[AG-ERGEBNIS] Geschlechtergerechte Sprache

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Simba
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[AG-ERGEBNIS] Geschlechtergerechte Sprache

Beitrag von Simba » So 17. Jan 2021, 16:30

Hier die Ergebnisse unserer "AG - Geschlechtergerechte Sprache".
Zuerst gibt es eine ausführliche Erläuterung, inklusive ein paar Überlegungen zur Implementierung ins Regelwerk. Im Anschluss dann die rohe Abstimmungsstruktur. Im nächsten Post haben wir dann mal ein Beispiel aus dem Regelwerk in den verfügbaren Varianten gegendert, damit man ein "Lesegefühl" bekommt.

AG: Geschlechtergerechte Sprache

Die Einführung geschlechtergerechter Sprache im Regelwerk ist ein Sonderfall in der diesjährigen Regelabstimmung. Es geht nicht um eine Änderung von Regeln an sich, sondern um den Text, der diese Regeln enthält. Es ist für ein Regelwerk wichtig, dass alle spielrelevanten Informationen klar und deutlich dargestellt werden. In der aktuellen Form nutzt das Regelwerk das generische Maskulinum im Sinne der Lesbarkeit. In dieser AG haben wir uns mit diversen Formen geschlechtergerechter Sprache auseinandergesetzt, die wir zusammen mit unserer Abstimmungsstruktur kurz vorstellen.

Im Falle einer Änderung des Texts rechnen wir mit einer nötigen Bearbeitungszeit, die über die gegebenen 2 Wochen nach der Regelabstimmung hinaus geht. Der überarbeitete Text würde also voraussichtlich im Laufe des Jahres 2021 veröffentlicht werden.
Abstimmung 1 - ja vs. nein [2/3 Quorum notwendig]
In der ersten Abstimmung geht es um die Frage, ob die Sprache des Regelwerks geschlechtergerecht gestaltet werden soll. Bei einer Abstimmung für "Nein" bleibt der Regeltext unverändert und somit im generischen Maskulinum.
Bei einer Abstimmung für "Ja" führen wir, unabhängig vom Ausgang der zweiten Abstimmung, neutrale Formulierungen ein soweit es möglich ist. Das bedeutet: Wo der Sinn dadurch nicht verändert wird und sie sich stimmig ins Satzgefüge einfügen, z.B. "Spielleitung" anstelle von "Spielleiter"; "Team" anstelle von "Mannschaft".

Abstimmung 2 - Genderinklusiv vs. Binär [relative Mehrheit]
In der zweiten Abstimmungsrunde geht es um die konkrete Ausgestaltung der geschlechtergerechten Sprache, wo keine neutralen Formulierungen möglich sind. Dies kann einerseits genderinklusiv (also unter Berücksichtung eines Spektrums zwischen männlichem und weiblichem Geschlecht) durch eine Form von Platzhalter (Stern, Doppelpunkt, Unterstrich) bzw. einer Änderung der Endung (-x) geschehen, anderseits durch die abwechselnde oder gleichzeitige Nennung der beiden binären Geschlechter. In einer dritten Abstimmungsrunde würde dann über die genaue Ausprägung entschieden werden.
Abstimmung 3 - Konkrete Umsetzung [relative Mehrheit]
Da eine Abstimmung über einzelne Sätze den Rahmen sprengen würde, möchten wir die endgültige Entscheidungsgewalt über die Formulierungen bei der AG geschlechtergerechte Sprache belassen - die Teilnahme an dieser steht allen Interessierten offen. Maßgebend bleibt aber natürlich das Ergebnis der Abstimmung 3.



Abstimmungsstruktur

1. Möchtest du, dass sich die Sprache des Regelwerks im deutschen Jugger einen Fokus auf geschlechtergerechte Sprache setzt?

[Damit dieser Punkt angenommen wird, müssen ⅔ der wahlberechtigten Teams für “Ja” stimmen.]

JA vs. NEIN

  • falls das 2/3 Quorum erfüllt wurde:
2. Wie soll geschlechtergerechte Sprache im Regelwerk umgesetzt werden?

[Die Option mit den meisten Stimmen wird verfolgt.]

