Jugger im Verein - Pro und Kontra

Fragen, Hilfen, Angebote, Anregungen rund ums Juggern
Forumsregeln
Hinweis neuregistrierte Nutzer: Bitte kontaktiert einen Admin wie Ein Uhu ( :idea: siehe hier), damit Euer Konto aktiviert wird.
Wir arbeiten an einer besseren Lösung.
Antworten
Benutzeravatar
Gernot
Beiträge: 93
Registriert: So 15. Jun 2014, 20:33
Stadt: Bonn
Position: Teamcaptain, Trainer

Jugger im Verein - Pro und Kontra

Beitrag von Gernot » Sa 12. Jun 2021, 15:15

Hallo zusammen,
in diesem Thread möchte ich diskutieren, welche Vor- und Nachteile die Ausübung von Jugger im Verein hat. Dabei möchte ich auch die Modelle der Gründung eines eigenständigen Jugger-Sportvereins und der Gründung einer Jugger-Abteilung in einem bestehenden Sportverein vergleichen.

Bei der Gründung eines eigenen Sportvereins unterscheide ich zwischen einem Basis-Sportverein und einem integrierten Sportverein. Wenn ein Verein gegründet wird, ist er erstmal ein Basis-Sportverein ohne fixe Betriebskosten. Erst durch die optionalen Mitgliedschaften im Stadt- oder Kreissportbund und im Landessportbund, für die er bezahlt, aber durch sie er auch bestimmte Vorteile genießt, wird er zum integrierten Sportverein. Das sind keine offiziellen Bezeichnungen, sie dienen hier nur der Veranschaulichung, welche Vorteile bereits ohne laufende Kosten gelten.

Bei den Vor- und Nachteilen ist zu beachten, dass sich diese in jeder Stadt und in jedem Bundesland unterscheiden können. Für die konkrete Höhe der Fördergelder die ihr beziehen könnt, schaut ihr am Besten auf der Webseite eurer Stadt oder eures Kreises nach Sportförderrichtlinien. Über zusätzliche Fördermöglichkeiten informiert euch auch euer lokaler Stadtsportbund oder Kreissportbund.

Die folgende Tabelle gibt einen groben Überblick über verschiedene Bereiche, die später noch genauer erläutert werden. 0 bedeutet kein Unterschied zu keinem Verein, + heißt besser, - heißt schlechter, als wenn man nicht als Verein organisiert wäre. Mehrere Plusse/Minusse dienen lediglich der Abstufung der verschiedenen Vereinsalternativen.
table.PNG
table.PNG (110.68 KiB) 293 mal betrachtet
* Hier sind nur die Kosten aufgezählt, die auf jeden Fall und auch regelmäßig anfallen; primär für Mitgliedschaften bei Stadt- und Landessportbund und Versicherung. Optionale Kosten, wie bspw. für eine Webseite oder Kontoführungsgebühren, sind hier nicht mit inbegriffen. Einmalige Kosten, wie für die Eintragung ins Vereinsregister, sind hier ebenfalls nicht aufgeführt.
** Hier kommt es sehr auf den Verein ein, in dem ihr als Abteilung Mitglied seid. Sehr populäre Vereine bringen euch natürlich auch eine bessere Außenwirkung.
*** Dieser Punkt hängt sehr stark von der Stadt/dem Kreis ab, in der/dem ihr euren Verein gründen wollt. Die meisten Städte/Kreise fordern eine Mitgliedschaft im Stadtsportbund/Kreissportbund bevor sie euch Nutzungszeiten auf städtischen Sportanlagen zuweisen. Dafür ist die Nutzung oft kostenlos oder zumindest stark vergünstigt. Als Abteilung eines Sportvereins habt ihr vor allem dann einen Vorteil, wenn der Verein eigene Sportanlagen besitzt, auf denen er euch Nutzungszeiten anbieten kann.
**** Hier kommt es darauf an, wie viele Fördergelder der Verein an eure Abteilung weiterreicht.


:!: Laufende Kosten

Grundsätzlich kann ein Verein komplett ohne laufende Kosten betrieben werden. Wichtig dafür ist, dass ihr vom Finanzamt einen sogenannten Körperschaftsfreistellungsbescheid erhaltet. Dafür muss euer Verein nur in der Satzung erwähnen, dass er einem gemeinnützigen Zweck dient (die Förderung des Sports ist ein gemeinnütziger Zweck) und nicht gewinnorientiert arbeitet. Außerdem müssen die Jahreseinnahmen des Vereins aus steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben unter 35.000 Euro liegen. Ihr könnt auch vor der Eintragung eurer Satzung ins Vereinsregister eure fertigen Satzung vom Finanzamt prüfen lassen. Dieser Service ist kostenlos und wird ausdrücklich empfohlen. Bitte sendet aber keine halbfertigen Entwürfe und haltet euch an Mustersatzungen für gemeinnützige Vereine (z.B. hier oder hier).

