Überoptimierte "Metastäbe"?

Diskussionen um das Regelwerk
Felix2.0
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Re: Überoptimierte "Metastäbe"?

Beitrag von Felix2.0 » So 27. Okt 2019, 19:06

Max V. hat geschrieben:
So 27. Okt 2019, 18:46
Und jetzt noch ein kleiner Nachtrag weil Felix2.0 mich erfolgreich getriggert hat.
Ich kann Rickys Frust gut nachvollziehen, auch wenn ich seinen Ton unangemessen finde. Alle Diskussionen, die ich in jüngster Zeit mit dir (Felix2.0) verfolgt habe, sind darin geendet, dass du dich dem geschrieben Text verweigert hast und nur Punkte rausgepickt hast ohne Kontext oder Zusammenhang zu beachten. Es macht nicht den Eindruck, als wolltest du eine konstruktive Diskussion führen. Dein Unverständnis sorgt dafür, dass sich Beitragschreiber weiter erklären, um dir ihre Punkte nahe zu bringen, nur um frustriert zu werden, da du sie erneut neu falsch verstehst. Da ärgere ich mich viel zu sehr dran rum und habe mich aus dem Thread bis hier hin rausgehalten. Von daher werde ich dich auch weiterhin ignorieren, wenn eine Ausführung für das allgemeine Verständnis nicht dienlich ist.
Keine Ahnung ob du absichtlich trollst um "eine Diskussion zu gewinnen" oder ob du wirklich so vernagelt bist. Ein bisschen Reflexion schadet bestimmt nicht. Hör auf dich als Opfer der Forumsschreiber zu positionieren und dich als Anwalt der Sprachlosen zu verkaufen. Die Leute können hier ohne große Hürde ihre Meinung anbringen. Sofern man Umgangsformen pflegt und vernünftige Posts schreibt, die der Entwicklung helfen, wird man hier gehört und mit Respekt behandelt. Meinungsverschiedenheiten gehören dazu und als erwachsender Mensch sollte man in der Lage sein, damit umzugehen. Es ist schade, dass du dich im Jugger wohl nicht richtig repräsentierst findest. Engagiere dich für die Themen, aber auf eine Art, mit denen du den Themen wirklich hilfst.
Für die geschrieben Punkte gibt es in diesem Text genug Beispiele, die ich bewusst nicht nenne, da ich befürchte, dass wir dann wieder in Semantik reden und es wahrlich Besseres zu tun gibt. Auf Antworten auf diesen Teil gehe ich nicht weiter ein. Wenn wir über Forumskultur reden wollen, dann bitte in einem Extra Thread.
Dein Überoptimierter Meta-Max
:spam:

Erstmal Danke das Du die Form warst.

Mein Post wurde geliked und ich habe mit einigen Leuten mehrmals über dieses Thema gesprochen.

Ja ich fühle mich hier nicht repräsentiert aber das fühlen sich auch nicht viele. Es sind hier immer die gleichen Leute die schreiben und diese haben eine feste Meinung von derer sie nicht abrücken. (Ich zähle auch dazu)

Das Du hier nun nicht die Punkte aufzählst um deinen Vorwurf zu untermauern finde ich schade.

Das Du mich ignoriert bis ich wieder so argumentiere wie es Dir gefällt, ist nicht nur Schade sondern zeigt sehr deutlich wie auch bei anderen Themen im Forum das du leider deinen eigenen Vorwurf auch an dich selbst richten kannst.
Ich wollte dieses Thema eine andere Perspektive geben und dies wurde dann nicht wirklich zugelassen, für mich hat dieses Thema eben einfach auch ein größeres Spektrum.

Umgangsformen? Come on Max... bitte lies doch mal Rickys letzten beiden Posts durch ;)


Eine Sache noch, ich bin EIN User und es ist nicht leicht seine eigene Ansicht und Meinung hier gegen 4 User wovon 3 dem gleichen Team angehören zu verteidigen bzw zu argumentieren. Nicht leicht aber ich schaffe es noch die Forenregeln einzuhalten und vorallem bin ich wenigstens ambitioniert genug es auch zu tun.

