Wichtige Versicherungsfrage: Pompfen und Unfälle

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Ein Uhu
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Wichtige Versicherungsfrage: Pompfen und Unfälle

Beitrag von Ein Uhu » Fr 30. Okt 2015, 11:12

Juggeressas und Juggereros,

mich erreichte folgende Anfrage / Aussage eines Sozialpädagogen, der eine Schul-Jugger-AG mit Erfolg durchführt/durchgeführt hat (herf. durch mich):
Soz. Päd. hat geschrieben: [mich erreichte] die Nachricht, dass
angeblich das Ausüben der Sportart Jugger an Schulen versicherungsrechtlich
(zumindest in Bayern) problematisch ist und angeblich der Kommunale
Versicherungsverband bei Unfällen tw. nicht versichert. Im Telefonat mit der
zuständigen Person wurden zwei Gründe geäußert, die dazu führten, dass
sowohl unsere Schulleitung, wie mein Dienstgeber eine Beendigung forderten.

Das erste Argument sagt, dass ich keine Übungsleiterausbildung für diese
Sportart besitze aber die gibt es ja wohl auch nicht. Der zweite Grund ist,
dass Pompfen keine TÜV-Prüfung o.ä. besitzen und das selbstgebautes Material
sowieso nicht gehe und ich als der „in den Verkehr Bringer“ u.U. sogar bei
Verletzungen strafrechtlich belangt werden könnte.
Schönes Deutschland. Was sind Euere Erfahrungen? Ratschläge?
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Re: Wichtige Versicherungsfrage: Pompfen und Unfälle

Beitrag von Yannick » Fr 30. Okt 2015, 16:08

Also unserem Hochschulsport reicht als Qualifikation für die Kursleiter ein Erste-Hilfe-Kurs. Die werden schon wissen, was die Landesunfallkasse da von ihnen verlangt.

Andererseits weiß ich von einem NRW-Team, die von ihrem Hochschulsport ersteinmal abgelehnt wurden, weil es ein "schwebendes Verfahren" bezüglich Jugger bei der Landesunfallkasse gäbe. Die NRW-Hochschulsportteams hatten aber wohl bis dahin alle keinerlei Probleme mit der Landesunfallkasse, daher ließ sich nicht herausfinden, was das für ein "schwebendes Verfahren" war.
Ach. Hand, Arm. Das sind doch bürgerliche Kategorien.

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Re: Wichtige Versicherungsfrage: Pompfen und Unfälle

Beitrag von Becko » Fr 30. Okt 2015, 16:29

Klingt soweit erstmal sehr deutsch :)

Zum Übungsleiter: Stimmt, dass es keinen Jugger-Sport-Schein gibt. Gut steht man aber da, wenn man in einer anderen Breiten-Sportart wenigstens einen ähnlichen Schein hat. Jedenfalls kann man damit Befürchtungen ausräumen. (In Lübeck war es bisher ausreichend zu versichern, dass man schon super lange spielt und weiß was man tut)

Zum Geräte-TÜV: Es gibt dutzende weit verbreitete und anerkannte Sportarten wo man sich mit irgendwelchen Geräten schlagen kann und diese Geräte sind nicht TÜV-zertifiziert (z.B. Kendo). Mal abgesehen von den ganzen Sportaren wo man sich direkt schlägt ohne Geräte oder Schutz. Und er Ball beim Fussball oder Handball ist zwar genormt, aber nicht mit der Massgabe der absoluten Verletzungsvermeidung - wer schonmal nen Handball an den kopf bekommen hat weis was ich meine. Es gibt bei allen Sportarten sowas wie verbindliche Standards (unser Regelwerk) und auch sowas wie ein kommerzielles Qualitätslevel für Ausrüstung, wo dann sogar sowas wie ein verbindlicher Sicherheitstest dahinter stehen kann. Im Jugger gibt es das zweite nicht wirklich, aber man kann ruhig auf das Regelwerk verweisen in dem Fall. Es lohnt vll. auch vorsichtig nachzufragen wie die Einstellung zu zugekauften Pompfen aus dem Pompfenshop ist. Ist zwar die gleiche Qualität und kostet mehr, aber vll. reicht die Berufung auf externe vermeintlich professionelle Pompfen-Expertise schon um die Zweifel zu besänftigen. Müsste man halt mal vorsichtig erfragen.

(ps: Ich finde es problematisch sowas über den Pompfenshop zu lösen, weil es einer Abwertung der Eigenbau-Pompfen gleichkommt. Es ist nur ein Vorschalg für das spezifische Problem.)

EDIT: Weiteres Argument: Es gibt so viel gefährlicher Sportarten (wie etwa Rugby), dass man sich daran orientieren kann. Wenn an den Schulen sowas zugelassen wird, dann sollte Jugger auch zugelassen werden.

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Re: Wichtige Versicherungsfrage: Pompfen und Unfälle

Beitrag von Mark » So 27. Dez 2015, 00:13

Hey,
es gibt einen Pompfenbeauftragten in Niedersachsen, der den Stadt und Lädersportbund in solchen Fragen vertritt. Vielleicht wäre es ein Ansatz bei Ihm die Pompfen segnen zu lassen.
Grüße,
Mark
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Re: Wichtige Versicherungsfrage: Pompfen und Unfälle

Beitrag von Ein Uhu » So 27. Dez 2015, 12:27

Mark hat geschrieben:es gibt einen Pompfenbeauftragten in Niedersachsen, der den Stadt und Lädersportbund in solchen Fragen vertritt. Vielleicht wäre es ein Ansatz bei Ihm die Pompfen segnen zu lassen.
Das klingt spannend. Wie seid ihr daran gekommen? Einer von eueren Spielern?
Mehr zum Thema seitens der Schule sollte es Anfang des Jahres geben. Sie sind jedenfalls in der Sache schon weiter gekommen.
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Re: Wichtige Versicherungsfrage: Pompfen und Unfälle