Um städtische Förderungen zu erhalten, müssen in einigen Städten bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt werden. Diese sind in der Regel:
  • Mitgliedschaft des Vereins im Stadt-/Kreissportbund (SSB/KSB)
  • Mitgliedschaft des Vereins im Landessportbund (LSB)
  • Vom Finanzamt bescheinigte Gemeinnützigkeit
  • Versicherung
  • über 50% der Mitglieder müssen im Kreis oder der Stadt wohnen, von der Förderungen in Anspruch genommen werden möchten
Gegebenenfalls sind auch noch weitere Anforderungen zu erfüllen, wie bspw. Ermäßigungen der Mitgliedsgebühren für einkommensschwache Familien oder eine bestimmte Anzahl minderjähriger Mitglieder. Am Besten informiert ihr euch dazu bei eurer Stadt.
Die Kosten für die Mitgliedschaft im SSB/KSB und LSB, sowie für die Versicherung hängen oft von der Anzahl und dem Alter eurer Mitglieder ab. In der Regel liegen diese Kosten insgesamt bei etwa 10 bis 15 € pro Mitglied und Jahr.

Wenn ihr eine Abteilung in einem größeren Sportverein seid, wird ein bestimmter Betrag der Mitgliedsgebühren für allgemeine Bereiche des Vereins verwendet und nur ein Teil wird eurer Abteilung zur Verfügung gestellt. Die Kosten unterscheiden sich hier je nachdem, in welchem Verein ihr seid und ob der Verein eigene Sportanlagen besitzt, deren Betrieb er über die Mitgliedsgebühren finanziert.


:!: Aufwände zur Erfüllung rechtlicher Vorgaben

Ein Aufwand der regelmäßig auf euch zukommen wird, ist das Schreiben der Steuererklärung. Das muss zwar nur einmal im Jahr passieren und ist auch in wenigen Stunden erledigt, es ist aber einfacher, wenn man nur eine Abteilung ist, da sich der Verein dann darum kümmert.

Ein weiteres wichtiges Thema ist eine Datenschutzerklärung. In der Regel kann man aus vorgefertigten Baukästen kopieren und muss nur selten Anpassungen machen, aber auch hier ist es einfacher, als Abteilung einem Verein beizutreten, der bereits eine Datenschutzerklärung hat.

Außerdem muss ein Verein seine Mitglieder jedes Jahr zu einer ordentlichen Mitgliederversammlung einladen. Themen auf einer solchen Versammlung sind beispielsweise Wahlen von Vorstandsposten, Änderungen der Satzung, Entlastung des Vorstandes/Kassenwarts für das vergangene Geschäftsjahr, ein Rückblick auf die Aktionen des vergangenen Jahres und eine Planung für das kommende Jahr.


:!: Mitgliederbindung / Professionalisierung nach Innen

Ohne einen Verein zu haben, ist es oft schwer zu sagen, wer alles zum Team gehört und wer nicht, da Leute teilweise lautlos kommen und gehen. In einem Verein, in welchem Leute zu Beginn ein Beitrittsformular unterschreiben und eventuell auch irgendwann offiziell austreten, ist die Zugehörigkeit eindeutig.
Menschen fühlen sich einer Gruppe stärker zugehörig, wenn sie einen Zettel unterschrieben haben, als wenn sie nur hin und wieder mit größtenteils fremden Leuten Sport auf einer Wiese getrieben haben.

Außerdem regelt eine Vereinssatzung auch klar das Mitspracherecht der Mitglieder und welche Personen - demokratisch legitimiert - dazu befugt sind das Team bzw. den Verein nach außen zu vertreten oder andere bestimmte Funktionen wahrnehmen.

In Bezug auf Gemeinschaftseigentum und -gelder bietet ein Verein auch mehr Sicherheiten als ein Team. In der Regel legt man als Verein ein Vereinskonto an und kauft Waren (z.B. Trainingsmaterial) als Verein. Damit ist der Verein Eigentümer. Bei Teams werden zwar auch oft Teamkassen genutzt, diese werden aber in der Regel auf einem Privatkonto oder in einer Spardose, die bei einer Person in der Wohnung aufbewahrt wird, verwaltet. Missbrauch ist hier sehr einfach und der Nachweis, dass Geld, welches bei einer Person auf dem Privatkonto liegt, dieser Person nicht gehört, schwer. Mit einem Vereinskonto ist dies entsprechend einfacher und die Sportversicherung deckt i.d.R. auch die Veruntreuung von Vereinsgeldern und -eigentum ab. Diese höhere Sicherheit und Mitgliederbindung ermöglichen auch längeres Sparen für größere Anschaffungen oder Investitionen in die Ausbildung von Mitgliedern von denen der gesamte Verein profitiert (z.B. Übungsleiterausbildung, Jugendschutzseminare etc.).

Eine wichtige Rolle spielt hier auch die Höhe der Mitgliedsgebühren. Je größer die Motivation eines Mitglieds ist, regelmäßig am Vereinsleben teilzuhaben, desto mehr ist es bereit zu zahlen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass hohe Mitgliedsgebühren vor allem Gelegenheitsspieler:innen abschrecken. Das kann sich positiv auf das Trainingsniveau auswirken, wirkt sich aber in der Regel negativ auf die Mitgliederzahl aus.