Sofern mich hier nicht noch jemand persönlich attackiert bzw mit mir diskutieren möchte überlasse ich diesen Thread nun gerne euren Händen. :)

Ricky
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Re: Überoptimierte "Metastäbe"?

Beitrag von Ricky » So 27. Okt 2019, 19:33

Der Ton meines letzten Posts war in der Tat unangemessen, und erfolgte aus großer Frustration heraus und wird der Sache eigentlich nicht gerecht. Das tut mir sehr Leid. Der Grund meiner Reaktion lässt sich in Max Post nachlesen, er trifft es denke ich sehr gut.

Nun zum eigentlichen Thema zurück:
Max V. hat geschrieben:
So 27. Okt 2019, 18:46
Ich denke der Schlüssel um zu entscheiden, ob man da die Freiheit wirklich beschneiden sollte ist die tatsächliche Notwendigkeit. In meinem Umfeld kenne ich niemanden, der kurze Finger besitzt und dadurch einen ernsthaften Nachteil sieht. Auch bin ich tatsächlich immer noch nicht überzeugt, dass die Fingerlänge wirklich den Unterschied macht. Ich habe mir dazu vorhin mal ein Juggerspiel in Zeitlupe angeschaut und fast alle Duelle werden entschieden, weil ein Spieler zu einem günstigen Zeitpunkt oder einen günstigen Punkt angreift. Ein beispielhaftes zwei-hauen-gleichzeitig-und-der-andere-ist-einfach-schneller-oder-ein-Stück weiter gibt es so gut wie nicht. Die meisten Treffer finden aber auch außerhalb von klassischen Duellen statt (Also Überzahl, Pompfen in seitlicher Bewegung, Treffer von der Seite und so weiter.). Die Handtreffer, die passieren, passieren meist mit ausreichender Reichweite, aber der Handblock der Verdrehung verhindert den Treffer und nicht die reine Reichweite. Meiner persönlichen Erfahrung nach passieren, die Situationen um die man sich hier sorgt, hauptsächlich im eigenen Training, da die eignen Leute, die Moves untereinander gut kennen und am ehesten darauf optimieren können. Das ist alles mein Eindruck keine wasserdichte Analyse.
Das ist auch in etwa mein Eindruck.

Ja, es gibt Spieler, die nur die Fingerspitze an der vorderen Griffläche haben. Allerdings sehe ich diese Griffhaltung sehr sehr selten, und einen großen Vorteil erhalten sie dadurch meiner Meinung nach nicht. In dem Moment, in dem man V- oder Ringhaltung (also Daumen und Zeigefinger bilden einen Ring um den Griff, Rest auf Manschette) spielt, spielt die Länge der Finger keine wirkliche Rolle mehr, da der Hautptteil dieser zum Halten des Griffes, und nicht zum Erreichen desselben verwendet werden.

Ich habe für mich in Retrospektive nicht wirklich einen Unterschied festgestellt, seit ich meinen Handballen vom Griff auf die Manschette verschoben habe, wenn es um Reichweiten geht. Gegen Stäbe nicht, da fast alle anderen auch entsprechend optimiert haben, und gegen Langpompfen und Qtips scheint es keinen Nennenswerten Vorteil zu ergeben, dass ich jetzt nur noch 15-20 cm weniger Reichweite habe.

Es ist im Allgemeinen ja nicht so, dass Stäbe nun an die 140cm Reichweite rankommen, es fehlt ja immernoch genug, um den Hebelvorteil des Stabes nutzen zu müssen.
Pink ist das neue Bunt! Oder Lila. Oder vielleicht auch Dunkelrot mit Goldrand :twisted:

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Re: Überoptimierte "Metastäbe"?

