[Diskussion] Kettensicherheit (Gliederketten)

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Ein Uhu
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Re: [Diskussion] Kettensicherheit (Gliederketten)

Beitrag von Ein Uhu » Fr 20. Apr 2018, 09:13

Da hier vor allem ein "erhöhtes Verletzungsrisiko" angeführt wird:
  • Wie ist es tatsächlich um dieses Risiko bestellt, jenseits der Theorie?
Will sagen, wie viele Verletzungen durch Gliederketten welcher Art gab es, so über den Daumen gepeilt?

Ehe die Bauart einer Pompfengattung derart reglementiert wird, dass bestimmte, bislang gängige und bislang per se als bewehrt betrachtete Bauarten tatsächlich ausgeschlossen werden können (id est, Ketten raus, Filament rein) sollten wir da eine tragfähige Erfahrungsbasis haben.
Sonst besteht die Gefahr "gefühlter Fakten" und Willkür.

Ich frage auch deswegen, weil mir in meiner bisherigen Spieler- und Anleiterlaufbahn kaum wirklich nennenswerte Verletzungen untergekommen sind, ich habe solche also weder erlebt noch beobachtet.
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el-morte
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Re: [Diskussion] Kettensicherheit (Gliederketten)

Beitrag von el-morte » Fr 20. Apr 2018, 14:15

Also ich habe schon eine leichte Gehirnerschütterung und ein gebrochenes Fußgelenk erlebt.
Die Gehirnerschütterung wurde von einem Spieler verursacht, der für seine übermäßig kraftvolle Spielweise, gepaart mit sehr schlechter Spielübersicht, mehrmals angemahnt und schließlich vom Training ausgeschlossen wurde.
Das Fußgelenk war Pech, weil der Spieler, der sich dieses gebrochen hat, beim Ausweichsprung über die Kette ungünstig gelandet ist(ich meine auf der Kette, bin mir hierbei aber nicht 100% sicher).
Das sind aber nur 2 Erlebnisse, verteilt über die letzten Jahre. Und bei den leichten Nylon-Ketten, die heutzutage meist genutzt werden, ist ein Kopftreffer auch nur noch halb so tragisch.
- Darius

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Noir
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Re: [Diskussion] Kettensicherheit (Gliederketten)

Beitrag von Noir » Fr 20. Apr 2018, 16:04

Wicklungen um den Hals habe ich bei beiden Varianten schon gesehen. Aus meiner Sicht kam es bei der Schlauchgurtband-Kette aber zu einer stärkeren Wicklung, kann aber auch Situationbedingt gewesen sein. Dennoch halte ich diese Bauart für die sichere und angenehmere.

Insgesamt zeigen meine fast 12 Jahre Erfahrung aber, dass es durch Pompfen zu mehr Verletzungen kam als durch Ketten, selbt durch Glieder-Ketten.
Ein Verbot dieser Bauvariante halte ich für zu früh und eventuell verabschiedet sich diese in den nächsten Jahren eh, wenn die Entwicklung des Kettenbaus weiter so rasant voran schreitet. Also ich schließe mich Ruben (Ein Uhu) an.
Ich sag nur:"Skull - Prost!"

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Re: [Diskussion] Kettensicherheit (Gliederketten)

Beitrag von Rigor_Tobi » Sa 21. Apr 2018, 13:50

Noir hat geschrieben:
Fr 20. Apr 2018, 16:04
Insgesamt zeigen meine fast 12 Jahre Erfahrung aber, dass es durch Pompfen zu mehr Verletzungen kam als durch Ketten, selbt durch Glieder-Ketten.
Ein Verbot dieser Bauvariante halte ich für zu früh und eventuell verabschiedet sich diese in den nächsten Jahren eh, wenn die Entwicklung des Kettenbaus weiter so rasant voran schreitet. Also ich schließe mich Ruben (Ein Uhu) an.
Meine Erfahrung zeigt es andersherum: Wenn ich was erlebt habe, dann sind das Cuts und blaue Flecke durch Plastikkettenglieder, bei POmpfen ist der Q-Tip-Daumen die gefürchteste Verletzung gewesen.