Da ihr als Verein jedoch nicht zu viel Gewinn machen dürft, solltet ihr euch vorher auch Gedanken über eure Kosten machen. Höhere Mitgliedsgebühren lassen sich nur dann rechtfertigen, wenn der Verein auch entsprechende Ausgaben, wie bspw. Subvention von Turnieranmeldegebühren, Fahrtkosten, Pompfen oder Kosten für Sportstätten, hat. Dies sind in der Regel Ausgaben, von denen vor allem regelmäßige Teilnehmer:innen profitieren.
Hier solltet ihr mit eurem Team besprechen, wie ihr euch als Verein ausrichten möchtet.

Dass jemand aus finanziellen Gründen nicht eurem Verein beitreten möchte, heißt aber nicht, dass ihr diese Person aus eurem Training ausschließen müsst. Auch sonst erlaubt man ja in der Regel Interessierten die kostenlose Teilnahme an mehreren Probetrainings. Alternativ kann zusätzlich zum Vereinstraining auch regelmäßig privat organisiertes Training angeboten werden, an dem jeder teilnehmen darf.
Für Personen aus einkommensschwachen Haushalten ist es auch möglich, sozial geförderte Mitgliedschaften anzubieten.

:!: Außenwirkung / Juristische Person

Ein Verein hat immer eine bessere und professionellere Außenwirkung, als eine Gruppe die auf einer Wiese Sport macht.
Dies wirkt sich vor allem in drei Bereichen aus:
  • Bei der Mitgliedergewinnung
  • Gegenüber der Presse
  • Im Kontakt mit Behörden, Unternehmen und anderen Organisationen
Wenn ihr eine Abteilung in einem Verein seid, der in einer populäreren Sportart ganz oben mitmischt oder zumindest lokal sehr bekannt ist und ein positives Image besitzt, wirkt sich auch das auf eure Außenwirkung aus.

Die bloße Existenz eines Vereins sorgt teilweise auch schon dafür, dass andere auf euch zukommen. Bei einigen Vereinen kam schon kurz nach der Gründung der/die Sportbeauftragte der Stadt auf den Verein zu, um seine/ihre Hilfe bei verschiedenen Themen anzubieten. Teilweise kommen auch Unternehmen wie Sportgeschäfte auf den Verein zu um bspw. Rabatte oder Gratisproben anzubieten und auch Fernsehteams wenden sich lieber an Vereine, als an private Gruppen.

Bei Kooperationen mit Schulen oder Veranstaltungen wird man als Verein deutlich ernster genommen, als wenn man als Privatperson für eine Gruppe von Privatpersonen spricht.

Als Verein könnt ihr auch Kundenkarten von etablierten Großmärkten erhalten und dort bspw. für Turniere Großeinkäufe machen.


:!: Nutzung von Sportanlagen

Dieser Punkt unterscheidet sich sehr stark von Stadt zu Stadt.
In manchen Städten kann man auch als Privatperson kostenfrei Sportplätze und -hallen nutzen. In anderen Städten muss man ein Verein mit Versicherung und Mitgliedschaften in SSB und LSB sein, um überhaupt Nutzungszeiten zugeteilt zu bekommen und muss dafür auch noch zahlen. Wenn ein Großteil der Sportanlagen nicht der Stadt, sondern privaten Trägern (z.B. anderen Sportvereinen) gehört, ist es teilweise nur möglich als Abteilung einer dieser Sportvereine den entsprechenden Sportplatz zu nutzen. Es lohnt sich aber auch ein Blick in Nachbarstädte und -gemeinden. Teilweise hat dort die Förderung des Sports einen höheren Stellenwert. In Fernwald bei Gießen erscheint beispielsweise auch der Bürgermeister zu einem Juggerturnier um dort seine Unterstützung kundzutun, in größeren Städten ist das selten der Fall.

In Bonn beispielsweise ist es nicht möglich als Privatperson Nutzungszeiten zu mieten, dafür muss man aber als städtisch geförderter Verein nichts für Nutzungszeiten zahlen. Leider waren zum Zeitpunkt der Gründung unseres Vereins die meisten Nutzungszeiten schon anderen Vereinen zugeteilt und dass Vereine Nutzungszeiten für die sie nichts zahlen freigeben, geschieht eher selten.
Sofern die Nutzung von Sportanlagen für Turniere, Training oder beides ein Grund für eure Vereinsgründung ist, solltet ihr euch bei eurer Stadt vorher informieren, wie diesbezüglich die Rahmenbedingungen und das Angebot bei euch sind.

Sofern es in eurer Stadt kein gutes Angebot von städtischen Sportplätzen für Vereine gibt, ist die Gründung einer Juggerabteilung in einem Sportverein mit eigenen Sportanlagen oft die beste Wahl. Hier kann auch das Sportamt eurer Stadt oder der SSB/KSB vermitteln.

Grundsätzlich ist es Vereinen auch erlaubt auf Grünflächen, die keine Sportanlagen aber für den Sport zugelassen sind, Trainings abzuhalten. Die Nutzung einer Sportanlage hat jedoch mehrere Vorteile, wie bspw. zugesicherte Nutzungszeiten, einen guten und sauberen Sportrasen, eine professionelle Wahrnehmung, Umkleiden, Duschen und ggfs. auch Lagermöglichkeiten in der Nähe des Sportplatzes.
Dafür hat man je nach Lage des Sportplatzes weniger Zaungäste (aber auch mehr Ruhe).