Beitrag von Ein Uhu » Mo 28. Okt 2019, 09:15

MOD:
An die Beteiligten der Zwistigkeiten, bitte legt Euere Differenzen in diesem Thread bei (wie es scheint, seid Ihr ja schon dabei -- dankesehr). Das bläht den Thread so weit auf, dass er für andere schwer verfolgbar wird.
Eine klare, knappe Argumentationsführung wäre ideal, schon für die Übersichtlichkeit ... :winken:

(Grundsätzliche Anmerkung: Zumindest ich bin zurückhaltend mit Verwarnungen oder gar dem direkten Rausmoderieren von Beiträgen. Wir haben im Vergleich zu vielen andern Onlineforen das Glück, das die Nutzer das meist untereinander wieder klarkriegen. Was hier ja auch der Fall zu sein scheint, ohne mich jetzt tiefer eingelesen zu haben.
Wenn es wirklich mal etwas gibt, wo ihr unser Eingreifen für nötig erachtet, dann meldet den Beitrag bitte über den entsprechenden Knopf.)
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Re: Überoptimierte "Metastäbe"?

Beitrag von Nico » Mo 28. Okt 2019, 15:10

Max V. hat geschrieben:
So 27. Okt 2019, 18:46
[...]Auch würde sich durch eine Umschließung die Verdrehbarkeit des Handgelenks für Stabspieler beschränken. Das ist wiederum ein großer Eingriff, da das die Technik ist, die Stabspieler tatsächlich Duell gewinnen lässt. Der Einfluss ist wahrscheinlich größer, als die Langfingerfraktion. Von daher scheint mir die Regelung unverhältnismäßig zu sein, da sie Anderes viel stärker beschränkt, als das, was sie eigentlich verändern will.
Ich persönlich halte meinen Stab mit dem Zeige- und Mittelfinger an der Grifffläche umschlossen (die Fingerspitzen berühren sich hierbei), dadurch wäre die vorgeschlagene Umschließung des Griffes eingehalten, ohne dass die Verdrehbarkeit des Handgelenks im Vergleich zur 'Langfingerhaltung' eingeschränkt ist. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Griff der Fingerlänge angemessen dünn genug ist, aber das sollte mMn kein Problem sein, ich habe z.B. relativ kleine Hände und kriege das trotz relativ dickem Griff gut hin.

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Re: Überoptimierte "Metastäbe"?

Beitrag von Magnus » Di 29. Okt 2019, 09:36

+ extrem viel für Siggi
Siggi hat geschrieben:
So 27. Okt 2019, 12:40

Meine Meinung:
- Es muß alle Pompfen außer Kette betreffen, da eben alle Pompfen mittlerweile "grenzwertig" geführt werden.
- Es muß eine einheitliche Regelung sein, damit neue (und alte) Spieler nicht ständig auf Ausnahmen achten müssen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: "grenzwertig" ist nicht negativ gemeint. Aber ob ich nun am Stab nur einen Finger an der Grifffläche habe oder bei der Langpompfe eine Hand komplett am Knauf oder beide Hände übereinander beim Q-Tip läuft spieltechnisch aufs Selbe hinaus. Entweder lasse ich alles zu oder unterbinde alles.
Ob ich persönlich das nun gut oder schlecht finde ist vollkommen irrelevant. Aber es sollte wettbewerbsgleichheit unterhalb der Pompfen gelten.
Danke für diese super Zusammenfassung auf den Kern: wenn eine Änderung gewünscht ist, dann für alle Pompfen. Nur den Stab zu diskutieren, dass dort eine gewisse Handhabe nicht schön sei (aus was für Gründen auch immer), ist glaube hier nicht mehr zielführend.

Gehen wir ein paar Varianten durch:

1: Die Hand muss komplett um die Grifffläche geschlossen sein (Oldschool wie vor X Jahren)
Für den Stab würde das bedeuten, man geht zur alten Spielweise über. Für LP und Q erscheint mir das ein massiver Eingriff in die Spielweise. Hier würden sich die Reichweiten markant verkürzen und ich glaube nicht, dass LP und Q darauf lust haben. Zumal jede Spielweise die ich auf Turnieren gesehen habe nicht mehr regelkonform wäre.