A: Genderinklusive Sprache vs. B: Binäre Sprache

  • falls 2.A mehr Stimmen bekommt, wird zwischen folgenden Optionen entschieden. Die Option mit mehr Stimmen gewinnt:
A.1: Stern
("Spieler*in; Schiedsrichter*innen")

A.2: Gap
("Spieler_in; Schiedsrichter_innen)

A.3: Doppelpunkt
("Spieler:in; Schiedsrichter:innen")

A.4: -X
("Spielx; Schiedsrichtx")

  • falls 2.B mehr Stimmen bekommt, wird zwischen folgenden Optionen entschieden. Die Option mit mehr Stimmen gewinnt:
B.1: Beidnennung
("Spielerinnen und Spieler; Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen")

B.2: Abwechselnde Nennung

("Spielerinnen; Schiedsrichter; Gewinnerin")
Zuletzt geändert von Simba am So 17. Jan 2021, 16:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [AG-ERGEBNIS] Geschlechtergerechte Sprache

Beitrag von Simba » So 17. Jan 2021, 16:31

Hier jetzt die ausformulierten Beispiele. Wir orientieren uns an der Reihenfolge der Abstimmungsstruktur im oben stehenden Post. Die Vorlage liefert das Regelwerk in "2.1 Spieler":

Original
Original hat geschrieben: Die Spieler einer Mannschaft unterteilen sich in Läufer (Qwiks) und Pompfer. Die Läufer führen keine Pompfe; sie sind die einzigen Spieler, die den Jugg aufnehmen und platzieren dürfen. Die Pompfer führen Pompfen.
Ein Pompfer darf entweder:
• eine Kette oder
• einen Stab oder
• eine Langpompfe oder
• einen Q-Tip oder
• zwei Kurzpompfen oder
• eine Kurzpompfe und einen Schild führen.
Ein Pompfer, der eine Kette führt, heißt Kettenspieler. Alle übrigen Pompfer heißen Nahpompfer.

2.A.1 Genderstern
Genderstern hat geschrieben:Die Spieler*innen eines Teams unterteilen sich in Läufer*innen (Qwiks) und Pompfer*innen.Die Läufer*innen führen keine Pompfe; sie sind die einzigen Spieler*innen, die den Jugg aufnehmen und platzieren dürfen. Die Pompfer*innen führen Pompfen.
Ein*e Pompfer*in darf entweder:
• eine Kette oder
• einen Stab oder
• eine Langpompfe oder
• einen Q-Tip oder
• zwei Kurzpompfen oder
• eine Kurzpompfe und einen Schild führen.
Ein*e Pompfer*in, der*die eine Kette führt, heißt Kettenspieler*in. Alle übrigen Pompfer*innen
heißen Nahpompfer*innen.

2.A.2 Gender-Gap
Gender-Gap hat geschrieben:Die Spieler_innen einer Mannschaft unterteilen sich in Läufer_innen (Qwiks) und Pompfer_innen.Die Läufer_innen führen keine Pompfe; sie sind die einzigen Spieler_innen, die den Jugg aufnehmen und platzieren dürfen. Die Pompfer_innen führen Pompfen.
Ein_e Pompfer_in darf entweder:
• eine Kette oder
• einen Stab oder
• eine Langpompfe oder
• einen Q-Tip oder
• zwei Kurzpompfen oder
• eine Kurzpompfe und einen Schild führen.
Ein_e Pompfer_in, der_die eine Kette führt, heißt Kettenspieler_in. Alle übrigen Pompfer_innen heißen Nahpompfer_innen.

2.A.3 Doppelpunkt
Doppelpunkt hat geschrieben:Die Spieler:innen einer Mannschaft unterteilen sich in Läufer:innen (Qwiks) und Pompfer:innen.Die Läufer:innen führen keine Pompfe; sie sind die einzigen Spieler:innen, die den Jugg aufnehmen und platzieren dürfen. Die Pompfer:innen führen Pompfen.
Ein:e Pompfer:in darf entweder:
• eine Kette oder
• einen Stab oder
• eine Langpompfe oder
• einen Q-Tip oder
• zwei Kurzpompfen oder
• eine Kurzpompfe und einen Schild führen.
Ein:e Pompfer:in, der:die eine Kette führt, heißt Kettenspieler:in. Alle übrigen Pompfer:innen heißen Nahpompfer:innen.