:!: Geld und Förderungen

Dies ist sicherlich für viele der spannendste und interessanteste Punkt. Denn was macht mehr Spaß als ein tolles Hobby? Ein tolles Hobby, für das andere bezahlen! Im Gegensatz dazu macht es weniger Spaß, wenn das Hobby durch einen Verein teurer wird.
Das muss aber nicht sein. Oft ist es sogar möglich mehr Fördergelder/Rabatte zu beziehen als der Verein an laufenden Kosten hat.

Ein wichtiger Punkt hierbei sind die städtischen Fördergelder. Um diese zu erhalten, sind in einigen Städten bestimmte Anforderungen zu erfüllen (siehe oben).
In den meisten Städten gibt es Pauschalen für die Jugendförderung. Vereine bekommen, teilweise ohne einen Antrag stellen zu müssen, jedes Jahr 10 bis 20 € pro minderjährigem Mitglied an Jugendförderung.
Für bestimmte Projekte, Leistungen und die Ausrichtung von Sportereignissen mit überregionalem Charakter gibt es teilweise noch zusätzliche Förderungen. Hier lohnt sich ein Blick in die Förderrichtlinien eurer Stadt.

Außerdem gibt es noch Fördertöpfe, die von Sparkassen, Volksbanken oder Unternehmen gefüllt werden. In Bonn gibt es beispielsweise jedes Jahr einen Spendenmarathon bei dem Unternehmen für jeden gelaufenen Kilometer einen Betrag in einen Spendentopf werfen, der dann an die gemeinnützigen Vereine in Bonn ausgeschüttet wird. Wir haben da bisher immer zwischen 700 und 2000 € beantragt und jedes Mal den vollen Betrag erhalten. Und allein diese Spende deckt schon mehr als wir an Fixkosten für die Mitgliedschaften in SSB, LSB und an Versicherungskosten haben.
Über die großen Fördertöpfe in eurer Stadt kann euch in der Regel euer SSB oder KSB informieren.

Wem die Begriffe SSB und KSB wenig sagen: Das sind Vereine, die andere Vereine als Mitglieder haben und die Interessen aller Sportvereine ihrer Stadt / ihres Kreises als Lobby gegenüber der städtischen Verwaltung und Unternehmen vertreten. Deshalb können sie euch auch über Fördergelder informieren, die nicht von der Stadt ausgeschüttet werden.

Oft bieten SSBs und KSBs auch Fortbildungen für Vereinsmitglieder an, wie beispielsweise Übungsleiterausbildungen oder Seminare zu Themen wie Sponsorengewinnung, Digitales Training, Datenschutz, Jugendschutz, Awareness etc. Diese Fortbildungen sind teilweise kostenlos für Mitgliedsvereine oder werden von der Stadt subventioniert.

Viele Sportgeschäfte und Online-Sportwarenhändler bieten Rabatte für Vereine an. Diese Rabatte liegen oft zwischen 10 und 20 % und sind oft davon abhängig, welchen Umsatz euer Verein im Vorjahr bei diesem Geschäft hatte. Hier haben größere Vereine natürlich den Vorteil, dass sie mit mehr Mitgliedern auch mehr Umsatz generieren können. Als Abteilung in einem Verein habt ihr eventuell den Vorteil, dass euer Verein schon Kooperationen mit Geschäften hat. Ansonsten kann euch sicher euer SSB/KSB weiterhelfen. Deren Veranstaltungen können auch genutzt werden um sich mit anderen lokalen Vereinen zu vernetzen und sich zu informieren, was für Fördermöglichkeiten und Kooperationen die anderen Vereine haben.

Deutschlandweit tätige Unternehmen mit Rabatten für Vereine sind bspw. Owayo oder der Deutsche Sportausweis mit seinen zahlreichen Förderern.

Neben Fördergeldern und Rabatten sind das nächste interessante Thema Spenden und Sponsoring. Der Unterschied zwischen Spende und Sponsoring ist im Groben, dass eine Spende ohne Gegenleistung erfolgt, während bei Sponsoring in der Regel eine marketingrelevante Gegenleistung wie das Aufhängen von Bannern oder eine Erwähnung gefordert wird.
Wenn ihr ein gemeinnütziger Verein seid, könnt ihr eine Spendenquittung ausstellen und das Unternehmen kann die Spende von seiner Steuern absetzen. Deshalb sind Unternehmen oft bereit euch zu unterstützen, wenn ihr euch bei der Kontaktaufnahme schon als gemeinnütziger Verein vorstellt.
Spenden und Sponsoring kann sowohl in Form von Geld als auch in Waren erfolgen. Wenn ihr T-Shirts als Trikots für euer Jugendteam wollt, bekommt ihr die teilweise kostenlos von eurem lokalen T-Shirt-Druckgeschäft, wenn dieses dafür auf diesen ihr Logo platzieren darf. Für Turniere kann man oft Warenspenden im Wert von mehreren 100 € von Supermärkten erhalten, wenn man nett fragt. Man sollte hier bedenken, dass für einen Supermarkt eine Spende im Wert von 300 € nur einen kleinen Posten im Monatsbudget darstellt, während es für einen Verein eine größere Investition sein kann. Daher kann man ruhig mal fragen.


