sollte vielleicht auch in Bezug zur Spieldauer genommen werden. Da ich weniger als ein Jahr spiele, kann ich mich noch sehr gut daran erinnern, dass der häufigste Fehler zu Beginn die 8 Steine waren.
Ich würde behaupten, dass die es mindestens leichte Unterschiede zwischen Spieler unter einem Jahr Erfahrung und deutlich mehr Erfahrung gibt.

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Re: Juggerlabor Bochum/Testturnier 5statt8: Ergebnis Fragebo

Beitrag von Mike_L » Do 13. Okt 2016, 01:30

Ich gebe zu bedenken, dass
1. Die Abstimmung nach nur 4 Spielen (zudem noch Satz-System) pro Mannschaft gemacht wurde
2. Die Spielzüge waren sehr häufig nach ~7/8 Steinen vorbei, ob man nun ab dem 3-4 Stein nun 5 oder 8 Steine warten musste fiel nicht ins Gewicht und deswegen scheint es keinen Unterschied zu machen
3. Zum Thema gleiche Leistung: bei einem Kettendoppel sitzt die Kette automatisch 11 Steine, da der Pompfer im irischen Doppel sich anstrengen muss, beim Aufstehen langsamer als eine Kette zu schlagen (Nein ich sehe dieses Kette-nach-vorne-werfen beim Aufstehen - auch als Kette - nicht als Schwung)
4. Natürlich möchte ich als Anti-Kette nur 5 Steine absitzen und nicht 8. Bei weniger Ketten als reine Pompfer, ist das Ergebnis wenig überraschend

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Re: Juggerlabor Bochum/Testturnier 5statt8: Ergebnis Fragebo

Beitrag von Joni » Do 13. Okt 2016, 21:35

Ich finde es gut, dass ihr das gemacht habt, und fände eine 5-Steine-Kette im kommenden Jahr durchaus ausprobierenswert. Gerade was den Einfluss auf längere Spielzüge angeht, ist da aber sicherlich noch (Er-)Forschungsspielraum und der sollte auch genutzt werden. Guter Ansatz, weitermachen und verbessern :)
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Re: Juggerlabor Bochum/Testturnier 5statt8: Ergebnis Fragebo

Beitrag von thebigbadwulf » Fr 14. Okt 2016, 11:17

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Zuletzt geändert von thebigbadwulf am Sa 15. Okt 2016, 08:00, insgesamt 1-mal geändert.
morgen ist der tag vor übermorgen also gestern

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Re: Juggerlabor Bochum/Testturnier 5statt8: Ergebnis Fragebo

Beitrag von Linus » Fr 14. Okt 2016, 20:10

@ thebigbadwulf
Es war nur die Rede, dass sich die alte Regel wohl nichtmehr unbedingt einer breiten Zustimmung erfreut, nicht, dass der 5-Steine Regel von der Masse zugestimmt wird.
Da Gerd die Idee einer 5-Steine Regel gut findet, ist er nicht neutral und ich bin der Meinung, dass wir ihm da auch zugestehen dürfen, dass er sich über Ergebnisse freuen darf, die seine Idee als nicht völlig weithergeholt zeigen.
Er hat die Ergebnisse in eine ihm sinnige Form gebracht und die Rohdaten veröffentlicht. Du kannst also alles nachvollziehen und selbst Statistiken erstellen. Der Fragebogen wurde vorher öffentlich diskutiert - jegliche Änderungswünsche hättest du damals einbringen können.

Die Gesamt-Aussagekraft des Turniers wurde bereits im Vorfeld als gering eingestuft und auch Gerd schien damit einverstanden. Es handelte sich lediglich um einen ersten Praxistest, der prüfen sollte, ob man das Thema weiterverfolgen oder direkt fallenlassen sollte.

Obwohl ich selber der 5-Steine-Regel eher skeptisch gegenüberstehe, finde ich gut was hier gemacht wurde. Ich finde es auch bemerkenswert, dass Gerd nach dem Gebashe noch die Geduld und den Elan gefunden hat das Ganze weiterzuführen und dabei bemüht zu sein, eine "möglichst" neutrale Herangehensweise zu finden. Wie gesagt, Gerd ist nicht neutral und ich sehe auch nicht wie wir das von ihm als Hauptbefürworter verlangen können.

Daher würde ich mich freuen, wenn die Diskussion nun etwas entspanter und offener geführt werden könnte als das bislang der Fall war. Interessant wären weitere imho Erfahrungsberichte von dem Turnier und ob Interesse daran besteht die Regel mal bei anderen kleinen Turnieren auszuprobieren.

Gerd
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Re: Juggerlabor Bochum/Testturnier 5statt8: Ergebnis Fragebo

Beitrag von Gerd » Sa 15. Okt 2016, 22:13

So, und jetzt mal ausführlich:

Alle Aussagen gelten ausschließlich für diesen Test.

