[Regelvorschlag] Führung des Stabes

Diskussionen um das Regelwerk
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Bucki
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[Regelvorschlag] Führung des Stabes

Beitrag von Bucki » Do 15. Jun 2017, 22:42

Da kaum ein Turnier vergeht, auf dem man nicht Dinge wie "Schummelschette", "Blöde neue Stabhaltung" oder "Regelfickerei"
im Kontext Stabführung hört, gehe ich mal davon aus, dass bei weitem nicht alle mit der aktuellen Regelung zufrieden sind.

(Persönliche Anmerkung: Jetzt könnte man sich natürlich trotzdem wundern, warum sich bisher noch niemand so wirklich konkret dazu hier geäußert hat.)

Darum hier ein neuer Vorschlag zur Reglementierung der Stabführung:

Der Stab hat eine vordere und hintere Grifffläche mit 1cm Manschette bla bla (bleibt wie's ist).
Eine Hand (->vordere Hand) greift an der vorderen, die andere an der hinteren Grifffläche (kennen wir auch irgendwo her).
Zum regelrechten Führen des Stabes darf die vordere Hand nicht die Manschette oder hintere Grifffläche greifen (/ berühren / drauf aufliegen).

Definition sollte noch verfeinert / konkretisiert werden, aber die Intention sollte jedem klar sein:
Der Stab muss wieder "klassisch" geführt werden. So, mit der Hand am Griff; nicht mit einer Fingerkuppe am Griff.

Disclaimer: Ich bin nicht wirklich Vertreter der Front "Bring back classic Stab" (so diese überhaupt existiert).
Mir ist es relativ egal. Ich finde den "modernen" Griff auch in Ordnung.

Aber ich will, dass es zu diesem Thema endlich Ruhe gibt.
Kein "das ist zwar jetzt legal so, aber die Regel war so nicht gemeint, aber das hat keiner verstanden, und aber und bla" mehr.
Schluss mit "das hatte ich nicht gewusst / so jetzt nicht kommen sehen, und ich hab zwar dafür gestimmt, aber finde das jetzt doch doof".

Darum jetzt nochmal dieser Regelvorschlag. Damit diesmal jeder versteht, was gemeint ist.
Und die Diskussionen endlich aufhören.



"Aber Bucki, diese Regelung würde die Stabreichweite in der Praxis wieder 10-15cm verkürzen!"
Ja, das ist richtig. Und ich kann verstehen, dass das manche nicht so toll finden.
Eine Durchsetzung des klassischen Griffes würde den Stab in der Praxis tatsächlich deutlich verkürzen (allerdings, nachdem er ja mehr oder weniger ausversehen verlängert wurde).

Jetzt könnte man natürlich erwägen, die Stabdefinition weiter zu verändern: Die Reichweite des Stabes (Schlagfläche + vorderer Griff) sind 120cm lang.
So.

Ich will hierzu jedoch folgendes zu bedenken geben:
Der Stab war schon "damals" (zu Zeiten der klassischen Führung) die meistgespielte und ergo wohl beliebteste Pompfe.
Nach Meinung vieler auch die vielseitigste und am einfachsten zu lernende Pompfe.

Ich weiß, neue Vorteile wieder abgeben ist blöd.
Viele haben sich dran gewöhnt (sowohl Stabspieler als auch Nichtstabspieler).

Aber: macht die meistgespielte Pompfe noch weiter zu buffen den Sport besser?
Ist so ein Buff nötig oder sinnvoll oder sonst irgendwie angebracht?
Oder macht das die anderen Pompfen weniger relevant, unattraktiver und womöglich seltener?

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Re: [Regelvorschlag] Führung des Stabes

Beitrag von Antiqui » Do 15. Jun 2017, 22:50

+1
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Re: [Regelvorschlag] Führung des Stabes

Beitrag von Bucki » Fr 16. Jun 2017, 12:13

Konkret und präzise formulierter Regelvorschlag:

RW 1.4.4.5 STAB
[...]Zum regelgerechten Führen der Pompfe muss sich an jeder Grifffläche eine
Hand befnden. Die Hand an der vorderen Grifffläche darf nicht auf der Manschette oder hinteren Grifffläche aufliegen.[...]

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Re: [Regelvorschlag] Führung des Stabes

Beitrag von Pit » Fr 16. Jun 2017, 12:56

find ich gut, ich habe auch schon einige Leute getroffen, die an der aktuellen Griffregelung rumgemäkelt haben.
Bei der Abstimmung wurde ich allerdings auch davon überrascht, dass die Option eine Mehrheit bekommen hat.

Um herauszufinden, ob die Stimmung tatsächlich umgeschlagen ist und die Leute ihr Meinung geändert haben würde ich zunächst ein Stimmungsbild vorschlagen, bevor man das nochmal abstimmt. Ich glaube es gibt hier im Forum eine Umfragefunktion...

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Re: [Regelvorschlag] Führung des Stabes

Beitrag von {Peter} » Fr 16. Jun 2017, 22:40

Also ich bin aus vielerlei Hinsicht nicht so angetan von diesem Vorschlag.