:!: Weitere Vor- und Nachteile einer Abteilung in einem bereits bestehendem Sportverein

Der Hauptgrund für die Gründung einer Abteilung in einem bereits bestehenden Sportverein ist in der Regel die Nutzungsmöglichkeit der vereinseigenen Sportstätten. Darüber hinaus gibt es aber noch einige weitere Vorteile.
Zuständige für Steuererklärungen, Datenschutz und Webseite sind in der Regel schon vorhanden, so dass für eure Abteilung wenig Extraaufwand entsteht und ihr euch in der Regel kaum um diese Sachen kümmern müsst.
Auch gibt es in der Regel eine Menge Material, dass von allen Abteilungen gemeinsam genutzt werden kann, z.B. Trainingsmaterialien, Flutlichter, Pavillons, Bierzeltgarnituren, Vereinsbus etc.
Wenn ihr neue Dinge benötigt, z.B. eine Kameradrohne für bessere Trainingsanalysen, lässt sich argumentieren, dass auch andere Abteilungen durch Nutzung der Drohne einen Vorteil haben und daher die Kosten gemeinsam und nicht nur von eurer Abteilung getragen werden sollten.
Zuletzt ist noch zu nennen, dass vereinzelt Leute aus anderen Abteilungen des Vereins bei eurem Training mitmachen könnten, da sie ja eh schon im selben Verein sind. Ebenso können eure Teammitglieder auch die anderen Sportangebote des Vereins nutzen.

Der gravierendste Nachteil von Abteilungen sind die Kosten. Monatliche Mitgliedsgebühren zwischen 10 und 20 € sind hier die Regel, während ihr als eigenständiger Verein mit 2 bis 4 € pro Monat schon gut wirtschaften könnt.
Ein weiterer Nachteil kann sein, dass der Verein bestimmte Anforderungen an eure Abteilung stellt. Das kann z.B. sein, dass ihr Vereinsveranstaltungen (z.B. Sommerfeste) personell unterstützen müsst, eure Trainer regelmäßig bestimmte Seminare besuchen müssen oder euer Team Trikots in den Farben des Hauptvereins nutzen muss.
Auch die Nutzung von Vereinsgeldern kann etwas aufwändiger sein. In einigen Vereinen gibt es Abteilungsbudgets über die ihr frei verfügen könnt, in anderen Vereinen muss für jede kleine Anschaffung ein Antrag an den Vereinsvorstand gestellt werden.
Ein eigenständiger Verein bietet euch in diesen Bereichen mehr Unabhängigkeit.

Dies sind aber in der Regel Themen, die man schon klären kann, bevor man eine Abteilung gründet, und für die man verschiedene Vereine in ihren Anforderungen vergleichen kann.

:!: Für wen eignet sich welches Modell?

Das Modell Basis-Sportverein eignet sich für alle Gruppen, die kaum nutzbare Vorteile durch Mitgliedschaften in SSB/KSB und LSB und keinen/kaum Bedarf an der Nutzung von Sportplätzen im Besitz von anderen Vereinen haben. Ohne jährliche Grundkosten ist dies die günstigste Variante.

Sofern es brauchbare Vorteile durch die städtische Förderung gibt und hier der Nutzen die Kosten rechtfertigt oder eine Versicherung gewünscht wird (diese ist meistens in der Mitgliedschaft im LSB enthalten), ist ein integrierter Verein eine gute Option.

Wenn euer Team die regelmäßige Nutzung guter Sportanlagen wünscht und dies nur als Abteilung in Vereinen mit vereinseigenen Sportanlagen möglich ist oder euch der Verein noch weitere Vorteile anbieten kann, ist die Gründung einer Abteilung in einem solchen Verein sinnvoll.


:!: Wie sollte bei einer Vereinsgründung vorgegangen werden?

Vor der Vereinsgründung sind folgende Arbeitspakete zu erledigen:
  1. Analyse der Mitgliederwünsche
  2. Analyse der Angebote
    1. Welche Förderungen gibt es in der Stadt/dem Kreis?
      Hier lohnt sich auch ein Vergleich mit den Förderungen in benachbarten Städten und Kreisen.
    2. Was kosten Mitgliedschaften in SSB/KSB und LSB?
    3. Welche Vereine würden eine Juggerabteilung bei sich zu welchen Konditionen aufnehmen?
  3. Interne Wahl/Abstimmung
  4. Je nach Wahl
    1. Gründung einer Abteilung in einem bestehenden Verein oder
    2. Satzung schreiben und vom Finanzamt prüfen lassen, Gründungssitzung abhalten, Eintragung ins Vereinsregister vornehmen.
Als erster Schritt sollte geprüft werden, welche Wünsche eure Teammitglieder an den Verein bzw. Jugger in eurer Stadt haben und was sie dafür zu zahlen bereit wären.