Fragen 1, 3, 4.x, 8, 10.1: Weder das Gameplay mit und gegen die Kette noch die Wichtigkeit der Kette im Teamplay sind ernsthaft betroffen. Die Aussage „Dann nehmen wir keine Kette mehr mit“ trifft nicht zu.

Frage 2: Die Regelung führte zu mehr abgeschlagenen Kettenspielern, weil sie die Kette nicht schnell genug abgewickelt bekommen haben (5 von 18 haben das bestätigt). Das ist definitiv ein Nachteil für 5 Steine.

Frage 5: Doppel
1. Nach Auskunft der Spieler gab es im Schnitt je Match ein Doppel mit Kettenbeteiligung. Unterstellt, dass etwa die Hälfte der Spielzüge relativ schnell vorbei sind, und die inaktiven Spieler ohnehin nicht mehr oder erst zu spät hochkommen, bedeutet das, dass die Frage zum Aufstehen nach der Doppelsituation auf unserem Testturnier nur in jedem zweiten Spiel überhaupt relevant war.
2. Nach Einschätzung der Spieler gehen Duelle mit Ketten zu etwa 63 (bis 65)% als Einzel für die Kette aus. Demnach ist es grundsätzlich erst einmal eine gute Leistung für den Gegner, wenn er die Kette gedoppelt hat.
3. Nach Frage 9.6 finden die Spieler auch, dass es nur gerecht ist (24+/9/17-), wenn man bei gleichzeitigen Treffern gleich lange unten bleibt.
4. Mal ein anderes Beispiel: Doppel zwischen 2 Nahpompfern. Der eine spielt Schild, der andere Q-Tipp. Die beiden sitzen nach dem Doppel 70 cm voneinander entfernt. In dieser Situation dürfte der Q-Tipp regelmäßig im Nachteil sein. Damit hatte bisher noch nie jemand Probleme, warum soll das also jetzt bei der Kette so schlimm sein, insbesondere bei der geringen Relevanz (siehe oben)?
5. Die Regelung der Steine für die Kette sollte in Verbindung mit der Schwungregelung stehen. Meines Erachtens sollte ALLES als Schwung gelten, solange man nicht mit der Handinnenseite den Ball beschleunigt (meint: Den Ball greift). Bei dieser Regelung kann die Kette nach einem Doppel schon eher mit den Bewegungen der Nahpompfer mithalten und zusätzlich auch andere Spieler Quasi-pinnen, was eine echte Aufwertung wäre.

Frage 5.5
Hier gehen die Meinungen auseinander. 17 finden es richtig, 16 ist es egal, 13 finden es falsch, wenn Kette und Nahpompfe gleich viele Steine verteilen. Demnach sind gerade einmal 28% der Spielerschaft entschiedene Befürworter, jedoch 37% Ablehner der aktuellen Regelung, die eine „mächtigere“ Kette vorsieht. Wenn man nur diejenigen anschaut, die sich klar positioniert haben, sind das 43% dafür und 57% dagegen - für eine geltende Regelung nur eine schwache Unterstützung! Wer jetzt sagt „aber das sind doch alles Nicht-Kettenspieler, klar dass die dagegen sind!“ dem sei gesagt, dass das alles Juggerspieler sind und mit dem Spiel Spaß haben sollen – und nicht nur die Kettenspieler.

Frage 5.6
Geht in dieselbe Richtung und hat letztlich das fast gleiche Ergebnis wie die vorhergehende Frage 5.5: 16 wollen Ketten immer zuerst aufstehen sehen, 10 egal und 20 sehen dafür keinen Grund. Auch hier zeigt sich, dass die bestehende Regelung weniger als 50% Zustimmung erfährt – selbst wenn man nur die Leute zählt, die sich entschieden haben (16 pro/20 contra). Vielleicht kann ja die oben genannte Regelung (die zum Doppel, siehe 5.4) die befürchteten Härten für die Kettenspieler auffangen, so dass die Kettenspieler nach einem Doppel nicht völlig chancenlos dastehen?

Frage 6.1: Bestätigt einen Vorteil für 5 Steine: 2/3 der Spieler können sich mehr auf das weitere Spiel als auf das Herausfinden der Trefferquelle konzentrieren.

Frage 6.2: Kernvorteil für 5 Steine wird zweifelsfrei bestätigt (34 pro/7/10 contra): „Ich fand es einfacher, nach jedem Treffer immer nur bis 5 zählen zu müssen“. Das Spiel WIRD durch 5 Steine einfacher!

Frage 6.3: (25+/11/16-): Vorteil für 5 Steine bestätigt: Es gibt weniger Störungen im Spielablauf.