2. Zwei Finger müssen die Grifffläche berühren (evtl sogar eine geschlossene Form bilden)
Viele Stäbe spielen mittlerweile genauso, also keine Veränderung. Eben nur für die "Ein-Finger-Fraktion". Für LP und Q ändert sich glaube ich gar nichts. Außer die zwei Finger müssen dabei eben eine geschlossene Form bilden. Hierbei werden glaube einige LP-Varianten (Halte soweit es geht die Pompfe hinten ab Knauf) nicht mehr spielbar,

3. Ein-Finger-Fraktion (es bleibt wie es ist)


Ich glaube, dass einerseits von der Spielpraxis, andererseits aufgrund der zu großen Einschnitte für LP und Q es sich zwischen Variante 2 und 3 abspielen wird. Hinsichtlich der Schiedsbarkeit glaube ich nicht, dass die beiden Varianten einen großen Unterschied machen werden. Ich fände es deutlich schwieriger zu unterscheiden, ob nun zwei Finger am Griff war, geschweige denn diese noch eine geschlossene Form bilden. Da konzentriere ich mich doch lieber darauf, ob ein Treffer gesetzt wurde oder eben nicht. Zu den jeweiligen Treffersituationen hat ja Max schon einiges geschrieben. (Hier nochmal ein +1 für dich)
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Re: Überoptimierte "Metastäbe"?

Beitrag von aWi Awesome » Mi 30. Okt 2019, 20:24

Magnus hat geschrieben:
Di 29. Okt 2019, 09:36
2. Zwei Finger müssen die Grifffläche berühren (evtl sogar eine geschlossene Form bilden)
Ich spiele wechselnd mit einem Finger oder Daumen+Finger, besonders im zweiten Fall zeigt mein Daumen nach oben, sodass sich keine geschlossene Form bildet. Sonst gibt man viel Technik für ein wenig mehr Kraft aus. In den meisten Schlägersportarten wird auch kein geschlossener Griff verwendet.

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Re: Überoptimierte "Metastäbe"?

Beitrag von Philipp3 » Sa 2. Nov 2019, 07:50

Hallo von der Küste.

Es freut mich, dass die Diskussion konstruktiv wird.

Ich halte es für kompliziert, dass ein langer Thread über "überoptimierte MetaStäbe" entsteht, ohne dass es für meine (unerfahren) Augen stichhaltige Beweise gibt, dass der Stab momentan zu stark ist. Ich habe den Eindruck, dass die Pompfen gleichmaßig viel genutzt werden (mit Ausnahme von KP und Schild :nein:)

Viele Grüße

P. S. Meiner Erfahrung nach gibt es eine große Anzahl von Juggerspielerinnen und Juggerspielern, für die der Pompfenbau ein wichtiger Teil des Sports ist, die für die eigenen Bedürfnisse optimierte Pompfe. Weshalb ich mit pauschaler Kritik an Optimierungen nicht so recht zufrieden bin.

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Re: Überoptimierte "Metastäbe"?

Beitrag von Gernot » Mi 8. Apr 2020, 13:32

Im Grunde wurden hier ja drei Themen angesprochen und zumindest eines der Themen "der richtige und optimierte Griff" stört mich schon sehr lange.

Seit 5 Jahren haben wir die Regel, dass ein Finger an der Grifffläche genügt um regelkonform zu greifen und auch nach 5 Jahren finde ich es immer noch befremdlich neuen Spielern zu erklären, dass sie beim Stab mit der vorderen Hand hinter der Manschette greifen (bzw. beim Q-Tip mit der hinteren Hand um die hintere Grifffläche) und nur mit einem Finger die sogenannte "Grifffläche" berühren sollen. Und das das kein Regelexploit sondern die Standardspielweise der Profis ist.