2.A.4 -x (Aussprache: x = -iks; xs = -ikses)
-x hat geschrieben:Die Spielxs eines Teams unterteilen sich in Läufxs (Qwiks) und Pompfxs. Die Läufxs führen keine Pompfe; sie sind die einzigen Spielxs, die den Jugg aufnehmen und platzieren dürfen. Die Pompfxs führen Pompfen.
Einx Pompfx darf entweder:
• eine Kette oder
• einen Stab oder
• eine Langpompfe oder
• einen Q-Tip oder
• zwei Kurzpompfen oder
• eine Kurzpompfe und einen Schild führen.
Einx Pompfx, dix eine Kette führt, heißt Kettenspielx. Alle übrigen Pompfxs heißen Nahpompfxs.
_______________________________________________________

2.B.1 Beidnennung
Beidnennung hat geschrieben:Die Spieler und Spielerinnen eines Teams unterteilen sich in Läuferinnen und Läufer (Qwiks) und Pompfer und Pompferinnen.
Die Läuferinnen und Läufer führen keine Pompfe; sie sind die einzigen Spieler und Spielerinnen, die den Jugg aufnehmen und platzieren dürfen. Die Pompferinnen und Pompfer führen Pompfen. Ein Pompfer oder eine Pompferin darf entweder:
• eine Kette oder
• einen Stab oder
• eine Langpompfe oder
• einen Q-Tip oder
• zwei Kurzpompfen oder
• eine Kurzpompfe und einen Schild führen.
Eine Pompferin oder ein Pompfer, der oder die eine Kette führt, heißt Kettenspieler oder Kettenspielerin. Alle übrigen Pompferinnen und Pompfer heißen Nahpompfer und Nahpompferinnen.

2.B.2 Abwechselnde Nennung
Abwechselnde Nennung hat geschrieben:Die Spieler eines Teams unterteilen sich in Läuferinnen (Qwiks) und Pompfer. Die Läufer führen keine Pompfe; sie sind die einzigen Spielerinnen, die den Jugg aufnehmen und platzieren dürfen. Die Pompfer führen Pompfen.
Eine Pompferin darf entweder:
• eine Kette oder
• einen Stab oder
• eine Langpompfe oder
• einen Q-Tip oder
• zwei Kurzpompfen oder
• eine Kurzpompfe und einen Schild führen.
Ein Pompfer, der eine Kette führt, heißt Kettenspielerin. Alle übrigen Pompfer heißen Nahpompferinnen.
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Re: [AG-ERGEBNIS] Geschlechtergerechte Sprache

Beitrag von JÄNS » So 17. Jan 2021, 23:42

Simba hat geschrieben:
So 17. Jan 2021, 16:31
2.B.2 Abwechselnde Nennung
Abwechselnde Nennung hat geschrieben:[...]Pompfer. Die Läufer [...]
Ich finde mich selbst lächerlich fürs darauf aufmerksam machen, aber das wird vlt auch bei der Umsetzung gar kein seltener Fehler....
"Ich aber sage euch Stäbe soll man werfen dürfen, denn wahrlich Qtipps sind gefährlicher" (R)ich(ard)

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Re: [AG-ERGEBNIS] Geschlechtergerechte Sprache

Beitrag von Ein Uhu » Mo 18. Jan 2021, 16:08

Ich finde die abwechselnde Nennung lustig und gegenüber den Artefakt- (_*:I) und künstlichen Zeitgeistlösungen ("-x") am wenigsten störend, wenn Beidnennung keine Alternative darstellt. Gelegentlich nutze ich diese Variante auch selbst, wenn es geht. Wobei ich das dann zumindest im gleichen Satz (meist) einheitlich mache, damit es nicht holpert. Päpstlicher als der Papst* müssen wir ja nicht sein ...

Zeitweise wurde dies in englischsprachigen Publikationen übrigens schon so gemacht und fiel nach kurzer Zeit gar nicht mehr auf -- und ist nicht Ziel der Sache, dass das Geschlecht (in einer solchen Publikation) keine Rolle spielen soll?


*btw., diesen Ausspruch nun zu gendern, wäre Realitätsfremd ... leider. Das wird nur von Buchverlagen und Filmemachern als Werbegag genutzt. :)
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Re: [AG-ERGEBNIS] Geschlechtergerechte Sprache

Beitrag von Simba » Di 19. Jan 2021, 21:03

Ein Uhu hat geschrieben:
Mo 18. Jan 2021, 16:08
Ich finde die abwechselnde Nennung lustig und gegenüber den Artefakt- (_*:I) und künstlichen Zeitgeistlösungen ("-x") am wenigsten störend, wenn Beidnennung keine Alternative darstellt. Gelegentlich nutze ich diese Variante auch selbst, wenn es geht. Wobei ich das dann zumindest im gleichen Satz (meist) einheitlich mache, damit es nicht holpert. Päpstlicher als der Papst* müssen wir ja nicht sein ...

