[Regeldiskussion]Verhalten und Zeit zwischen den Züge

Diskussionen um das Regelwerk
bene37
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[Regeldiskussion]Verhalten und Zeit zwischen den Züge

Beitrag von bene37 » Mo 16. Jul 2018, 13:20

Moin, nach meinen Spiel- und Schiedserfahrungen von der MDJM in Halle (wieder ein super Event, vielen Dank dafür!) letztes Wochenende (fast), sind bei mir drei Sachen hängen geblieben, die ich gerne zur Diskussion stellen wollte.

1 Zwischen den Zügen

Aktuell sagt das Regelwerk, dass die Mannschaften zwischen den Zügen "begrenzt Zeit" für Erholung, Besprechung, Wechsel und Aufstellung haben. In der Praxis heißt das, dass der*die Hauptschiri nach eigenem "Gefühl" iwann anfängt anzuzählen. Das kam mir nie unfair oder zu hart, aber doch recht ungleich vor. Wäre es da nicht wünschenswert(er), die "begrenzte Zeit" klar zu definieren?

Möglichkeit 1: Nach Erzielen eines Juggs verbleiben X Steine bis zum Beginn des nächsten Zuges, der*die Schiri gibt diese in Y-Schritten laut kund.
Möglichkeit 2: Nachdem beide Teams ihre Grundlinie erreicht haben, verbleiben X Steine bis zum Beginn des nächsten Zuges (scheint mir aktuell die gängigste Praxis zu sein), der*die Schiri gibt diese in Y-Schritten laut kund.
Möglichkeit 3: Nach der Beendigung eines Zuges durch das Geben eines Juggs durch den*die Hauptschiri verbleiben X Steine bis zum Beginn des nächsten Zuges (das Szenario würde Schiridiskussionen berücksichtigen), der*die Schiri gibt diese in Y-Schritten laut kund.
Möglichkeiten 4 und n: andere Vorschläge

Das brennt mir jetzt nicht wirklich unter den Fingernägeln, aber ich denke, dass es sowohl den Spielenden, als auch den Schiris helfen würde, wenn wir das einheitlicher regeln würden. Dazu könnte man das im Training auch entsprechend üben.

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Gnom
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Re: 3 Regelfragen. 1 Zwischen den Zügen

Beitrag von Gnom » Mo 16. Jul 2018, 14:10

Hier werden und wurden bereits unterschiedliche Modelle ausprobiert.

Auf dem GJL PLayoff in Berlin wurden 30 Steine nach Jugg angesetzt, was ich persönliche für zu kurz empfinde.

Ich selbst orientiere mich grob an 25 Steinen ab Linie, oft gibt es aber Gründe für kleine Unterbrechungen während des Spieles. Solange die Schiedsrichter besprechen oder einem Teammitglied eine Information mitgeteilt wird, ist in der Regel das Zählen ausgesetzt, da die Teams ja auf die Schiedsrichter warten müssen und sich ggf. noch nicht auf den nächsten Zug Vorbereitet werden kann. In der Halbzeit/Seitenwechsel sollte es auch eine etwas längere Pause geben, damit sich das Team neu koordinieren kann.

Wenn es hier noch sinnvolle Erfahrungen von Turnierausrichtern und CO gibt, ist es bestimmt interessant diese zu hören. Ich fand auch das Spanische System in Hagen Hallenturnier ansprechend (Bis 10, jedes Team hat einen Timeout, irgendeine Pause bei 5 Punkten, nur sehr kurze Zeiten an der Linie). Kann das wer genauer beschrieben?

Cheers,

fx

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Max V.
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Re: 3 Regelfragen. 1 Zwischen den Zügen

Beitrag von Max V. » Mo 16. Jul 2018, 15:00

Im Winter wurde in NRW die folgende Regelung angwendet:

Ein spiel dauert 20 Minuten oder bis ein Team 10 Juggs erreicht hat. Hat ein team 5 Juggs oder ist in einem Zug der 10 Minuten Marke erreicht gibt es 90 Sekunden eine Halbzeit. (Halbzeit zählte mit zu den 20 Minuten, wenn ich mich recht erinnere)

Sobald beide Teams wieder in ihrer Hälfte sind oder spätestens 20 Steinen nach Ende eines Zuges werden 20 Steine, bis der nächste Zug beginnt, gezählt. Der Zeit- und Punktenehmer achtet auf die Übergangszeit und weißt den Hauptschiri durch die Ansage „20“ auf die verbleibenden 20 Steine bis Zugbeginn hin.
Wenn ein Team durch ihren Läufer signalisiert, dass sie bereit sind und es sind noch mehr als 10 Steine bis zum nächsten Zug signalisiert der zugehörige Mali durch Handzeichen und der Ansage „10“ dem Hauptschiri, dass die Zeit bis zum Zugbeginn auf 10 Steine verkürzt wurde. Der Hauptschiri zählt ab da weiter.