Als ich 2014 angefangen habe zu juggern, hieß es noch, dass aus "Sicherheitsgründen" eine Langpompfe mit zwei Händen gegriffen werden muss. Ein Jahr später kam ein "aber es reicht wenn von jeder Hand nur ein Finger dran ist" dazu, was den ursprünglichen Grund für zwei Hände wieder verhöhnt.
In anderen Ländern (z.B. Irland) gibt es immerhin noch die Regelung das jede Hand mindestens mit zwei Fingern eine geschlossene Form um die Grifffläche bilden muss.

Mir persönlich ist es ziemlich egal ob Stäbe und Q-Tips ein paar Zentimeter mehr Reichweite haben oder nicht. Aber dann soll man sie ihnen auch direkt geben und nicht indirekt über Griffe hinter der Grifffläche.
Über Balancing kann man sich streiten. Wenn ich mir Finalspiele aus den letzten Jahren ansehe, ist der Stab zwar die am häufigsten verwendete Profi-Pompfe, aber bis auf DKP werden alle anderen Pompfen oft genug eingesetzt, dass man sie nicht als besonders benachteiligt gegenüber Stäben ansehen kann.

Das von Freeborn angesprochene Problem sehe ich im Gegensatz dazu sehr kritisch.
Der aktuelle Standardstabgriff verhindert ein Verrutschen aus der gültigen Grifffläche kaum oder zumindest weniger als es die alten "Reichweitenbegrenzer" taten. Die Einführung einer Mindestdicke der Manschette hat da zwar ein wenig geholfen, aber wer sich gelegentlich Spiele anschaut wird feststellen, dass die Finger da (zumindest bei einigen Spielern) doch häufiger verrutschen und somit die Treffer ungültig wären.
Als Schiedsrichter muss man heutzutage ohnehin schon gut schielen können um klar erkennen zu können, wer bei dem mittlerweile hohem Tempo zuerst trifft. Wenn man dabei auch noch gleichzeitig darauf achten muss, ob die Hände korrekt an den Griffen waren ist das gar nicht so einfach.

Es gab 2015 zwei Wahlen zum regelkonformen Griff.
In der ersten Wahl konnte sich die aktuelle Regel als zweitbeliebteste Option für die Stichwahl qualifizieren.
https://docs.google.com/document/d/1SUT ... QxY1w/edit
Und in der Stichwahl mit drei Stimmen Vorsprung als gültige Regel etablieren.
https://docs.google.com/document/d/1TQv ... g6baxhvdrf

Wir hatten mittlerweile genug Zeit die damals entschiedene Regel zu testen. Inzwischen gibt es auch viele ausländische Ligen, die die Grifffrage auf unterschiedliche Weise lösen. Die Tatsache, dass hier im Forum regelmäßig neue Threads zu diesem Thema eröffnet werden, die auch fleißig kommentiert werden, zeigt dass es viele gibt, die mit der aktuellen Lösung unzufrieden sind.
Wäre nach 5 Jahren eine neue Wahl angebracht? Ich denke schon.

Ein großes Problem war vermutlich damals auch die Stichwahl zwischen zwei Extremen. Anstatt einen Kompromiss zu finden, mit dem sich 80% der Spieler hätten anfreunden können, wurde ein Extrem gewählt, hinter dem nur 55% der Community steht.


----------------------------------------

Zu den anderen Themen.
Ich sehe im Leichtbau kein Problem. Wer mit einem Bambus als Kernrohr baut, hat auch keinen finanziellen Nachteil gegenüber "herkömmlichen" Pompfen.
Meiner Meinung nach sind gute Schuhe auch sehr wichtig. Und obwohl ich mehrere Carbon-Pompfen besitze habe ich für Sportschuhe schon deutlich mehr ausgegeben. Soll man Schuhe etwa auch regulieren damit Vermögendere keinen Vorteil gegenüber weniger Vermögenden haben?

Das einzige Problem was mir bisher in Verbindung mit Leichtbau aufgefallen ist, ist dass ich es kaum merke, wenn ich eine Kette schwinge und diese einen 200g Stab gewickelt hat. Aber das sehe ich nicht als legitimen Grund Leichtbau zu verbieten.