Welche Bauvariante meinst du jetzt mit den letzten beiden Zeilen, Martin?

Erneutes Statement:
Plastikketten sind nicht mehr zeitgemäß, Schlauch-, Filament- oder Gurtketten sind wesentlich sicherer (sie wickeln sich schneller, korrekt, aber wenn man nicht wie ein berserker einen anderen Spieler würgen möchte, sind wicklungen trotzdem angenehmer als bei plastikketten) und leichter.
Mit dem Punkt "sicherer" sind die Dinger legitim. Oberste Regel SIcherheit und so.

Ich persönlich finde es auch sportlich ästhetischer mit gurt/filament/schlauch, als mit den plastikkettengewummse.
Arjen hat die Nr. 11 gesegnet!!!!

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Re: [Diskussion] Kettensicherheit (Gliederketten)

Beitrag von Rigor_Tobi » Sa 21. Apr 2018, 13:50

Noir hat geschrieben:
Fr 20. Apr 2018, 16:04
Insgesamt zeigen meine fast 12 Jahre Erfahrung aber, dass es durch Pompfen zu mehr Verletzungen kam als durch Ketten, selbt durch Glieder-Ketten.
Ein Verbot dieser Bauvariante halte ich für zu früh und eventuell verabschiedet sich diese in den nächsten Jahren eh, wenn die Entwicklung des Kettenbaus weiter so rasant voran schreitet. Also ich schließe mich Ruben (Ein Uhu) an.
Meine Erfahrung zeigt es andersherum: Wenn ich was erlebt habe, dann sind das Cuts und blaue Flecke durch Plastikkettenglieder, bei POmpfen ist der Q-Tip-Daumen die gefürchteste Verletzung gewesen.

Welche Bauvariante meinst du jetzt mit den letzten beiden Zeilen, Martin?

Erneutes Statement:
Plastikketten sind nicht mehr zeitgemäß, Schlauch-, Filament- oder Gurtketten sind wesentlich sicherer (sie wickeln sich schneller, korrekt, aber wenn man nicht wie ein berserker einen anderen Spieler würgen möchte, sind wicklungen trotzdem angenehmer als bei plastikketten) und leichter.
Mit dem Punkt "sicherer" sind die Dinger legitim. Oberste Regel SIcherheit und so.

Ich persönlich finde es auch sportlich ästhetischer mit gurt/filament/schlauch, als mit den plastikkettengewummse.
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Re: [Diskussion] Kettensicherheit (Gliederketten)

Beitrag von Noir » Mo 23. Apr 2018, 12:21

Naja, bei mir waren es mehr Verletzungen durch Pompfer, aber vielleicht lag das auch an der Spielweise meiner Gegner^^

Also ein Verbot von Glieder-Ketten finde ich noch zu früh und die Bausweise der Ketten schließt alle ein, wobei sich an den Glieder-Ketten in letzter Zeit natürlich nicht mehr so viel getan hat.

Besser verständlich?
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Re: [Diskussion] Kettensicherheit (Gliederketten)

Beitrag von Rigor_Tobi » Mo 23. Apr 2018, 15:36

ah okay, danke, verstanden ;) Da gehe ich mit, ein Verbot sehe ich als ebenfalls als unnötig an.
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Re: [Diskussion] Kettensicherheit (Gliederketten)

Beitrag von Rigor_Tobi » Do 10. Mai 2018, 11:45

Das jüngste Turnier, nämlich der 12. BJP spiegelt die von mir hochgelobte Entwicklung wider: Die Plastikketten sind jetzt schon die Ausnahme, es werden Gurt- und Schlauchketten in allen Facetten gespielt. Keine Verletzungen, keine kaputten Pompfen, das ganze Spiel vollzieht sich gefühlt angenehmer!
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Re: [Diskussion] Kettensicherheit (Gliederketten)