Im nächsten Schritt sollte auf jeden Fall Kontakt zum SSB/KSB und zum Sportamt aufgenommen werden. Erzählt denen, dass ihr einen Verein gründen wollt und fragt, welche Vorteile euch das bringen würde und was ihr dabei in eurer Stadt beachten solltet.
In einigen Bundesländern ist es nicht möglich, als Verein direkt Mitglied im LSB zu werden, sondern man muss einem Landesfachverband beitreten und ist über diesen dann Mitglied im LSB. Leider gibt es noch in keinem Bundesland einen Landesfachverband für Jugger. Deshalb müsstet ihr für die Option Integrierter Sportverein prüfen, zu welchen Konditionen euer Verein in anderen Fachverbänden Mitglied sein kann. In NRW sind viele Juggervereine Mitglied im Rugbyverband NRW und zahlen dort nur halb so viele Gebühren wie Rugbyvereine, haben dafür aber keinen Anspruch auf Förderungen durch den Rugbyverband NRW.
Am Besten fragt ihr hier andere Vereine in eurem Bundesland, in welchem Fachverband sie Mitglied sind.
In der Regel sind aber besonders kleinere Verbände oft froh über neue Mitglieder und kommen euch bei Angeboten entgegen. Immerhin zahlt ihr ja für die Mitgliedschaft, ohne dass sie viel für euch tun müssen.

Anschließend könnt ihr verschiedene Optionen zur Wahl stellen und euch abstimmen, welchen Weg euer Team gehen soll. Dabei geht es nicht nur um das Thema, ob ihr einen eigenen Verein oder eine Abteilung gründen wollt, sondern auch um eine ideelle Ausrichtung, Schwerpunkte und Mitgliedsgebühren.

Wenn ihr euch für die Gründung einer Abteilung in einem bestimmten Verein entscheidet, geht es jetzt recht fix. Ihr tretet dem Verein einzeln bei und wählt einen oder mehrere Vertreter für eure Abteilung, die dem Rest des Vereins als Ansprechpartner:innen dienen und eure Interessen vertreten.

Um einen eigenen Verein zu gründen, benötigt ihr mindestens 3 Mitglieder, für die Eintragung ins Vereinsregister mindestens 7 Mitglieder. Habt ihr genügend Mitstreiter:innen gefunden, geht es jetzt an das Schreiben der Satzung.
Das Schreiben einer Satzung klingt zwar zunächst aufwendig, man muss aber nur selten das Rad neu erfinden, sondern kann sich andere Vereinssatzungen anschauen und passende Inhalte kopieren oder man orientiert sich an den Mustern, die vom Justizministerium vorgegeben werden (z.B. hier oder hier). Ihr könnt euch beim Schreiben der Satzung auch von eurem SSB/KSB oder anderen Juggervereinsgründer:innen unterstützen lassen. Hier sollte bedacht werden, dass eine Satzung nicht in Stein gemeißelt ist, sondern bei Bedarf auch noch geändert werden kann. Dazu ist aber immer ein Mitgliederbeschluss notwendig und die geänderte Satzung muss im Vereinsregister eingetragen werden, was mit Kosten verbunden ist.
Die Prüfung der Satzung durch das Finanzamt (wichtig für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit) ist kostenlos, kann aber ein paar Wochen dauern. Wenn Änderungen gefordert wurden und ihr die Satzung anschließend erneut prüfen lasst, dauert es entsprechend noch länger.
Wenn alles passt, führt eine Gründungssitzung durch, in der die Satzung beschlossen, der Vorstand gewählt und die Eintragung ins Vereinsregister beschlossen wird (dies muss im Gründungsprotokoll vermerkt werden).
Dann lasst ihr die Satzung und das Gründungsprotokoll von einem Notar beglaubigen und ins Vereinsregister eintragen. Insgesamt kostet die Vereinsgründung etwa 90-140 € (26€ Notargebühr zzgl. Schreib- und Zustellgebühren, 52€ Eintragung beim Amtsgericht (wird in einigen Bundesländern für gemeinnützige Vereine erstattet), 10-30€ Veröffentlichung der Eintragung).
Sobald der Verein eingetragen ist, könnt ihr als Verein Mitglied in SSB/KSB und LSB werden und bei der Stadt eure Förderungen beantragen.
Dies muss aber nicht sofort erfolgen. Ihr könnt auch erst mehrere Jahre einen Basis-Sportverein führen und euch erst später für den Beitritt in SSB/KSB und LSB entscheiden.

Eine Vereinsgründung dauert in der Regel 6 bis 12 Monate. Die meiste Zeit davon ist jedoch Wartezeit, z.B. bis ein Termin stattfindet an dem alle, die bei der Gründung dabei sein wollen, Zeit haben oder bis die verschiedenen Personen und Institutionen sich zurückgemeldet haben.