Das Privatpompfen einen Vorteil gegenüber Poolpompfen haben wird man nie verhindern können. Poolpompfen sind oft auf Haltbarkeit ausgelegt und sollten von jedem bespielt werden können, während Privatpompfen immer auf den eigenen Spielstil optimiert sind.
Grundsätzlich sollten Poolpompfen aber auch nicht zu weit vom aktuellen Spielstandard entfernt sein. Wenn es Standard ist, hinter der Grifffläche zu greifen, sollten die Poolpompfen auch so gebaut sein, dass dies gut möglich ist.

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Re: Überoptimierte "Metastäbe"?

Beitrag von Simba » Fr 15. Mai 2020, 12:25

Gernot hat geschrieben:
Mi 8. Apr 2020, 13:32
Seit 5 Jahren haben wir die Regel, dass ein Finger an der Grifffläche genügt um regelkonform zu greifen und auch nach 5 Jahren finde ich es immer noch befremdlich neuen Spielern zu erklären, dass sie beim Stab mit der vorderen Hand hinter der Manschette greifen (bzw. beim Q-Tip mit der hinteren Hand um die hintere Grifffläche) und nur mit einem Finger die sogenannte "Grifffläche" berühren sollen. Und das das kein Regelexploit sondern die Standardspielweise der Profis ist.
Ich verstehe das Problem daran nicht. Du erklärst den Leuten doch auch, dass sie am LP-Griff langrutschen, um Reichweite auszunutzen. Ist halt ne Sache des gesetzten Rahmens: Wenn man den Finger an der Grifffläche schon als fragwürdig anpreist wird er natürlich auch in diesem Kontext im Kopf behalten.
Ich erzähl' den Leuten: "Es reicht ein Finger an der Grifffläche, ob das für dich taugt musst du selbst entscheiden - mir persönlich reicht da die Kontrolle nicht." Dann können diejenigen immernoch selbst entscheiden was ihnen liegt - den Eindruck eines "inoffiziellen Regelbruchs" kriegen sie dadurch aber nicht.
Gernot hat geschrieben:
Mi 8. Apr 2020, 13:32
Das von Freeborn angesprochene Problem sehe ich im Gegensatz dazu sehr kritisch.
Der aktuelle Standardstabgriff verhindert ein Verrutschen aus der gültigen Grifffläche kaum oder zumindest weniger als es die alten "Reichweitenbegrenzer" taten. Die Einführung einer Mindestdicke der Manschette hat da zwar ein wenig geholfen, aber wer sich gelegentlich Spiele anschaut wird feststellen, dass die Finger da (zumindest bei einigen Spielern) doch häufiger verrutschen und somit die Treffer ungültig wären.
Als Schiedsrichter muss man heutzutage ohnehin schon gut schielen können um klar erkennen zu können, wer bei dem mittlerweile hohem Tempo zuerst trifft. Wenn man dabei auch noch gleichzeitig darauf achten muss, ob die Hände korrekt an den Griffen waren ist das gar nicht so einfach.
Sieht man jetzt regelmäßig, dass Stabspieler*innen ungültig greifen, oder sieht man es nur sehr schlecht?
Such gerne mal ein paar Videosequenzen raus in denen du das Abrutschen erkannt hast. Ich habe es noch nicht als gravierendes Problem festgestellt, aber vielleicht schiel' ich auch nicht genug.



Gernot hat geschrieben:
Mi 8. Apr 2020, 13:32
Wir hatten mittlerweile genug Zeit die damals entschiedene Regel zu testen. Inzwischen gibt es auch viele ausländische Ligen, die die Grifffrage auf unterschiedliche Weise lösen. Die Tatsache, dass hier im Forum regelmäßig neue Threads zu diesem Thema eröffnet werden, die auch fleißig kommentiert werden, zeigt dass es viele gibt, die mit der aktuellen Lösung unzufrieden sind.
Wäre nach 5 Jahren eine neue Wahl angebracht? Ich denke schon.
Es gab auch vor 5 Jahren schon ausländische Ligen, die die Grifffrage irgendwie lösen - daran hat sich bis heute nicht viel geändert.
Nur weil sich Leute an einem Thema beteiligen heißt das nicht, dass diese auch mit der aktuellen Situation unzufrieden sind.
Für mich ist immer ein guter Gradmesser wie oft ich auf Turnieren über ein Thema nachdenken oder diskutieren muss, egal ob jetzt als Schiri oder als Spieler. Und diese Situationen kann ich über die letzten 5 Jahre an maximal zwei Händen abzählen.
Ich sehe also keine Notwendigkeit einer neuen Abstimmung.

Gernot hat geschrieben:
Mi 8. Apr 2020, 13:32
Zu den anderen Themen.
Ich sehe im Leichtbau kein Problem. Wer mit einem Bambus als Kernrohr baut, hat auch keinen finanziellen Nachteil gegenüber "herkömmlichen" Pompfen.
Meiner Meinung nach sind gute Schuhe auch sehr wichtig. Und obwohl ich mehrere Carbon-Pompfen besitze habe ich für Sportschuhe schon deutlich mehr ausgegeben. Soll man Schuhe etwa auch regulieren damit Vermögendere keinen Vorteil gegenüber weniger Vermögenden haben?

Das einzige Problem was mir bisher in Verbindung mit Leichtbau aufgefallen ist, ist dass ich es kaum merke, wenn ich eine Kette schwinge und diese einen 200g Stab gewickelt hat. Aber das sehe ich nicht als legitimen Grund Leichtbau zu verbieten.


Das Privatpompfen einen Vorteil gegenüber Poolpompfen haben wird man nie verhindern können. Poolpompfen sind oft auf Haltbarkeit ausgelegt und sollten von jedem bespielt werden können, während Privatpompfen immer auf den eigenen Spielstil optimiert sind.
Grundsätzlich sollten Poolpompfen aber auch nicht zu weit vom aktuellen Spielstandard entfernt sein. Wenn es Standard ist, hinter der Grifffläche zu greifen, sollten die Poolpompfen auch so gebaut sein, dass dies gut möglich ist.
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Re: Überoptimierte "Metastäbe"?

Beitrag von NeuerLauchGeselle » Sa 23. Mai 2020, 14:51

So, wir hatten hier jetzt eine ausschweifende Diskussion über das Gute und das Schlechte von Stäben.
Es scheint sich aber bis jetzt keine Neuerung aufgetan zu haben, die eine Umschreibung der Regeln in irgendeiner Weise erfordert. Die einzigen Stimmen in diese Richtung fordern eine Rückführung der Definition Hand an der Grifffläche zu vor 2015.

(Aktuell im Regelwerk: 4.4.3 DAS REGELGERECHTE FÜHREN DER POMPFE
[…] Um eine Nahpompfe regelgerecht zu führen, müssen sich die Hände des Pompfers an den entsprechenden Griffflächen befinden. Dazu genügt es, wenn ein beliebiger Teil der Hand die Grifffläche berührt.[…])

Eine Änderung hier halte ich für unrealistisch, da es die aktuell gespielte Praxis nicht wiederspiegelt. Das wurde aber von meinen Vorrednern (danke Max etc.!) schon zur genüge breitgetreten.

Neue Forderungen bezüglich der erlaubten Bauart des Stabes (1cm Manschette für Reichweite, keine Minimallänge des Stabes, keine verpflichtende Polsterung für die hintere Grifffläche) waren für mich nicht ersichtlich.

Damit sehe ich in diesem Thread maximal eine(1) Bestrebung, eine neue Regel zu schaffen (bzw. eine alte Regel zurückzuholen), wenn überhaupt. Wenn jemand möchte, darf er/sie gerne im Regellabor (viewforum.php?f=261 ) einen Vorschlag dazu schreiben.

LG
Manuel
Wenn man keinen Friedhof neben der Trainingswiese hat, gibt es immernoch den Neckar.

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