Time-Outs:
Jedes Team hat 2 Time-Outs je 30 Sekunden (20 Steine). Die Uhr wird hierbei angehalten. Pro Zug nur eine Time-Out. Teams die durch ihren Läufer signalisiert haben, dass sie bereit sind können für den Zug kein Time Out mehr nehmen. Während der Ansage 3-2-1 Jugger! darf kein Time-Out mehr genommen werden.
Die letzten 10 Steine (15 Sekunden) der Halbzeitpause und der Time-Outs werden laut angezählt, danach wird der nächste Zug direkt mit 3-2-1 Jugger eingeleitet. Sowohl Time-Outs als auch die Pause können frühzeitig beendet werden, wenn beide Teams durch ihre Läufer signalisieren, dass sie bereit sind.

2 Hinweise dazu:
1. Das ist aus einem Dokument, allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob das die endgültige Form war.
2. All diese Regelungen wurden getroffen, um die Spieltage planbarer zu machen. Es war jeweils nur 1 Feld verfügbar auf dem 6 Mannschaften Alle gegen Alle ausspielen sollten.

Die Erfahrung daraus: Das war richtig anstrengend, da die Taktung sehr hoch war. Das hat dem ganzen einen noch sportlicheren Aspekt gegeben. Die Spieltage wurden gut umgesetzt und wir sind immer früher oder pünktlich fertig geworden. Auch wenn die körperliche Belastung höher war, fand ich es mental doch sehr entspannt. An der Linie wurde weniger gelabert und es gab klare Ansagen, anstelle durchzuzählen hat man runter zählen lassen und hatte den Fokus schon wieder auf den nächsten Zug. Das Time-Out war als taktisches Element nett und hat einem die Chance gegeben etwas gegen die Uhr zu arbeiten oder auch nur mal durchzuschnaufen, wenn der Gegner schnell anzählen lassen wollte.
"[...] und präsentierte sich ihm mit einem Blick über die Schulter, den man wohl als schalkhaft erwartungsvoll bezeichnen musste."

Wuzimu
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Re: 3 Regelfragen. 1 Zwischen den Zügen

Beitrag von Wuzimu » Di 17. Jul 2018, 00:09

Das Regelwerk beschreibt ja hauptsächlich das, was zwischen "3-2-1-Jugger!" und "Jugg!". Die Zeit zwischen den "Jugg!" und "3-2-1-Jugger!" ist für den Spielfluss weitesgehend irrelevant und gehört meiner Meinung nach in den Schiedsrichterleitfaden.

Dazu kommen noch andere Faktoren:
- Hat es 40°C im Schatten und ist eine feste Regulierung dazu schlichtweg unsinnig, weil die Gegebenheiten es einfach nicht hergeben nach einer festen Zeit X wieder anzuzählen?
- Ist der Spielplan so knapp bemessen, dass Zeit X zu viel ist?
- Wem noch was einfällt ...

Rudi
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Re: 3 Regelfragen. 1 Zwischen den Zügen

Beitrag von Rudi » Di 17. Jul 2018, 08:11

In der Regel haben ja vor allem auch die Turnierausrichter ein großes Interesse daran, dass ihr Turnier zügig und möglichts nach Plan abläuft. Scheinbar wurden ja auf einigen Turnieren auch schon diverse Handhabungen zu dem Thema getestet. Wenn weiterhin kreative Ideen entwickelt und auf den Turnieren getestet werden, wird sich über das feedback der Teilnehmer sicher die beste Möglichkeit herauskristallisieren.

Ich persönlich fände es schon schön, wenn es auf einem Turnier wenigstens eine einheitliche Ansage, bzw Regelungen gäbe wie Angezählt werden soll, da ich es auch schon erlebt habe, dass wir immer vom gleichen Team geschiedst wurden und nach fast jedem Zug mit dem Runterzählen von 10 begonnen wurde, obwohl einige Spieler noch auf dem Rückweg zur Grundlinie waren. Allerdings kann man sowas sicherlich auch mit den jeweiligen Schiris absprechen und darum bitten, mit dem Anzählen etwas zu warten.

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Re: 3 Regelfragen. 1 Zwischen den Zügen

Beitrag von Noir » Di 17. Jul 2018, 12:32

Ich handhabe es aktuell so, dass ich beobachte ob es irgendeinen Klärungsbedarf gitb. Wenn nicht, dann warte ich ab bis beide Teams wieder an der Grundlinie sind (solange das natürlich nicht ewig dauert) und zähle ab 15 im Steinetackt runter. Ist ein Team bereit springt der Counter auf 10. Also im Schnitt haben die Teams ab einem gesteckten Jugg 20-25 Steine Zeit. Da klappt mMn recht gut.
Ich sag nur:"Skull - Prost!"