So, das wurde jetzt doch etwas umfangreicher. Ich hoffe dieser Post gibt euch eine grobe Orientierung, ob sich eine Vereinsgründung für euch lohnt. In meinen Augen lohnt es sich auf jeden Fall, da der Aufwand recht überschaubar ist und man auch bei 0 € Betriebskosten viele Vorteile nutzen kann.
Aber ich bin auch gespannt auf eure Erfahrungen zum Thema Vereine. Habt ihr einen Verein und dabei Vor- oder Nachteile erfahren, die hier noch fehlen oder ihr in einer interessanten Anekdote wiedergeben könnt? Hat euch jemand bei der Vereinsgründung unterstützt und dabei hilfreiche Tipps gegeben, die ihr hier weitergeben wollt?
Oder habt ihr (noch) keinen Verein und was spricht in eurem Team gegen einen Verein? Gibt es Nachteile von Vereinen, die ich oben noch nicht aufgezählt habe? Oder gibt es Bereiche, in denen ihr noch konkrete Hilfestellungen benötigt?

Ich freue mich auf euer Feedback.

Benutzeravatar
Simba
Beiträge: 405
Registriert: Mo 23. Sep 2013, 18:52
Stadt: Leipzig
Team: Leipziger Nachtwache
Position: Stab/Kette

Re: Jugger im Verein - Pro und Kontra

Beitrag von Simba » So 13. Jun 2021, 11:31

Edit:
Mega geile Zusammenfassung! Vielen Dank für deine Arbeit!
---------------------------------------------------

Wir haben uns mit der Vereinsgründung vor ~3 Jahren sehr intensiv auseinandergesetzt, und am Ende dagegen entschieden.
Wir haben über Kontakte eine lose Kooperation mit einer Jugendeinrichtung, die uns als Jugendgruppe unterstützt. Durch diese Kooperation bekommen wir:
  • Trainingszeiten im Winter
  • Hallenzeiten für mehrere Tagesturniere im Winter
  • finanzielle Förderung von ca. 800€ pro Jahr
Letztere wird über einen Fördertopf finanziert, bei dem sich die Jugendeinrichtung extra für uns bewirbt (und seit 7 Jahren auch bekommt). Als Gegenleistung bieten wir die Teilnahme der Jugendlichen an (wurde bisher nie genutzt) und sind auf zwei Festen im Jahr vor Ort, um Jugger vorzustellen und ein bisschen Kinderbetreuung zu machen.
Diese Kooperation müsste leider aufgegeben werden, sollten wir eine eigene Vereinslösung (Gründung oder Abteilung) anstreben.

Gleichzeitig sind die Kosten für Sportstätten auch für Mitglieder im SSB relativ teuer. Ein Hallentraining pro Woche kostet ~450€ im Jahr. Pro Tagesturnier müsste man ebenfalls ca. 250€ einkalkulieren. Diese Kosten werden aktuell von der Jugendeinrichtung übernommen.

In Summe haben wir uns, wie gesagt, gegen einen eigenen Verein entschieden. Die Kooperation deckt so viele Kosten für uns ab und gibt uns zusätzlich noch Mittel zur freien Verfügung, dass sich ein Verein für uns nicht gerechnet hat.

Ich kann mir vorstellen, dass sich dieser Rahmen irgendwann ändert und wir eine/n Vereinsgründung/-beitritt wieder ins Auge fassen müssen - aktuell aber für uns keine echte Option.
Égalité, Fraternité, Partyhändé!

Benutzeravatar
why.n0t
Beiträge: 340
Registriert: Mi 1. Apr 2009, 19:32
Stadt: Mönchengladbach
Position: Stab
Wohnort: Mönchengladbach

Re: Jugger im Verein - Pro und Kontra

Beitrag von why.n0t » Mo 14. Jun 2021, 06:09

Aloha
Sehr gute Zusammenfassung, danke dafür! Ich habe auch noch was neues gelernt.

------------------------------------------------------------------

Mittlerweile habe ich jetzt 2 Jugger-Vereine in zwei sehr nahen Regionen gegründet und Erfahrung sammeln können.

Vorteile eines Vereins
Neben den ganzen Boni für „Integrierte Vereine“ die so schön beschrieben wurden gibt zwei wichtige Aspekte, die mir etwas zu kurz gekommen sind. Versicherung und Vertragsfähigkeit.
Über eueren LSB bekommt ihr einen Versicherungsschutz, dieser greift, wenn Private Versicherungen nicht zahlen, da nicht abgedeckt. Das kann zum Beispiel mal bei Sachschäden passieren, wenn private Haftpflicht sagt, dass sprengt unseren Rahmen. Auch eine Arbeitsunfähigkeit ist da wohl gedeckt, musste ich aber zum Glück noch nicht herausfinden.

Der Verein ist als juristische Person auch geschäftsfähig, kann Verträge eingehen und Eigentum haben. Zum Beispiel Vereinspompfen, Domains, Webspaces. Er kann Sportplätze mieten, Bankkonten eröffnen, Ehrenamtvergütung bezahlen und Verpflichtungen eingehen. Dann kann zum einen nicht ein vergrämtes Mitglied, dass die Domain besitzt,den Youtube-Kanal oder die Vereinskasse hat, damit machen was es will und zum anderen haftet der Verein (evtl mit seiner Versicherung --> LSB) bei Schäden an Sportplätzen oder unbezahlten Rechnungen, weil beim Turnier verkalkuliert wurde. Es bleibt nicht an einer einzelnen Person hängen.