1. finde ich es affig, wenn man etwas wieder ummodelt nur weil "den Leuten vorher nicht klar war, wozu das führt".
- es wurde klar vorab herausgearbeitet wozu es führt.
- die, denen das trotzdem nicht klar war, beteiligen sich bei den Abstimmungen geistig sowieso nicht; das Grundproblem, dass Leute sich nicht im Rahmen ihrer demokratischen Rechte mit den Konsequenzen auseinandersetzen, befreit sie dann eben nicht davon auch mal die Konsequenzen ihres Verhaltes zu schlucken.

2. ist das hier wieder sone Einzelfallbestrafung; Und wieso? Weil manche im Rahmen ihrer Kompetenzen keine Lösungen für ihre Probleme finden, als diese Probleme zu nerfen? Was ist den die wirkliche Motivation "dieser Leute" (ich höre von dem gemoser bisher eher wenig)? Auf welchem Niveau spielen die und ist deren Problem tatsächlich das ominöse neue Stabspiel oder liegt das eventuell noch in ihrem eigenen Spiel begraben?

3. - Und ich finde das hier sehr sehr wichtig! -
das die aktuelle (s. Bucki) Stabhaltung regelabgedeckt ist, liegt ja nicht an einer Regelabstimmung zu: "Wie darf man den Stab führen?", also ist es auch quatsch jetzt die Stabführung alleine zu reglementieren. Diese Stabhaltung resultierte aus der Regelabstimmung zu der Definition: "Was bedeutet es, eine Hand an der Grifffläche zu haben?" - Es wurde also der Begriff 'Hand' definiert und in keinster Weise der Stab alleine (s. 2.).

Will man also eine Stabhaltung im Sinne von Buckis Vorschlag, dann möchte ich aber mal lauthals Gerechtigkeit für alle fordern!
d.h., dann muss der Q-Tip bitte auch keinen Kontakt zur Manschette haben und die Langpompfe bitte auch keinen Kontakt zum Knauf.


TL/DR: Kack Einzelfallbestrafung - bin dagegen. Wenn dann bitte dort rumbasteln wo es herkommt: der Definition für "Hand";
Und dann bitte auch mal den Thread dazu durchlesen, ihr Banausen. :banane:
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Re: [Regelvorschlag] Führung des Stabes

Beitrag von JÄNS » Sa 17. Jun 2017, 03:09

+1 Peter (vor allem wegen Punkt 3)
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Re: [Regelvorschlag] Führung des Stabes

Beitrag von Ricky » Sa 17. Jun 2017, 09:19

+1 Peter.
Ausser:
Ist der Knauf in deinem Regelverständnis nicht zum Griff gehörend? Sofern ich das richtug verstehe, ist der Knauf das abschließende Ende der hintersten Grifffläche, also zum Griff gehörend, also irrelevant in diesem Zusammenhang.
Damit sind lediglich Stab und Q-Tip als relevant zu betrachten, wenn es um die Frage: "Hand an Griff, was heisst das eigentlich?" geht.

Ich kann Buckis Intention allerdings verstehen. Ich habe kein Problem mehr mit der neuen Regelung, wenn doch endlich Leute ihre Backen flach halten würden, dass sie das so ja nicht haben kommen sehen. Es war deutlich, was welche Option heisst. Muss man halt mal sein Gehirn benutzen.
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Re: [Regelvorschlag] Führung des Stabes

Beitrag von Tim » Sa 17. Jun 2017, 09:59

+1 für Peter! Es würde mMn die Regelabstimmungen ad absurdum führen nach so kurzer Zeit die betroffene Regel wieder komplett umzumodeln. Denn um Stabspieler zu zwingen, den Stab wieder "klassisch" zu führen müsste man die Regel zur Hand an der Grifffläche um 180° umformulieren.

Abgesehen davon verstehe ich nicht warum immer Theater gemacht werden muss wenn durch eine Regeländerung eine Pompfe einen (vermeintlichen) Vorteil bekommt. An diesem Beispiel: Der Stab bekommt 5-10 cm mehr Reichweite und dafür einen Malus in Sachen Kontrolle und Druck. Also selbst wenn der Stab nun eine Effektivreichweite von 1,20m hat, sind das immer noch 20 cm weniger als Langpompfe und Q-Tip und er büßt ein Stück seiner Stärke ein. Hinzu kommen die Schwächen die der Stab zumindest mMn schon vorher hatte, nämlich dass er durch das feste Greifen releativ unflexibel und leicht berechenbar ist. Sollte also eigentlich kein Problem sein.