Zeitweise wurde dies in englischsprachigen Publikationen übrigens schon so gemacht und fiel nach kurzer Zeit gar nicht mehr auf -- und ist nicht Ziel der Sache, dass das Geschlecht (in einer solchen Publikation) keine Rolle spielen soll?


*btw., diesen Ausspruch nun zu gendern, wäre Realitätsfremd ... leider. Das wird nur von Buchverlagen und Filmemachern als Werbegag genutzt. :)
Ich kopiere hier kurz meine Antwort, als dieser Vorschlag das letzte Mal eingebracht wurde:
Simba der Vergangenheit hat geschrieben:Durch solche Regelungen wird allerdings eine Binarität von Geschlecht reproduziert, die nicht mit der Realität zusammenpasst.
Geschlechtergerechte Sprache stört nur so lange im Lesefluss, wie man es nicht gewohnt ist sie zu lesen. Nach einer Weile (sowohl im gleichen Text als auch über verschiedene Texte hinweg) stolpert man nicht mehr darüber. Genauso wie man zu Beginn über ungewohnte Fremdwörter stolpert, nach mehrfacher Nutzung/Lesung dieses Gefühl aber ablegt.
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Re: [AG-ERGEBNIS] Geschlechtergerechte Sprache

Beitrag von JuggerAmRhein » Mi 20. Jan 2021, 14:06

Ich schließe mich Simba in seiner Aussage an.
Ich selber nutze seit einiger Zeit vermehrt das Gender-* und Gewöhnung tut da ihr übriges.
Des Weiteren würde ich persönlich das Gender-* präferieren, da es (in meiner Wahrnehmung) einfacher als die wechselnde Nennung umzusetzen ist und weniger Fehlermöglichkeiten beinhaltet, jegliche Art von Geschlecht mit einbezieht und (für mich) leichter zu lesen ist als :, _ oder X, da das Wort weniger stark optisch getrennt wird.

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Re: [AG-ERGEBNIS] Geschlechtergerechte Sprache

Beitrag von NeuerLauchGeselle » Do 21. Jan 2021, 14:31

Da das * Sternchen hochgestellt ist, ergibt sich im Lesefluss eine etwas höhere Störung als durch den Doppelpunkt : (Pompfer*innen oder Pompfer:innen). Beides hat den gleichen Effekt, ich präferiere in der Lesbarkeit den Doppelpunkt : . Der Unterstrich _ trennt das Wort in sich mehr als die beiden anderen Versionen (Pompfer_innen oder Pompfer:innen). Nur so als Anstoß:)
Wenn man keinen Friedhof neben der Trainingswiese hat, gibt es immernoch den Neckar.

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Re: [AG-ERGEBNIS] Geschlechtergerechte Sprache

Beitrag von The_Follower » Fr 22. Jan 2021, 08:15

NeuerLauchGeselle hat geschrieben:
Do 21. Jan 2021, 14:31
Da das * Sternchen hochgestellt ist, ergibt sich im Lesefluss eine etwas höhere Störung als durch den Doppelpunkt : (Pompfer*innen oder Pompfer:innen). Beides hat den gleichen Effekt, ich präferiere in der Lesbarkeit den Doppelpunkt : . Der Unterstrich _ trennt das Wort in sich mehr als die beiden anderen Versionen (Pompfer_innen oder Pompfer:innen). Nur so als Anstoß:)
Dazu auch der Hinweis (habe ich auch erst in dieser AG gelernt), dass Text-to-Speech scheinbar auch deutlich schöner mit dem : umgeht als mit dem *.

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Re: [AG-ERGEBNIS] Geschlechtergerechte Sprache

Beitrag von Pit » So 21. Feb 2021, 17:13

moin, ich hab noch eine Frage/Änderungsvorschlag:
Was hat euch dazu bewogen, die gestaffelte Abstimmung (binär/Genderinklusiv und dann die jeweiligen Vorschläge) zu machen?

Aus meiner Sicht ist so eine gestaffelte Abstimmung aus folgendem Grund problematisch:
Wenn ich jetzt hypothetisch einen der beiden binären Vorschläge (z.B. B2) sehr gut finde und den anderen Vorschlag (z.B. B1) sehr schlecht, dann müsste ich im ersten Abstimmungsschritt (binär vs genderinklusiv) trotzdem für beide Vorschläge gemeinsam abstimmen und würde dann damit das Risiko eingehen, dass der für mich sehr schlechte Vorschlag dann damit mit meiner Stimme gewählt wird. Ich müsste also in so einem Fall abwägen, ob ich das Risiko eingehen möchte oder lieber die genderinklusiven nehmen, bei denen aber nicht meine favorisierte Variante dabei ist.

Meiner Meinung nach ist z.B. das systemische konsensieren (Wahlmethode aus der letzten Abstimmung) in so einem Fall mit mehreren Optionen besser geeignet, die tatsächlichen Verhältnisse abzubilden. Ich könnte in diesem Fall einfach auf alle Vorschläge jeweils bis zu 2 Stimmen verteilen und damit differenzieren, welche Vorschläge ich gut, mittel oder schlecht finde.
Die Schwäche des gestaffelten Abstimmungssystems liegt also darin, dass ihr mit den Gruppierungen eine Vorauswahl trefft, die ich als Wähler aber ggf. anders sehen kann.

Ich hoffe, ich konnte das einigermaßen verständlich rüberbringen, Abstimmungssysteme sind leider ein sehr komplexes Thema. Wir haben in der AG verlorene Pompfen auch viel darüber diskutiert und uns im Endeffekt für das systemische Konsensieren entschieden.
"Pompfer führen Pompfen."
RW 2.1

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Re: [AG-ERGEBNIS] Geschlechtergerechte Sprache

Beitrag von Simba » Do 4. Mär 2021, 10:47

Pit hat geschrieben:
So 21. Feb 2021, 17:13
moin, ich hab noch eine Frage/Änderungsvorschlag:
Was hat euch dazu bewogen, die gestaffelte Abstimmung (binär/Genderinklusiv und dann die jeweiligen Vorschläge) zu machen?

Aus meiner Sicht ist so eine gestaffelte Abstimmung aus folgendem Grund problematisch:
Wenn ich jetzt hypothetisch einen der beiden binären Vorschläge (z.B. B2) sehr gut finde und den anderen Vorschlag (z.B. B1) sehr schlecht, dann müsste ich im ersten Abstimmungsschritt (binär vs genderinklusiv) trotzdem für beide Vorschläge gemeinsam abstimmen und würde dann damit das Risiko eingehen, dass der für mich sehr schlechte Vorschlag dann damit mit meiner Stimme gewählt wird. Ich müsste also in so einem Fall abwägen, ob ich das Risiko eingehen möchte oder lieber die genderinklusiven nehmen, bei denen aber nicht meine favorisierte Variante dabei ist.

Meiner Meinung nach ist z.B. das systemische konsensieren (Wahlmethode aus der letzten Abstimmung) in so einem Fall mit mehreren Optionen besser geeignet, die tatsächlichen Verhältnisse abzubilden. Ich könnte in diesem Fall einfach auf alle Vorschläge jeweils bis zu 2 Stimmen verteilen und damit differenzieren, welche Vorschläge ich gut, mittel oder schlecht finde.
Die Schwäche des gestaffelten Abstimmungssystems liegt also darin, dass ihr mit den Gruppierungen eine Vorauswahl trefft, die ich als Wähler aber ggf. anders sehen kann.

Ich hoffe, ich konnte das einigermaßen verständlich rüberbringen, Abstimmungssysteme sind leider ein sehr komplexes Thema. Wir haben in der AG verlorene Pompfen auch viel darüber diskutiert und uns im Endeffekt für das systemische Konsensieren entschieden.
Vielen Dank für das Feedback.

Wir haben diese Möglichkeit in der Arbeitsgruppe im Vorhinein diskutiert, haben uns aber dagegen entschieden. In unseren Augen und in unserem Verständnis des ursprünglichen Regelvorschlags geht es um die "bestmögliche" Darstellung von Diversität im Regelwerk. Es mag unterschiedliche Ansichten darin geben was "bestmöglich" bedeutet, die grundsätzliche Trennlinie dürfte allerdings zwischen der Nennung von binärer Geschlechtsidentität gegenüber diverser Geschlechtsidentität ("Spieler und Spielerin" vs. "Spieler:in") verlaufen. In diesem Sinne erschien es uns einfacher für die Entscheidungsfindung diese Knackpunkte gestaffelt abzufragen.
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