Frage 6.4 und 6.5: Für mich eine echte Überraschung…aber vielleicht auch gerade nicht? Die Spielzüge werden NICHT spannender – weder für den Spieler noch für den Zuschauer. Ich vermute jetzt einfach mal, dass der Unterschied einfach zu klein ist um sich auszuwirken? Die Gegenfrage, ob die Spielzüge sogar langweiliger werden, habe ich im Fragebogen gar nicht erst gestellt – auf die Idee war ich nicht gekommen…ich könnte mir aber auch nicht erkklären, wie das sein sollte?! Womit wir aber auch zur nächsten Frage kommen:

Frage 6.6 Relevanz
(33/9/9) sagen, dass es meistens völlig Hupe ist, ob der Gegner nun 8 oder 5 sitzt – Hauptsache, er ist unten. Der Spielzug ist eh schon vorbei, bevor der Gegner wieder hoch kommt. Damit treten sämtliche Vorteile, die eine 8-Steine-Regelung so mit sich bringt, ein Stück weit in den Hintergrund – einfach, weil sie zu selten zur Geltung kommen!

Frage 6.7: Das Spiel wird einfacher, übersichtlicher, es gibt weniger Störungen – aber es macht nicht mehr Spaß?! Mal ein Blick ins Detail: „Macht mehr Spaß“ sagen (5++/12+/17/7-/9--). Das macht 17+/17/16-! Es macht also mehr Leuten mehr Spaß, aber die Ablehnung der Contra-Fraktion fällt so entschieden aus, dass der Durchschnitt unter 3,0 fällt! Insgesamt ist die Antwort unbefriedigend, da die Gegenfrage „Macht weniger Spaß?“ nicht gestellt wurde, und man hier wohl bestenfalls reininterpretieren kann/muss, dass die 9 Totalablehner wohl weniger Spaß hatten als sonst. Die Gründe hierfür würden mich brennend interessieren. Vielleicht liegt es ja daran, dass das Spiel noch wilder und hektischer wird als es ohnehin schon ist (s.u.)

7.1: (27/13/12) Die Schiris sind der Meinung, dass es weniger Fehlerquellen auf dem Feld gibt. Ein weiterer Vorteil für 5 Steine wird bestätigt.

7.2 (23/13/15) Schiris sehen ebenfalls einen Vorteil darin, dass sie keine 8Steine-Zähler mehr überwachen müssen, sondern IMMER nur auf 5 Steine Zähler achten müssen. Andererseits macht das für immerhin 15 Schiris keinen großen Unterschied.

Frage 8 – Turnierausgang (14/12/26): Ob mit 5 oder 8 Steinen gespielt wird ist egal – das Ergebnis, welche Mannschaften gewinnen, bleibt das gleiche. Es wird also kein Team durch die Veränderung geschwächt? Immerhin 14 (Betroffene?!) sahen das nicht so! Würde mich mal interessieren, woran es genau lag? Kann es wirklich sein, dass man seine Kette in einem dermaßen starken Maß benötigt, dass das Team Spiele verliert, weil die Kette ihre Gegner nicht (mehr) lange genug runterschickt? Oder ist das Gegenteil der Fall, dass man also aus der Regelung den maximalen Vorteil ziehen konnte, und immer wieder ins Spiel eingreifen konnte, weil die gegnerischen Ketten einen ja nicht so lange runterschickt?

Frage 9.1: Hier täuscht der Durchschnittswert: 23+/8/21- ergibt dennoch einen Durchschnitt von unter 3,0. Den Vorteil 8 Steine als Ausgleichs zu „kann nicht abräumen“ sehen mehr Spieler ein als man auf den ersten Blick erkennen konnte! Gleichzeitig ist aber auch die Ablehnung sehr groß. Hier scheint es einen echten Meinungsunterschied in der Community zu geben.

Frage 9.2: Ein Ausgleich für das Unvermögen zu Blocken spielt dagegen anscheinend keine Rolle.

Frage 9.3: Nach Einschätzung der Spieler einzeln Ketten ihre Gegner zu etwa 65%. Die Einschätzung ist durch die Bank sehr homogen und verdeutlicht die Wichtigkeit eines Kettenspielers im Team.

Frage 94: Na, da ist man sich ja mal herzlich uneinig: 21+/10/21- denken, Kettenspieler sollen eine Sonderstellung beim Jugger haben. Ist wohl eine Glaubensfrage. Schaut man sich die bisherigen
Fragebogen-Ergebnisse an, wird diese (meiner Meinung nach durchaus vorhandene) Stellung durch die 5 Steine kaum geschwächt.

Frage 9.5 (25+/12/15-): Ja, die Kette kann nicht pinnen und braucht dafür einen Ausgleich. Ein geeignetes Mittel können die 8 Steine sein. Hier wird ein Vorteil für 8 Steine bestätigt. Eine Alternative könnte vielleicht sein, dies durch eine Regeländerung zum Schwung anzupassen (s. oben)

Frage 9.7 Entweder ist die Kette einfach zu lernen oder der Aufwand ist den Leuten egal. Jedenfalls muss man dafür nicht belohnt werden.

Frage 9.8 (30+/11/10-): Nun, das ist deutlich: Das Spiel WIRD schneller/wilder/hektischer. Nur – ist das jetzt gut oder schlecht? Für unsportlichere Menschen dürfte der Zugang schwerer werden, sportlichere werden es wohl genießen, denke ich. Hier darf gerne näher geforscht werden.

Frage 9.9: (27+/12/13-): Nachteil bestätigt: Das Spiel ist schwieriger zu lernen, die 8 Steine werden als Einstiegshürde für Anfänger gesehen – und als Fehlerquelle für Fortgeschrittene, denn die vergessen die 8 Steine ja auch ab und zu mal…

Frage 10.2 (28+/12/12-): Deutliche Zustimmung! Mehr als die Hälfte (53%) würde mit der Regelung wieder spielen wollen. Das ist eine eindeutige Aufforderung der Testspieler, die Regelung auch andernorts zu testen!

Frage 10.3: Man mache sich einmal die Mühe, und rechne die Werte für die Höchst- und Mindeststeine zusammen:
5: 36
6: 22
7: 9
8: 29
Demnach haben die 5 Steine die höchste Zustimmung mit 36 Punkten, gefolgt von 8 mit 29 Punkten, gefolgt von…6 (!?!) mit unerwartet hohen 22 Punkten. Und 7 Steine kommt auf 9 Punkte. Ist dies an sich schon deutlich, wird es beim Zusammenzählen der nächstgelegenen Zahlen noch offensichtlicher:
5 und 6 kommen zusammen auf 58 Punkte, 7 und 8 auf gerade einmal 38 Punkte. Für eine bestehende Regelung ist das deutlich zu wenig. (6 und 7 kommen auf 31 Punkte - das geringste Ergebnis). Noch krasser wird es bei der Gegenüberstellung 8 Steine zum Rest: 29:67! (5 Steine: 36:60!)

Testergebnis:
Beim Test gab es mehr Befürworter für 5 Steine als für 8!

Die 8 Steine-Regelung hat darüber hinaus im Testergebnis für eine bestehende Regelung deutlich zu wenig Befürworter!

Die 5 Steine-Regelung sollte weiterhin getestet werden. Aufgrund der positiven Rückmeldungen bietet sich dafür jedes Juggerspiel und -Turnier an, wobei vermutet wird, dass die Rückmeldungen ähnlich positiv lauten werden. Zusätzlich sollte untersucht werden, welche Begründung die 6-Steine-Befürworter anführen. Da hier wesentliche der von den 8 Steinen bekannten Nachteile wieder auftauchen, wird empfohlen, diese mit anderen Regelungen zu umgehen, z.B. mit einer bestimmten Definition des Kettenschwungs oder indem 6 Steine nur in Sonderfällen (z.B. ausschließlich beim Doppel mit einem Nahpompfer) vergeben werden.
Nur weil man paranoid ist, heißt das nicht, dass man nicht auch verfolgt werden könnte!

Tingeltangelbob
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Re: Juggerlabor Bochum/Testturnier 5statt8: Ergebnis Fragebo

Beitrag von Tingeltangelbob » So 16. Okt 2016, 23:12

Interessanter Punkt:
4. Mal ein anderes Beispiel: Doppel zwischen 2 Nahpompfern. Der eine spielt Schild, der andere Q-Tipp. Die beiden sitzen nach dem Doppel 70 cm voneinander entfernt. In dieser Situation dürfte der Q-Tipp regelmäßig im Nachteil sein. Damit hatte bisher noch nie jemand Probleme, warum soll das also jetzt bei der Kette so schlimm sein, insbesondere bei der geringen Relevanz (siehe oben)?
Gutes Fazit:
Die 5 Steine-Regelung sollte weiterhin getestet werden. Aufgrund der positiven Rückmeldungen bietet sich dafür jedes Juggerspiel und -Turnier an, wobei vermutet wird, dass die Rückmeldungen ähnlich positiv lauten werden. Zusätzlich sollte untersucht werden, welche Begründung die 6-Steine-Befürworter anführen. Da hier wesentliche der von den 8 Steinen bekannten Nachteile wieder auftauchen, wird empfohlen, diese mit anderen Regelungen zu umgehen, z.B. mit einer bestimmten Definition des Kettenschwungs oder indem 6 Steine nur in Sonderfällen (z.B. ausschließlich beim Doppel mit einem Nahpompfer) vergeben werden.

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