Außerdem, um mal vom Balancing ein bisschen wegzukommen: die neue Greifweise ist für mich Ergebnis einer Veränderung der Führung des Stabes vom klassischen "nach unten halten" zum eher modernen "nach vorne halten". Ich finde nicht dass man solche Entwicklungen durch Anpassung der Regeln bremsen sollte, zumal am Beispiel des Stabes beides Vor- und Nachteile hat. Ich freue mich, wenn sich der Sport den ich betreibe entwickelt und so neue Herausforderungen entstehen, die man in seinem eigenen Spielstil berücksichtigen muss, solange kein Sicherheitsrisiko entsteht.
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Re: [Regelvorschlag] Führung des Stabes

Beitrag von Bucki » Sa 17. Jun 2017, 15:25

Vielen Dank erstmal für eure Anregungen und Gedanken.


Resultierend hier der neue (bzw alte) konkrete Regelvorschlag:
RW 4.3.2 Das regelgerechte Führen der Pompfe
[...]. Dazu genügt es, wenn ein beliebiger Teil der Hand die
Grifffläche berührt. Allerdings dürfen Hände nicht auf Manschetten oder Schlagflächen aufliegen.
Edit: Auch darf eine Hand am Stab nur eine der zwei Grifflächen berühren.

[...]
Ich finde den Thread zur Diskussion bzgl Hand am Griff nicht mehr. Gibts den noch? Falls ja, bitte verlinken, damit wir die Diskussion dorthin auslagern können.

Bzgl Stimmungsbild mach ich mich die Tage mal schlau.
Edit: Wenn sich nicht ausreichend Befürworter finden, kann man das Thema ja gleich sitzen lassen.

Edit: mir kommt grade, dass oben genannter Vorschlag (ohne Edit) nicht zum gewünschten Resultat führt.
Ich kann mit der vorderen Hand am hinteren Griff fassen und mit dem Zeigeinger einen Bogen über die Manschette auf den vorderen Griff formen.

Regelvorschlag wurde angepasst.

Alternative wäre, die Manschettendefinition zu verändern (-> mehr Manschette bzw Wiedereinführung klassische Blockfläche), wobei das ja bereits Teil der Regelabstimmung 17 war.

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Re: [Regelvorschlag] Führung des Stabes

Beitrag von {Peter} » So 18. Jun 2017, 15:47

Bucki hat geschrieben:
Sa 17. Jun 2017, 15:25
Ich finde den Thread zur Diskussion bzgl Hand am Griff nicht mehr. Gibts den noch? Falls ja, bitte verlinken, damit wir die Diskussion dorthin auslagern können.
Büdde schön.
Der aufmerksame Leser kann hier die gesamte Entwicklung, Argumentation und Motivation nachvollziehen.
Wer weiterhin behauptet: "Aber wer hätte damit jemals gerechnet?", dem hilft dann auch kein weiterer Wink mit dem Zaunpfahl mehr und er muss wohl leider zugeben, dass er sich damit nicht beschäftigt hat und ergo kein Interesse am Ergebnis hatte -> sich also jetzt auch nicht beschweren muss.

Weiterhin zeig der Thread auf, dass Buckis Prämisse, dass "früher" nach "vorheriger Regel" immer klassisch gespielt wurde bzw. werden musste, nicht ganz korrekt ist.

@Ricky:
Du hast natürlich recht, dass laut Definition der Knauf (als abschließendes Ende der Grifffläche) zur Grifffläche gehört.
Dennoch empfinde ich, dass Bucki mit seinem Vorschlag ja auf eine sog. "klassische" Haltung an den Griffflächen hinaus wollte.
Das würde bedeuten, die Handflächen sind (fest) an den Griffflächen und das würde auch bei der Langpompfe dazu führen, dass man (im Sinne der Gleichbehandlung) die Langpompfe nicht mehr so spielen darf, dass sozusagen nurnoch "die Finger am Knauf" sind.
Siehe diesbezüglich auch diesen Thread und im Speziellen den dritten Post von Siggi.

Vielleicht in diesem Zusammenhang auch noch folgendes Zitat:
Token hat geschrieben:
Sa 20. Mai 2017, 03:19
Eine LP und KP wird aber anders als ein Stab häufig nur an diesen Knauf gehalten.
-> Wäre das im Sinne einer "klassischen Haltung" okay, dann wäre das äquivalent zum "(nur) Finger an der Grifffläche", wie es beim QTip und beim Stab definitiv jetzt zulässig ist.



Aus meiner privaten, wenig fundierten Meinung, gab es vernünftige Gründe für den Wechsel der Regel und es ist nicht im Sinne der Regelwerksverbesserung, immer alles wieder umzustoßen, was irgendwelchen Nasen schlecht aufstößt [oder möchtet ihr jedes Jahr eine Diskussion um das irische Doppel?] und die dann lieber die Regeln ändern, anstatt sich an die (neue?) Situation anzupassen.
Es gibt genug "ungelöste" Probleme im Regelwerk für die man ebenfalls seinen Gehirnschmalz verwenden kann.

Korrekt finde ich es natürlich dennoch, dass wenn es tatsächlich ein häufiger Diskussionsfall auf Turnieren ist, dies zur Sprache gebracht wird.
Ich war wie gesagt gestern auf einem Turnier und habe dieses Thema bspw. nicht einmal gehört. K.a. wie "schlimm" das also tatsächlich ist (Thema Relevanz).
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