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Re: 3 Regelfragen. 1 Zwischen den Zügen

Beitrag von Max V. » Di 17. Jul 2018, 13:10

Inzwischen wird die Handhabung Team ist bereit ↦ "10!" von vielen Teams auch erwartet. Man stößt aber auch auf Schiedsrichter, die davon noch nie etwas gehört haben oder es sogar ablehnen. Von daher ist es wichtig, wenn es keine Orga Ansage gibt, das vor dem Spiel zu klären.

Ich habe sowohl schon mit festen als auch mit losen Zeitintervallen geschiedst. Jeweils aber angezählt, wenn die Teams einfach zu lange gebraucht haben, um fertig zu werden. Dabei kann man mit gesunden Menschenverstand Hitze und Belastung natürlich berücksichtigen. Ich habe aber auch festgestellt, dass wenn man dann mit "20!" anfängt, die meisten Teams dann zur "10!" bereit sind. Solange man irgendwann anzählt, ist das Intervall das gar nicht so wichtig.
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Re: 3 Regelfragen. 1 Zwischen den Zügen

Beitrag von Magnus » So 19. Aug 2018, 20:00

+1 an Max.

Die Regelung bei der NRW Winterliga finde ich für die Spielpraxis tatsächlich am angenehmsten. Auch wenn es eine erhöhte körperliche Anstrengung darstellte, empfand ich (als nicht krass durchtrainierter Spieler) die maximal 20 Steine Pause nachdem ein Team die Grundlinie überschritten hatte als ausreichend. Wie Max schon sagte, war man einfach während dem Spiel deutlich fokussierter und es lief einfach flüssig. Natürlich sollte der gesunde Menschenverstand eingeschaltet werden wenn es um die Wetterlage geht.

So über den Daumen gepeilt könnte man es wie folgt formulieren:

"... Die maximale Zeit zwischen zwei Spielzügen von 20/25/X Steinen beginnt, sobald ein Team ihre Grundlinie überschritten hat. Der Beginn ist laut und deutlich zu äußern. Ist ein Team bereit, wird die Zeit auf 10 Steine verkürzt, aber nicht verlängert*. Bei extremen Wetterlagen (starke Hitze, extremer Regen, Sharknado***, etc.) ist von dieser Zeitregelung abzusehen**."

*Damit meine ich folgendes: Man zählt die X Steine runter und ist schon bei 5 angekommen. Team A signalisiert ihre Bereitschaft, Team B ist noch nicht bereit. Die "Pausenzeit" soll nicht künstlich verlängert werden, in dem man jetzt von 10 runter zählt, sondern strikt weiter zählt (4... 3.. etc.).

** Hier kann ein kleiner Passus ergänzt werden. Da nicht jeder von uns mit einem Thermometer rumrennt, kann man die Orga in die Pflicht nehmen. Diese kann/sollte dann eine offizielle Ansage machen a la "Zu heiß - macht euch nicht kaputt".

*** Hier entsteht eine kleine Ratlosigkeit meinerseits. Ist Hitze der einzige Grund, weswegen man den Teams länger Zeit geben sollte?
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Re: 3 Regelfragen. 1 Zwischen den Zügen

Beitrag von Max V. » So 19. Aug 2018, 23:29

Magnus hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 20:00
*** Hier entsteht eine kleine Ratlosigkeit meinerseits. Ist Hitze der einzige Grund, weswegen man den Teams länger Zeit geben sollte?
Die Belastung des Zuges selbst sollte man beachten. Wird der Zug nach dem ersten Stein wegen eines Frühstarts abgebrochen oder sind alle Spieler für 40 Steine über den Platz gesprinntet.
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Re: 3 Regelfragen. 1 Zwischen den Zügen

Beitrag von Magnus » Mo 20. Aug 2018, 10:08

Max V. hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 23:29
Die Belastung des Zuges selbst sollte man beachten. Wird der Zug nach dem ersten Stein wegen eines Frühstarts abgebrochen oder sind alle Spieler für 40 Steine über den Platz gesprinntet.
Das wäre ein Szenario, wo ich selbst jetzt normal anzähle. Angenommen, beide Teams standen unter dieser Belastung. Punkt wird gemacht und Team A signalisiert nach ca. 5 Steinen Pause, dass sie bereit sind. Ich gehe davon aus, dass die meisten von 10 runter zählen. In der Regel wird Team B die 10 Steine runter zählen lassen und sich nicht beschweren, dass sie gerne mehr Pause haben wollen.

Was ich damit sagen will: die reine sportliche Belastung durch den letzten Spielzug, welche nicht durch externe Einflüsse wie extreme Wetterlagen beeinflusst wurde, sollte kein Maß für ein außer Kraft setzen einer Regel führen, da wir sonst uns die Gedanken über eine sinnvolle und vor allem konsequenten Regelung sparen können. Wo würdest du dann eine Grenze setzen wollen? Wer X Steine über das Feld gesprintet ist, darf länger Pause machen, als jemand, der X-1 Steine gesprintet ist? Würde es einen Unterschied machen, ob du die X Steine gesprintet bist, oder ob ich das war?
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