Beitrag von Mark » So 27. Dez 2015, 13:11

Es war eines der Auflagen vom Landessportbund, dass ein Pompfenbeauftragter ernannt werden muss. Seit dem gibt es diesen Titel in Niedersachsen. Er wird von einem Spieler gefuehrt.
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Re: Wichtige Versicherungsfrage: Pompfen und Unfälle

Beitrag von MskWolf » Mo 28. Dez 2015, 02:48

Hallo,

aus meiner Erfahrung als Abteilungsleiter und Trainer einer anderen Nischensportart (Moderne Schwertkunst, ein Semi-Kontaktkampfsport) kann ich folgendes sagen:

1. Übungsleiter: In der Regel ist ein Übungsleiter anderer Klassifizierung ausreichend, wenn kein Übungsleiter der jeweiligen Sportart existiert (Übungsleiter Breitensport C hilft immer). Des weiteren ist es wie immer: Es gilt die Verantwortungskette, sprich solange sich der Übungsleiter keine groben Fehler aus Sportpädagogischer Sicht oder nach gesundem Menschenverstand leistet, ist derjenige Verantwortlich, der für die Organisation in der der Sport ausgeübt wird verantwortlich ist (z.B. Vereinsvorstand). Das liegt daran, das dieser dafür verantwortlich ist ausreichend geschultes Personal für die Aufgabe zu verpflichten.

2. Hier wird es interessant: Normalerweise braucht es keinen TÜV, allerdings werden bei Unfällen nach meinem Kenntnisstand Experten und Richtlinien zu raten gezogen. Das sind in der Regel die jeweiligen Bundes-/Landesfachverbände und deren Ausrüstungsordnungen.

Folgende Einschränkungen zu meinen Ausführungen:
1. bezieht sich das alles auf Vereinstrainingsbetrieb, allerdings sind mir auch bei Schulgruppen noch nie Probleme zu Ohren gekommen.
2. alles was ich kenne bezieht sich auf die Sportversicherung, welche Vereine immer versicherungsrechtlich abschließen müssen, wie es mit der Kommunalen Versicherung aussieht weiß ich nicht.
3. Wir hatten schon 1-2 Versicherungsfälle und da hat die Versicherung keine Fragen gestellt und einfach gezahlt.

Ratschlag von meiner Seite:
Um relativ einfach an eine umfassende Sportversicherung zu kommen, einfach mit einem lokalen Sportverein reden:
Wenn die Kurse unter deren Fittichen (über eine Kooperation mit der Schule zum Beispiel) laufen, kann man sich einfach über die Landessportverbände Einzel-/ Kursversicherungskarten (1,50/5€) besorgen. Wenn was passiert einfach ausfüllen, abschicken und das Problem ist gelöst.

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Re: Wichtige Versicherungsfrage: Pompfen und Unfälle

Beitrag von ekabulat » Mi 16. Mär 2016, 16:15

Mark hat geschrieben:Es war eines der Auflagen vom Landessportbund, dass ein Pompfenbeauftragter ernannt werden muss. Seit dem gibt es diesen Titel in Niedersachsen. Er wird von einem Spieler gefuehrt.

Wer ist denn bitte der Pompfenbeauftrage in Niedersachsen oder wie kann man herausfinden wer das ist?!?

Ich glaube aber nicht das sich bayrische Bürokraten, die die ganze Sache hinterfragt haben, auf die Fachkundige Meinung einer Niedersächsichen Pompfenbeauftragten verlassen/vertrauen.

Mark
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Re: Wichtige Versicherungsfrage: Pompfen und Unfälle

Beitrag von Mark » Mi 16. Mär 2016, 18:46

Du kannst mich fragen. zum Beispiel ;)


Hast ne PN
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Re: Wichtige Versicherungsfrage: Pompfen und Unfälle

Beitrag von Lester » Mo 5. Mär 2018, 10:47

Hallo alle,
die Infos zu den bayrischen Versicherugnen kamen von mir.
Als Lösung werde ich versuchen im Sommer in Bayern einen Jugger-Kursleiter-Worshop auszurichten (in Kooperation mit dem BTFB und der AWO Forchheim).
Da der Kurs noch nicht ausgebucht ist, ist es noch fraglich, ob er stattfinden wird.
Wenn es klappt, wird dieser Kursleiter-Schein den Versicherugnen ausreichen. Der Kurs wird nur wegen der Versicherung gemacht.

Einen TÜV gibt es für Pompfen nicht, da solche Geräte als Handsportgeräte durchgehen und die werden nicht TÜV geprüft. Genauso ist es z.B. bei Keulen für die rythmische Sportgymnastik, die ja tausendmal gefährlicher für die Gesundheit der Sportler sind als Pompfen.

Wenn das mit dem Kursleiter im Sommer klappt, biete ich das im Winter in Berlin an und wenn 12 - 16 Interessenten da sind auch gern woanders.
Der Kursleiter bedingt 24 Lerneinheiten zu je 45 Minuten. Der Kurs dauert also drei Tage.

Um zukünftig Versicherungen den Wind aus den Segeln zu nehmen wäre es klasse, wenn wir Statistiken zu Verletzungen auf Juggerturnieren erstellen würden, da die deutlich zeigen werden wie harmlos der schönste Sport der Welt ist.

Liebe Grüße
Lester
Rigor Mortis / Kette

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