Beitrag von dlm_paul » Mi 16. Mai 2018, 23:31

um der Liste der Gliederketten-Verletzungen kurz zu ergänzen: Ein Ex-Greifswalder hat dank einem Kettenglied nur noch anderthalb funktionstüchtige Augen... Also ein blöder Treffer, exakt auf die Pupille.
Was ist eigentlich diese Russelklasse?
--> https://de.wikipedia.org/wiki/Russellsche_Antinomie

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Re: [Diskussion] Kettensicherheit (Gliederketten)

Beitrag von Yama » Mi 13. Jun 2018, 19:02

Trotz, dass ich erst seit etwa 2 Jahren aktiv spiele, habe ich persönlich nicht das Gefühl, dass sich an der Häufigkeit der Verletzungen durch Ketten seit dem groß was geändert hat. Die mittelschwereren Verletzungen (z.B.hinfliegen aufgrund von Ketten und daraus folgende Verletzungen etc.;Strangulation (selten)) haben sich in meinen Augen durch die Bandketten nicht geändert, weder in Häufigkeit, noch in schwere der Verletzung und Folgen. Zu schweren/extrem schweren Verletzungen wie Augenprobleme durch Treffer o.a.kann ich nicht viel sagen, da ich in meinen 2 Jahren so etwas nie miterlebt habe. Und bei den kleineren ,,Verletzungen" wie blaue Flecken etc., habe ich eher das Gefühl, dass sich die Art der Verletzungen geändert hat. So habe ich beim Kette spielen (Bandkette) zum Beispiel zunehmend Hautauf- und abschürfungen (vor einer Woche erst hat es mir ein Stück Haut zwischen Mittel und Ringfinger abgerissen). Weiter habe ich beim spielen von Bandketten verstärkt Brandblasenansätze und durch Reibung stark belastete Hauptstellen (kleiner Maßstab nie größer als ein paar Zentimeter). Diese Art von Wehwehchen ersetzt (in meinen Augen) nur die Wehwehchen der älteren Gliederketten (blaue Flecken und Druckstellen). Daher finde ich es nicht gerade sinnvoll überhaupt ein Verbot gegen Gliederketten auszusprechen (egal wann).
Die Gliederkette ist in meinen Augen (insbesondere beim Training) einfach nur anspruchsvoller. Insofern, dass man zu einen mehr Kraft und Ausdauer in den Armen braucht, um mit der Gliederkette längere Zeit zu spielen und zum anderen bei Zielübungen mehr darauf bedacht ist, genau zu zielen, da man durch das größere Gewicht auf Dauer nicht so viele Angriffe setzen kann. Dadurch wird in meinen Augen das Verletzungsrisiko eher gemildert, da man sich eine zielsicherere Spielweise aneignet (und die geht für gewöhnlich nicht in Richtung Kopf).
Schließlich habe ich nicht das Gefühl, dass die Gliederkette beim spielen ungenauer/unkontrollierter zu führen ist, als die Bandkette, eher im Gegenteil. Durch ihr geringes Gewicht habe ihn häufiger das Gefühl, dass die Bandkette, wenn sie einmal weggerutscht ist viel schwerer wieder unter Kontrolle zu kriegen ist, da sie schlichtweg irgendwohin fliegt, während die Gliederkette ziemlich schnell zu Boden fällt und dann wieder aufgenommen werden kann.
Auch fällt mir, wie von anderen hier bereits mehrfach bemerkt worden ist auf, das Treffer seitens einer Bandkette häufig nicht gespürt werden (vom Getroffenen) auch wenn ein eindeutig spürbarer (für den Kettenspieler) Ruck durch die Kette/das Band geht.
Alles in allem, denke ich, dass ein komplettes Verbot der Gliederkette nicht sinnvoll ist, da ich das Training mit ihr fruchtbarer finde (wenn man sich anstrengt ^^). Zugleich verstehe ich aber auch, dass viele bevorzugt Bandketten spielen, weil diese Kräfte schonender und schneller zu spielen sind.
Summa Summarum halte ich es für sinnvoll, die Bandketten spezifischer in das Regelwerk aufzunehmen und die Gliederkette darin zu belassen, so dass beide Ketten etwa gleich stark (evtl.auch durch unterschiedliche Stärken) und gleich berechtigt sind.

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