Und als kelinen Bonus ist in den winizigen LSB-Gebühren auch die GEMA drin. Ihr dürft dann offziell auf euren Veranstalltungen Musik laufen lassen. Sonst könnten ziemlich heftige Strafen auf euch zukommen.

Allgemeine Tipps
Achtet bei den Notarkosten darauf, dass sie im Rahmen sind. Die Notar- und Amtsgerichtgebühren sind zwar fix vorgegeben, wir hatten aber auch schon Notare die übermäßig viel für (teilweise nicht) geleistete Arbeit berechnen wollten (Beratung, aufsetzen der Satzung, 10€ für Briefzustellung). Klärt am besten vorher ab, was an gebühren auf euch zukommt und fechtet im Zweifelsfall die Rechnung an.

Klaut eure Satzung. Die Vordrucke vom Finazamt sind eher so mittel. Aber es gibt ja bereits sehr viele Vereine mit einer veröffentlichten Satzung (Jugger und anderer „Sport“). Fragt einfach bei anderen Vereinen nach bzw. kopiert euch was zusammen (Ich bin kein Jurist, aber meines Wissens nach sind Satzungen eh nicht vom Urheberrecht gedeckt. Aber Fragen kostet nix und ihr kriegt meist noch zusätzliche Tipps.). Die Duisburger Satzung war eine 1zu1 Kopie von den Schergen. In Mönchengladbach habe ich 5 Satzungen gefrankensteint. Und lasst das vom Finanzamt prüfen.

Macht das bei den Ordnunge genauso. Ordnungen sind an sich optional und regeln Details, die nicht in der Satzung sind. Quetscht am besten möglichst viel in Ordnungen, da das Ändern der Satzung über einen Notar gehen muss und Zeit und Geld kostet. Eine Ordnung kann, gemäß eurer Satzung, Problem- und Kostenlos geändert werden. Ich empfehle min. eine Finanz/Beitragsordnung.
Mitgliedsbeiträge solltet ihr entweder in der Ordnung oder zumindest dem (Gründungs)Protokoll festhalten. Sonst könnte das Finanzamt meckern. Schreibt das nicht in eure Satzung, das lässt sich dann nicht mehr so leicht ändern.

Zusätzliche Ressourcen

IT spenden über Stifter-Helfer (nur für gemeinnützige Vereine)
https://www.stifter-helfen.de/
Ein kompletter Overkill für einen kleinen Verein (Aber vlt. Für einen Verband Interessant…) ist die Spenden von Microsoft 365. Mit E-Mail und Sharepoint Service. Die Office Programme selbst sind nicht kostenloss, können aber gegen eine kleine gebühr einzeln dazu gebucht werden.
DIe haben auch noch viele andere, teils stark vergünstigte, Angebote.

Webspace und Domain (Müsst ihr kein Verein für sein)
Überspace
https://uberspace.de/de/
Für eine kleine Homepage mit wenig Traffic ca. 2€/Monat, bei mehr solltet ihr mehr geben
Domain
https://www.inwx.de/de
5€/Jahr + 6€ für Erstanmeldung

Bank
https://www.skatbank.de/ihre-skatbank.html
Deutlich günstiger als Sparkasse und die meisten regionalen VR-Banken. Die meisten Banken akzeptieren gemeinnützige Vereine nicht, da hier spezielle Regeln gelten. Eine Bankkarte wird meist eh nicht gebraucht. Bei uns läuft alles entweder über eine Überweisung (keine Karte notwendig) oder ein Mitglied bezahlt mit seiner Karte und kriegt das vom Verein erstattet bzw. das Geld vorher überwiesen.
Ein Verein *muss* kein Bankkonto haben. Ist aber oft einfacher.

Fazit
Ich glaube, dass NRW eine sehr ausgeprägte „Vereinskultur“ hat. Hier wird von sehr vielen Stellen Unterstützung und Forderung geleistet. Und oft kommt man als freie Gruppe nicht weit.

Im SSB kostet 45min Hallenzeit 1.15€. Wenn man nicht im SSB ist, bekommt man die Halle nicht und muss sich an Private Betreiber richten die locker das 20-fache und mehr kosten.

Der Mehraufwand den ein Verein bereitet ist sehr überschaubar und im Vergleich zur „normalen“ Teamarbeit (Training organisieren, Turnieranmeldung, etc) eigentlich vernachlässigbar und bringt im Zweifelsfall ein gewisse Struktur rein, die nicht schadet.
Die Mehrkosten sind, auch sehr übersichtlich und meist durch Einsparnisse und Fördermittel mehr als ausgeglichen.
Gleichzeitig eröffnen sich, wie schon Beschrieben, neue Möglichkeiten.

Das kann in einem anderen Bundesland oder Kreis anders sein. Vor allem wenn man so einzigartige Kooperationen mit bestehenden Vereinen eingehen kann. Auch ist es manchmal einfacher / besser eine Unisport Gruppe zu gründen.
Wir haben nur dann keine Chance, wenn man einmal darüber nachdenkt.

Antworten

Zurück zu „Allgemeines“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast